Island: 100-MW-Geothermieprojekt Bolaalda genehmigt – Gesamtinvestition rund 400 Millionen US-Dollar
2026-06-26 14:00
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de.wedoany.com-Bericht: Das isländische Parlament (Alþingi) hat das Geothermieprojekt Bolaalda in die Nutzungskategorie des nationalen „Rahmenplans für Landschafts- und Energienutzung (Rammaáætlun)“ aufgenommen und damit ein zentrales regulatorisches Hindernis für die geplante geothermische Erschließung im Süden Islands beseitigt.

Island: 100-MW-Geothermieprojekt erhält wichtige Genehmigung

Diese Entscheidung ermöglicht es der Reykjavik Geothermal GmbH, die nächsten Projektphasen voranzutreiben, darunter die Detailplanung, die Umweltverträglichkeitsprüfung, die Flächennutzungsplanung sowie weitere Erkundungsbohrungen. Die geplante installierte Leistung beträgt 100 MWe Strom und 133 MWth Wärme, womit das Projekt zu den größeren geothermischen Erschließungsvorhaben Islands im aktuellen Genehmigungsprozess zählt.

Laut Magnus Asbjörnsson, CEO von Reykjavik Geothermal, gegenüber der isländischen Zeitung „Morgunbladid“ erfolgte der Parlamentsbeschluss nach jahrelangen technischen Untersuchungen und breiter politischer Unterstützung. Das Unternehmen besitzt seit 2018 eine Explorationslizenz für das etwa 65 Quadratkilometer große Projektgebiet und hat geologische, geophysikalische, archäologische sowie umweltbezogene Basisstudien abgeschlossen. Vor einer endgültigen Investitionsentscheidung sind weitere Bohrungen zur Bestätigung der geothermischen Ressourcen erforderlich. Asbjörnsson erklärte, das Unternehmen hoffe, so bald wie möglich unter den gegebenen Genehmigungsauflagen mit den Erkundungsbohrungen beginnen zu können, und wies darauf hin, dass die Einholung aller erforderlichen Genehmigungen und der Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde.

Das Bolaalda-Projekt liegt in der Nähe von Þorlákshöfn im Südwesten Islands und soll die Energieversorgung für die künftige industrielle Entwicklung der Region stärken. Neben der Stromerzeugung ist das Projekt darauf ausgelegt, bis zu 133 MWth geothermische Wärme bereitzustellen, was Möglichkeiten zur direkten Nutzung der Wärme eröffnet und Islands Ambitionen unterstützt, grüne Industrien zu erweitern, die auf zuverlässige erneuerbare Energien angewiesen sind. Laut Reykjavik Geothermal belaufen sich die Gesamtinvestitionen des Projekts auf 400 bis 450 Millionen US-Dollar (etwa 600 Milliarden Isländische Kronen).

Die Parlamentsgenehmigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Reykjavik Geothermal seine internationalen Aktivitäten weiter ausbaut. Das Unternehmen hat kürzlich mit geothermischen Bohrungen auf Teneriffa (Kanarische Inseln) begonnen und entwickelt dort eines der ersten geothermischen Stromerzeugungsprojekte Spaniens. Gleichzeitig treibt es geothermische Erschließungen in mehreren anderen internationalen Märkten voran. Asbjörnsson teilte der „Morgunbladid“ mit, dass die wachsende Nachfrage nach Strom und geothermischer Wärme das Interesse an neuen geothermischen Erschließungsprojekten steigere, insbesondere da Island nach mehr erneuerbaren Energien zur Unterstützung des industriellen Wachstums suche. Sollten die Erkundungsbohrungen die erwarteten geothermischen Ressourcen bestätigen, würde das Bolaalda-Projekt eine wichtige Ergänzung der isländischen Geothermiekraftwerksflotte darstellen und gleichzeitig die langfristige wirtschaftliche Entwicklung Südislands fördern.

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