de.wedoany.com-Bericht: Deutschland Siemens hat innerhalb einer Woche zwei industrielle KI-Initiativen angekündigt, darunter die Edge-to-Cloud-Integration mit Databricks und FFT sowie zwei neue Funktionen des „Eigen Engineering Agent".

Siemens, Databricks und FFT Produktionssysteme haben eine Edge-to-Cloud-Integration angekündigt, die Produktionsdaten direkt von der Werksebene auf die Databricks-Plattform überträgt – ohne zwischengeschaltete IoT-Middleware. Die Verbindung erfolgt über die „Databridge"-Anwendung von FFT, die auf der Industrial-Edge-Plattform von Siemens bereitgestellt wird. Kontextualisierte Maschinen- und Anlagendaten werden in die Cloud gestreamt und können für Analysen und KI-Training genutzt werden.

Die trainierten Modelle können auf der Edge-Plattform mit geringer Latenz nahe am Produktionsprozess ausgeführt werden, um die Kluft zwischen Betriebstechnologie und IT zu überbrücken. Bisher waren für die Anbindung von Werksebene-Daten an Cloud-Analyseplattformen mehrere Integrationsschichten erforderlich. Volker Stark, COO von FFT, erwähnte, dass Databridge als „nativer Gateway zur Cloud" für über 30.000 potenzielle Kunden dienen werde. Die Architektur hat eine klare Aufgabenverteilung: Siemens „Industrial Edge" und „Industrial Information Hub" übernehmen die Datenerfassung vor Ort und die Kontextualisierung, während Databricks in einer cloudneutralen Umgebung für erweiterte Analysen, Modelltraining und KI-Agent-Workloads zuständig ist. Anwendungsfälle umfassen vorausschauende Wartung, Qualitätsoptimierung, Energiemanagement und Lieferkettenoptimierung.
Gleichzeitig hat Siemens auf der Messe „Vivatech 2026" in Paris zwei neue Funktionen für den „Eigen Engineering Agent" vorgestellt. Die KI, die im April auf der Hannover Messe vorgestellt wurde, ist speziell für die industrielle Automatisierungstechnik entwickelt worden. Die erste Funktion ist die „Ecad"-Integration: Automatisierungsingenieure programmieren Maschinenverhalten auf Basis von Tags, Funktionsbausteinen und Steuerungslogik; der Agent liest elektrische Konstruktionsdateien in Formaten wie „xml" und „aml", erkennt Inkonsistenzen und überträgt Geräte und Verbindungen automatisch in „Tia"-Portal-Projekte. Die zweite Funktion wandelt natürlichsprachliche Maschinenbeschreibungen in normkonforme Tia-Portal-Projekte um. Nachdem Ingenieure Stationen, Geräte und Verhalten beschrieben haben, generiert der Agent Projekte, die dem „Siemens Automation Framework" entsprechen – ein Schritt, der zuvor Tage dauerte, jetzt nur noch Minuten.
Der Eigen Engineering Agent wird bereits von über 100 Unternehmen in 19 Ländern eingesetzt, darunter Andritz Metals in Österreich, Casmt in China und Prism Systems in den USA. Siemens gibt an, dass die Produktivität bei Standardaufgaben wie SPS-Programmierung, HMI-Konfiguration und Gerätekonfiguration um das 2- bis 5-fache gesteigert wurde, mit einer Effizienzsteigerung im Engineering von bis zu 50 %. Die beiden neuen Funktionen sind im bestehenden Standard-Abonnement enthalten und fallen nicht zusätzlich kostenpflichtig an.
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