Litauens LTG Infra kündigt 64-Millionen-Euro-Vertrag für Neris-Brücke
2026-06-25 15:20
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de.wedoany.com-Bericht: LTG Infra hat beschlossen, den Vertrag mit dem Generalunternehmer Rizzani de Eccher für den Bau der Neris-Eisenbahnbrücke im Rahmen des Rail-Baltica-Projekts zu kündigen, mit der Begründung von Bauverzögerungen, der schlechten finanziellen Lage des Unternehmens und der Nichterfüllung vertraglicher Pflichten.

Der litauische Verkehrs- und Kommunikationsminister Juras Taminskas erklärte, der Wiederaufbau der Neris-Brücke habe höchste Priorität, und betonte die strategische Bedeutung des Rail-Baltica-Projekts für die regionale Konnektivität und Sicherheit. Es müsse sichergestellt werden, dass die Hauptstrecke bis Ende 2030 fertiggestellt sei. Die Bauarbeiten an der Neris-Brücke begannen im Juli 2022, der Vertragswert beträgt 64 Millionen Euro. Die neue Brücke ist 1,5 Kilometer lang, ragt 40 Meter über die Neris und ihr Tal hinaus, ist fast 14 Meter breit und wird eine zweigleisige Eisenbahnstrecke in europäischer Normalspur aufnehmen.

Das Verkehrsministerium wies darauf hin, dass die Neris-Brücke nur ein Bestandteil des Rail-Baltica-Projekts sei. Derzeit würden die Arbeiten an dem 114 Kilometer langen Abschnitt zwischen Kaunas und Panevėžys fortgesetzt, auf dem bereits die ersten Gleise in europäischer Spurweite verlegt worden seien. Seit 2023 überwache LTG Infra die finanzielle Lage des Auftragnehmers, doch bis vor kurzem hätten interne Umstrukturierungen den Baufortschritt nicht wesentlich beeinträchtigt. In jüngster Zeit seien jedoch erhebliche Vertragsverstöße festgestellt worden, darunter Verzögerungen und die Nichtzahlung von Subunternehmern. Das Unternehmen erklärte, man habe die vom Auftragnehmer vorgelegten Abhilfemaßnahmen geprüft, sehe jedoch keine Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund sei die erneute Ausschreibung und die Ernennung eines neuen Auftragnehmers die beste Lösung, um das Bauprojekt abzuschließen.

Der Interims-CEO der LTG-Gruppe, Arūnas Rumskas, erklärte, es bestehe tatsächlich das Risiko, dass die Brücke nicht rechtzeitig fertiggestellt werde, und man könne schwerwiegende Vertragsverstöße oder die Nichterfüllung finanzieller Verpflichtungen nicht tolerieren. LTG Infra bestätigte, dass alle Zahlungen für die bereits erbrachten Leistungen erfolgt seien; nicht bezahlte Subunternehmer müssten ihre Forderungen auf dem Rechtsweg geltend machen.

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