de.wedoany.com-Bericht: Advantech aus China hat ein verteiltes Eingabe-/Ausgabe-Modul (I/O) vorgestellt, das direkt an Industrieanlagen montiert werden kann und auf den Markt für Smart Factories abzielt. Advantech verzichtet auf die traditionelle Architektur, bei der Sensoren und Aktoren zentral in einem Schaltschrank verkabelt werden, und setzt stattdessen auf ein schaltschrankloses Design, bei dem die Steuergeräte näher an den Anlagen verteilt angeordnet werden.
Advantech gab am 23. Juni bekannt, dass die nächste Generation der ADAM-200PN-Serie aufgerüstet wird. Diese Serie umfasst bordseitige verteilte Ethernet-I/O-Module mit Schutzart IP67. Die Produkte sind für Überwachungsanwendungen in der Außeninfrastruktur konzipiert, wie z. B. große Hafenkräne, unterirdische Bergbaufördersysteme, Öl- und Gasfabriken und Windkraftanlagen.
Die ADAM-200PN-Serie kann direkt am Anlagenrahmen oder an der Antriebseinheit montiert werden, ohne dass ein Schaltschrank erforderlich ist. Bei herkömmlichen zentralisierten Installationen müssen oft Dutzende Meter Kabel zwischen Sensoren, Aktoren und dem Schaltschrank verlegt werden, was zu komplexen Verkabelungssystemen führt.
Durch die direkte Montage auf der Anlagenoberfläche verkürzt der ADAM-200PN die Signalkabellängen und senkt die Endkosten sowie den Zeit- und Personalaufwand für die Kabelinstallation. Kim Seung-hwan, Produktmanager bei Advantech, erklärte, dass die verteilte Architektur mit dem ADAM-200PN im Vergleich zu herkömmlichen zentralisierten Systemen die Gesamtkosten für Engineering und Material um über 25 % senken kann.
Der ADAM-200PN unterstützt das industrielle Ethernet-Protokoll PROFINET und ist mit verschiedenen speicherprogrammierbaren Steuerungssystemen (SPS) sowie der Totally Integrated Automation (TIA) Portal-Engineering-Plattform von Siemens kompatibel. Das Modul unterstützt Echtzeitkommunikation mit einer Antwortzykluszeit von etwa 1 Millisekunde und verfügt über das Media Redundancy Protocol (MRP) für Netzwerkredundanz sowie das Link Layer Discovery Protocol (LLDP) zur automatischen Geräteerkennung.
Das System enthält auch Cloud-Konnektivitätsfunktionen. Neben der PROFINET- und Modbus-Feldbuskommunikation kann der ADAM-200PN über eine optionale Hub-Funktion für das Message Queuing Telemetry Transport (MQTT)-Protokoll erweitert werden. Dadurch können Gerätediagnosedaten gleichzeitig an Überwachungs- und Datenerfassungssysteme (SCADA), Enterprise-Resource-Planning-Plattformen (ERP) und cloudbasierte Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS) übertragen werden.
Die Hardware ist für raue Industrieumgebungen ausgelegt, arbeitet in einem Temperaturbereich von minus 40 Grad Celsius bis 60 Grad Celsius und hat die Schutzart IP67. Sie verfügt über ein Druckgussgehäuse aus Zinklegierung und erfüllt die Bahnnormen EN 50155 und EN 50121-3-2/4.
Die Wartungsfreundlichkeit wurde ebenfalls verbessert. Das Modul unterstützt sowohl herkömmliche schraubbare M12-Steckverbinder als auch werkzeuglose PushPull FastLock-Verbindungen. Das Modul umfasst ein bedruckbares Kennzeichnungssystem zur Reduzierung von Verdrahtungsfehlern sowie LED-Anzeigen für System-, Netzwerk- und Stromversorgungsstatus.
Jedes Modul bietet 16 Kanäle, die als digitale Eingänge oder Ausgänge konfiguriert werden können. Die I/O-Ports können Sensoren oder Encoder direkt mit bis zu 1 Ampere pro Port versorgen, wodurch der Bedarf an zusätzlicher Verteilungsverkabelung reduziert wird.
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