WGC 2026-Roundtable fokussiert auf direkte Geothermie-Nutzung, Island veröffentlicht Anwendungshandbuch
2026-06-26 14:32
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Während des World Geothermal Congress 2026 in Calgary, Kanada, erregte ein Roundtable zum Thema „Direkte Nutzung von Geothermie“ große Aufmerksamkeit. Die Veranstaltung brachte führende Persönlichkeiten, politische Entscheidungsträger, Ingenieure und Interessengruppen aus dem globalen Geothermie-Sektor zusammen, um zu erörtern, wie geothermische Energie breiter für Fernwärme und -kühlung, industrielle Prozesse, Lebensmittelproduktion, Tourismus und Gemeindeentwicklung genutzt werden kann. Als offizieller Partnerstaat des Kongresses teilte Island seine erfolgreichen Erfahrungen mit der direkten Geothermie-Nutzung und deren globale Anwendungsimpulse.

Koblen Ragnar Ragnarsdóttir, Projektbeauftragte der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), betonte auf der Veranstaltung: „Die direkte Nutzung von Geothermie sollte nicht als zweitrangige Option betrachtet werden.“ Sie wies darauf hin, dass etwa die Hälfte des globalen Energieverbrauchs auf Heizung und Kühlung entfällt, dieser Bereich jedoch in energiepolitischen und investitionsbezogenen Diskussionen oft vernachlässigt wird. Die direkte Geothermie-Nutzung sei technisch ausgereift, zuverlässig und biete lokale Vorteile – ein praktikabler Weg, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, Emissionen zu senken und die Energieversorgungssicherheit zu erhöhen. Die zentrale Herausforderung liege derzeit nicht in der technischen Machbarkeit, sondern in der Schaffung politischer, finanzieller, planerischer und institutioneller Rahmenbedingungen, die eine skalierte Umsetzung unterstützen.

Die Erfahrungen Islands dienen der Welt als starkes Beispiel. Durch jahrzehntelange langfristige Planung, öffentliche politische Unterstützung und Investitionen in die Infrastruktur hat das Land die Geothermie tief in das gesellschaftliche Leben integriert. Von Wohnhäusern, Schulen und öffentlichen Gebäuden über Gewächshausanbau und Lachszucht bis hin zu Thermalquellen-Tourismus – Geothermie sichert nicht nur die Energieversorgung, sondern verbessert auch deutlich die öffentliche Gesundheit und Lebensqualität. Aron Óttarsson, Vertreter des isländischen Unternehmens ELFA, stellte ein Fallbeispiel zur Nutzung von Geothermie für die Lachszucht vor und zeigte, wie stabile Wärme die regionale Wirtschaftsentwicklung und Ernährungssicherheit unterstützen kann. Auf der Veranstaltung wurde offiziell das Handbuch „Direkte Nutzung von Geothermie“ veröffentlicht, das die Erfahrungen Islands teilt, um eine breitere Anwendung der direkten Geothermie-Technologie zu fördern.

China ist seit langem weltweit führend bei der geothermischen Fernwärme und hat großflächige geothermische Heizsysteme aufgebaut, die zahlreiche städtische Gebiete versorgen. Der Erfolg zeigt, dass die direkte Geothermie-Nutzung im großen Maßstab realisiert werden kann, wenn politische Rahmenbedingungen, Stadtentwicklung und Umweltziele aufeinander abgestimmt sind. Neuseeland wiederum demonstriert ein Modell, bei dem die Geothermie-Erschließung mit indigenen Gemeinschaften, kulturellen Werten und wirtschaftlichen Ergebnissen kombiniert wird. In den USA werden vielerorts geothermische Netze wiederbelebt oder neu aufgebaut, und politische Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene treiben technologische Demonstrationen und Investitionswachstum voran.

Die teilnehmenden Experten waren sich einig, dass die direkte Geothermie-Nutzung kein „Nischenansatz“ ist, der nur auf vulkanisch aktive Länder beschränkt ist. Durch eine flexible Kombination von Hochtemperatur-Ressourcen, Mittel- und Niedertemperatursystemen, Wärmepumpen und Hybridsystemen kann Geothermie an verschiedene geografische und anwendungsspezifische Gegebenheiten angepasst werden. Ob in dicht besiedelten Städten, ländlichen Gebieten oder Industriezonen – Systeme können stets auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Gemeinschaft zugeschnitten werden. Die Konferenz sendete ein klares Signal: Die direkte Nutzung von Geothermie sollte in den Mittelpunkt der Energiewendestrategie gerückt werden und eine wichtige Säule für den Aufbau eines widerstandsfähigen, nachhaltigen und menschenzentrierten Energiesystems bilden.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.

E-Mail: news@wedoany.com