de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Bundesstaat Pernambuco hat in den letzten drei Jahren über 200 ländliche Gebiete an das 4G-Netz angeschlossen. Dieses Projekt hat bereits Hunderten von Anwohnern fernab der großen Stadtzentren geholfen. Der vom brasilianischen Kommunikationsministerium (Ministério das Comunicações, MCom) vorangetriebene Ausbauplan deckt derzeit landesweit insgesamt 2.902 Gebiete ab. An diesen Orten, die zuvor über keine mobile Breitbandverbindung verfügten, können nun Telefon- und verschiedene digitale Dienste genutzt werden.

In der regionalen Verteilung ist der Ausbau des ländlichen 4G-Netzes im Nordosten am weitesten fortgeschritten: Seit 2023 wurden dort 956 Gebiete angeschlossen. Der Südosten folgt mit 749 Gebieten, der Süden mit 571 auf Platz drei, der Norden mit 426 auf Platz vier, und der Mittelwesten profitiert mit 200 ländlichen Gebieten.
Kommunikationsminister Frederico de Siqueira Filho wies darauf hin, dass die 4G-Abdeckung im ländlichen Raum ein entscheidender Bestandteil für die digitale Inklusion Brasiliens sei. Er erklärte, die Anbindung ländlicher Gebiete diene dazu, alle Brasilianer in die digitale Welt einzubeziehen. Ziel sei es, den Menschen den Zugang zu grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen, Telemedizin und Fernunterricht zu erleichtern und gleichzeitig Kleinproduzenten mehr Autonomie zu geben – sie könnten direkt über ihr Mobiltelefon auf Bank- und Regierungsplattformen zugreifen, ohne ihr Land verlassen zu müssen.
Die technische Umsetzung für die 4G-Signalabdeckung in einem ländlichen Gebiet ist recht komplex. Der Prozess umfasst Standortwahl, Infrastrukturbau sowie verschiedene administrative Verfahren, bis hin zur Installation des Kommunikationsturms – nahezu alle Schritte müssen von Grund auf neu durchgeführt werden. Die konkreten Phasen beinhalten die Genehmigung zur Nutzung von Funkfrequenzen, die Standortlizenz (mit genauen geografischen Koordinaten) sowie die Beantragung der kommunalen Umweltgenehmigung. Erst wenn all diese Schritte abgeschlossen sind, kann eine fast 32 Meter hohe Struktur errichtet werden, um die Signalreichweite zu vergrößern.
Der 4G-Ausbau ist Teil des öffentlichen Telekommunikationspolitik-Pakets Brasiliens und umfasst auch die Verpflichtungen, die die Betreiber im Rahmen der 5G-Auktion übernommen haben. Die von der Gruppe zur Umsetzung der Neuverteilung und Digitalisierung von TV- und RTV-Kanälen (Grupo de Implantação do Processo de Redistribuição e Digitalização de Canais de TV e RTV, Gired) koordinierten Maßnahmen zielen darauf ab, die Effizienz der Frequenznutzung zu steigern und die mobile Breitbandabdeckung in ländlichen und abgelegenen Gebieten weiter zu beschleunigen. Mit der Inbetriebnahme neuer Basisstationen können die Bewohner von Verwaltungsbezirken, Siedlungen und traditionellen Gemeinschaften nun direkt über ihr Mobiltelefon auf Hochgeschwindigkeitsinternet zugreifen, was die Ausstellung von Dokumenten, den Zugang zu Fernunterricht, Bankdienstleistungen und die Entwicklung der lokalen landwirtschaftlichen Wirtschaft erleichtert.
Der Ausbau erfolgt im Rahmen eines Reverse-Auktionsmodells. Die Betreiber können einen oder mehrere Standorte aus einer Liste auswählen und für jeden Standort ein einziges Gebot abgeben, das den im Ausschreibungsdokument festgelegten Höchstpreis nicht überschreiten darf. Das Unternehmen mit dem geringsten Subventionsbedarf erhält den Zuschlag für den Standort. Das Kommunikationsministerium ist eines der Mitglieder der Digitalfernseh-Implementierungsgruppe (Gired), zu der auch Vertreter der nationalen Telekommunikationsbehörde (Anatel), von Rundfunkanstalten und Telekommunikationsbetreibern gehören. Diese Gruppe ist für die Ausarbeitung und Umsetzung der Seja Digital/EAD-Richtlinien verantwortlich.
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