de.wedoany.com-Bericht: Die Linux Foundation hat den Agent Name Service (ANS) vorgestellt, einen offenen Standard auf Basis des Domain Name Systems (DNS), der eine vertrauenswürdige Authentifizierung für Künstliche Intelligenz-Agenten ermöglicht. Der Standard nutzt dasselbe, weltweit bereits operierende DNS-Netzwerk, ohne dass neue Abfragenetzwerke oder proprietäre Register aufgebaut werden müssen.
Mit ANS können Systeme oder Einzelpersonen die Organisation, zu der ein Agent gehört, sowie dessen autorisierte Berechtigungen bestätigen und gleichzeitig erkennen, ob der Ausführungscode des Agenten oder dessen Aktivitätsprotokolle manipuliert wurden. Die Authentifizierung ist direkt an das DNS gebunden, das weltweit über 100 Millionen Abfragen pro Sekunde verarbeitet.
Die Einführung dieses Standards spiegelt die Geschwindigkeit wider, mit der KI-Agenten in Echtzeitsysteme integriert werden. Unternehmen setzen Agenten oft in Produktionsumgebungen ein, bevor sie Fragen der Authentifizierung, des Verhaltensmanagements oder der systemübergreifenden Zusammenarbeit gelöst haben. Die Linux Foundation beruft sich auf Daten des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum), wonach 82 % der Führungskräfte planen, innerhalb von ein bis drei Jahren KI-Agenten einzusetzen – viele sind sich nicht sicher, ob sie diese nach der Inbetriebnahme überprüfen oder kontrollieren können.
Jim Zemlin, CEO der Linux Foundation, betonte, dass mit der bevorstehenden Zusammenarbeit von Agenten über Unternehmens- und Plattformgrenzen hinweg die Authentifizierung zu einem Problem werde, das Organisationen frühzeitig lösen müssten. Die Verankerung des Rahmens in DNS und offenen Standards helfe, die Kommunikation verifizierter Agenten in der gesamten digitalen Wirtschaft zu skalieren.
ANS unterstützt dezentrale Identifikatoren (Decentralized Identifiers) und Rechtsträgerkennungen (Legal Entity Identifiers), sodass Organisationen bestehende Identitätssysteme in ein einheitliches Verifikationsmodell integrieren können. Die Linux Foundation positioniert den Standard als anbieterneutral – ein Ansatz, der in ihrer bisherigen Standardisierungsarbeit bereits praktiziert wurde.
Die Initiative hat bereits Branchenunterstützung erhalten. Jared Sine, Chief Strategy and Legal Officer bei GoDaddy Inc., erklärte, dass die Nutzung der etablierten Internet-Infrastruktur zur Identifizierung von Agenten die Wiederholung der „Walled Garden“-Probleme früherer Plattformtransformationen vermeide. Dane Knecht, CTO von Cloudflare Inc., sieht in der Erweiterung des DNS auf den Agentenbereich eine Möglichkeit, Identitäts- und Sicherheitsprobleme zu lösen, bevor sie außer Kontrolle geraten. Auch Cisco Systems Inc. und Salesforce Inc. haben Interesse bekundet; Cisco unterstützt bereits die offenen Standardisierungsarbeiten der Internet Engineering Task Force und der Linux Foundation.
Der Standard basiert auf einer preisgekrönten Forschungsarbeit, die von Ken Huang, CEO von DistributedApps.ai, federführend verfasst wurde, mit Co-Autoren wie Vineeth Sai Narajala vom Open Worldwide Application Security Project. Huang äußerte die Sorge, dass Agenten ohne eine neutrale Identitäts- und Entdeckungsschicht explosionsartig zunehmen und das von Sicherheitsteams befürchtete „Shadow AI“-Risiko schaffen könnten.
Die Linux Foundation ruft Unternehmen, Entwickler, Infrastrukturanbieter und Sicherheitsforscher zur Mitarbeit auf. Das technische Repository und Details zur Mitwirkung sind über die Agent Name Service-Organisation auf GitHub verfügbar.
Diese Initiative reiht sich in eine Reihe jüngster Arbeiten im Bereich des Agentenvertrauens ein. Diagrid Inc. hat in diesem Monat kryptografische Ausführungsnachweise für Agenten bereitgestellt, während das Startup Tenet Security Inc. eine Plattform zur Erfassung bösartigen Agentenverhaltens zur Laufzeit vorgestellt hat.
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