de.wedoany.com-Bericht: Ein gemeinsamer Bericht von Transport & Environment (T&E) und Clean Cities zeigt, dass die Zahl der Parkplätze am Straßenrand in europäischen Städten bis 2040 um 8,5 % bis 14 % zurückgehen könnte, wenn die Größe neuer Fahrzeuge weiter zunimmt, was zusätzliche Risiken für die Verkehrssicherheit mit sich bringt. Der Bericht analysiert das kontinuierliche Wachstum neu verkaufter Autos in allen wichtigen Dimensionen und vergleicht es mit einem „moderaten Größen"-Szenario, in dem die Fahrzeuggrößen durch politische Maßnahmen auf das Niveau von 2015 zurückgeführt werden. Die Studie zeigt, dass längere und breitere Autos ohne Eingreifen die Anzahl der Fahrzeuge, die entlang der Straße hintereinander parken können, deutlich reduzieren würden.

Laut der Analyse wird London bis 2040 voraussichtlich 72.000 bis 118.000 Parkplätze am Straßenrand verlieren, Berlin 71.000 bis 117.000 und Rom 58.000 bis 95.000. Auch Madrid (bis zu 41.000), Warschau (bis zu 17.000) und Paris (bis zu 12.000) müssen mit erheblichen Kapazitätseinbußen rechnen.
Die Daten des Berichts zeigen, dass die durchschnittliche Länge neu verkaufter Autos seit dem Jahr 2000 jährlich um 1,2 cm und die Gesamthöhe um 0,5 cm zugenommen hat. Frühere Studien belegen zudem, dass Neuwagen im Durchschnitt jedes Jahr um 0,5 cm breiter werden und die Motorhaubenhöhe jährlich um 0,5 cm steigt. T&E erklärt, dass die Automobilhersteller trotz sinkender Haushaltsgrößen und Fahrzeugauslastung von der Produktion kleinerer Fahrzeuge abgerückt sind, um höhere Gewinne mit größeren Modellen zu erzielen.

Lucien Mathieu, Leiter der Automobilabteilung von T&E, erklärte, dass nach 25 Jahren des Wachstums die europäischen Straßen zunehmend von SUVs dominiert werden, die eine physische Gefahr für andere darstellen. Dies führe dazu, dass Städte und Gemeinden unter Druck geraten, Parkplätze zu erweitern und öffentlichen Raum zu opfern, um verlorene Stellplätze auszugleichen. Die Analyse weist auch darauf hin, dass die EU zwar das Ziel „Vision Zero" verfolgt, bis 2050 keine Verkehrstoten mehr zu haben, die Zunahme der Fahrzeuggrößen jedoch schwerwiegende Folgen haben wird. Im Vergleich zum „moderaten Größen"-Szenario wird bei aktuellen Trends bis 2040 mit jährlich 400 zusätzlichen Verkehrstoten gerechnet. Im Zeitraum 2026 bis 2040 könnten auf Europas Straßen 2.500 zusätzliche Erwachsene und 79 Kinder sterben.
Bei den derzeitigen Trends ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder bis 2040 bei Autounfällen sterben, um 40 % höher als im moderaten Größen-Szenario. Die durchschnittliche Motorhaubenhöhe der Fahrzeugflotte wird dann voraussichtlich 86,2 cm betragen, was ein besonderes Risiko für Kinder darstellt, da sie häufiger am Kopf oder Brustkorb getroffen werden als Erwachsene. Barbara Stoll, Senior Director von Clean Cities, fordert die Regulierungsbehörden auf, maximale Grenzwerte für die Größe neuer Fahrzeuge festzulegen, und empfiehlt Städten und Regierungen, Parkgebühren und Steuern anzupassen, um die Risiken großer Fahrzeuge widerzuspiegeln.
Um den Herausforderungen für den städtischen Raum und die Sicherheit zu begegnen, fordern T&E und Clean Cities eine Reihe politischer Reformen, darunter: eine Obergrenze von 85 cm für die Motorhaubenhöhe und 192 cm für die Fahrzeugbreite bei der Typgenehmigung neuer Modelle ab 2033, mit Wirkung für alle Neuwagenverkäufe ab 2036; die Verhinderung des Kaufs übermäßig großer Fahrzeuge durch Zulassungs- und Kfz-Steuern; die Aktualisierung des Euro-NCAP-Protokolls zur Prüfung der Sichtbarkeit des Fahrersitzes auf Kleinkinder; die Reform von Parkgebühren und lokalen Steuern basierend auf Fahrzeuggröße und -gewicht; sowie die Unterstützung kleiner Elektrofahrzeuge mit einer Länge von nicht mehr als 4,2 Metern bei der Überarbeitung der EU-CO₂-Verordnung für Autos.
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