de.wedoany.com-Bericht: Das französische Nationale Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), die Universität Lothringen und das Unternehmen Framatome haben kürzlich das gemeinsame Labor SISLAB eingeweiht, das sich auf die Untersuchung der Gesetzmäßigkeiten chemischer Zusammensetzungsänderungen in Stahlblöcken spezialisiert, die zur Schmiedung von Großkomponenten für Kernkraftwerke verwendet werden.
Während des Erstarrungsprozesses von Metallblöcken bilden sich auf verschiedenen Skalen lokale Ungleichmäßigkeiten, sogenannte Seigerungen. Obwohl die Herstellungsverfahren von Schmiedestücken (Reaktordruckbehälter, Dampferzeuger) diese Änderungen mildern können, können sie dennoch die Struktur und Eigenschaften des Materials beeinflussen. Daher wird das Team des auf Materialwissenschaften spezialisierten Jean-Lamour-Instituts von CNRS und der Universität Lothringen mit Experten von Framatome zusammenarbeiten, um durch die Kombination von chemischer Analyse und numerischer Simulation die Bildungsmechanismen der Körner, die den erstarrten Stahl bilden, die Flüssigkeitsströmung während der Erstarrung und die Auswirkungen der Legierungszusammensetzung auf diese Phänomene tiefgehend zu verstehen.
Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, diese lokalen Ungleichmäßigkeiten zu verstehen und zu kontrollieren, um gleichmäßigere Stahlblöcke herzustellen, die Vorhersagbarkeit industrieller numerischer Modelle zu verbessern und die Beherrschung der mechanischen Eigenschaften von Schmiedestücken aus niedriglegiertem Stahl zu stärken, um letztendlich die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Kernkraftwerkskomponenten zu gewährleisten.
Mehdi Gmar, stellvertretender Direktor für Innovation des CNRS, erklärte, dass die Zusammenarbeit seit 2012 kontinuierlich zur Bewältigung großer industrieller Herausforderungen bestehe. Das gemeinsame Labor SISLAB werde es den Forschungsteams und den Experten von Framatome ermöglichen, gemeinsam die chemische Seigerung in Stahlblöcken zu bekämpfen, ein entscheidendes Thema für die Zuverlässigkeit von Nuklearkomponenten.
Gilles Perrin, wissenschaftlicher Direktor von Framatome, wies darauf hin, dass das SISLAB-Labor im Kontext des weltweiten Wachstums der Kernenergie den Kunden ein klares Signal sende: Durch die kontinuierliche Steigerung des Fachniveaus in Zusammenarbeit mit Spitzenexperten würden sichere, zuverlässige und leistungsstarke innovative industrielle Lösungen bereitgestellt.
Alain Hehn, Vizepräsident des Wissenschaftsrats der Universität Lothringen, bewertete, dass die Unterzeichnung dieses gemeinsamen Labors die tatsächlichen sozioökonomischen Auswirkungen der akademischen Forschung durch Innovation zeige. Miha Založnik, Direktor von SISLAB und CNRS-Forscher am Jean-Lamour-Institut, ergänzte, dass Fortschritte in der experimentellen Charakterisierung und numerischen Modellierung es heute ermöglichten, die Struktur industrieller Materialien tiefer zu verstehen, was die zentrale Triebkraft des gemeinsamen Labors sei.
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