de.wedoany.com-Bericht: Italien und Frankreich haben eine neue gemeinsame Erklärung im Weltraumbereich abgegeben, die darauf abzielt, ihre gemeinsame Position in europäischen Weltraumangelegenheiten zu stärken. Der italienische Minister für Unternehmen und „Made in Italy", Adolfo Urso, und der französische Minister für Hochschulbildung und Forschung, Philippe Baptiste, unterzeichneten das Dokument während eines Besuchs im Werk von Thales Alenia Space in Cannes und aktualisierten damit die Vereinbarung, die beide Seiten im März im italienischen Ministerium für Unternehmen und „Made in Italy" (Mimit) unterzeichnet hatten.

Die Erklärung konzentriert sich auf drei Kernbereiche. Der erste ist Iris2, das europäische Programm für sichere Satellitenverbindungen. Der zweite Bereich betrifft Trägerraketen, wobei Vega-C und Ariane 6 als zentral für die Fähigkeit Europas zum unabhängigen Zugang zum Weltraum angesehen werden. Der dritte Bereich ist das Projekt Bromo, ein von Thales, Airbus und Leonardo vorangetriebenes Industriekonsortium.
Iris2 ist die dritte große Weltraum-Infrastruktur der EU nach Galileo und Copernicus. Die Europäische Kommission hat mit dem SpaceRise-Konsortium einen Konzessionsvertrag für eine Multi-Orbit-Konstellation unterzeichnet. Das System wird Satelliten in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen kombinieren und voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahrzehnts in Betrieb gehen. Es soll die sichere Kommunikation für Regierungen, Institutionen, Unternehmen und Bürger gewährleisten und die Abhängigkeit von nichteuropäischen Infrastrukturen verringern.
Im Bereich der Trägerraketen lobten beide Seiten den jüngsten Flug der Ariane 6, bei dem 36 Satelliten in die Umlaufbahn gebracht wurden. Italien bestätigte durch den Beitrag des Unternehmens Avio seine Rolle als Schlüsselkomponente der europäischen Weltraumkette. Beide Seiten sind der Ansicht, dass die Flugfrequenz erhöht und das Marktvertrauen gestärkt werden muss, um zu beweisen, dass Europa eine stabile und nicht nur gelegentliche Startkapazität bieten kann.
Das Projekt Bromo, für das Airbus, Leonardo und Thales im Oktober 2025 eine Absichtserklärung unterzeichneten, plant die Zusammenlegung eines Teils ihrer Weltraumaktivitäten in einem neuen europäischen Unternehmen. Die neue Einheit wird die Fähigkeiten von Unternehmen wie Airbus Defence and Space, Thales Alenia Space und Telespazio bündeln. Ziel ist die Schaffung eines europäischen Champions mit kritischer Masse, ohne das Trägerraketengeschäft. Die Kapitalstruktur sieht 35 % für Airbus und jeweils 32,5 % für Leonardo und Thales vor. Der Betriebsstart wird voraussichtlich 2027 erfolgen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung.
Italien verfügt über eine breite Industriekette mit über 300 Unternehmen und 16 Luft- und Raumfahrtclustern und ist in Bereichen wie Satelliten, Trägerraketen, Erdbeobachtung und Mondinfrastruktur stark. Das Land beteiligt sich durch ein breiteres Netzwerk der Weltraumzusammenarbeit am globalen Wettbewerb. Im April 2026 fand in Washington der zweite US-italienische Weltraumdialog statt, bei dem Urso anschließend mit der NASA eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit auf der Mondoberfläche unterzeichnete. Italien entwickelt die Mondwohnkapsel Mph als Teil der Artemis-Roadmap, und die Teilnahme von Luca Parmitano an der Artemis-III-Mission verstärkt die symbolische Bedeutung der Zusammenarbeit.
Die Weltraumkooperation mit Japan wurde auf der Weltausstellung in Osaka und in damit verbundenen Industriedialogen verstärkt, wobei beide Seiten Partnerschaften in den Bereichen Forschung, Industrie, Sicherheit und kommerzielle Anwendungen anstreben. Im Jahr 2025 unterzeichnete die italienische Weltraumagentur (ASI) zwei Abkommen mit Partnern aus den VAE, die den Rashid Rover 3 und die Emirates Mission to Asteroids betreffen. In Malindi, Kenia, betreibt Italien das Centro spaziale Luigi Broglio, und die Zusammenarbeit mit dem Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (Unoossa) im Bereich des afrikanischen Weltraumrechts zeigt eine weitere Facette der Weltraumdiplomatie.
Die Erklärung von Urso und Baptiste zielt darauf ab, die bilaterale Zusammenarbeit als Hebel zur Beeinflussung der Angelegenheiten der Europäischen Gemeinschaft zu nutzen, kann aber allein die Probleme Europas im Weltraum nicht vollständig lösen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die zwischenstaatliche Koordinierung in konkrete Entscheidungen, Investitionen und festgelegte Zeitpläne umzusetzen, insbesondere bei der schnellen Genehmigung von Bromo, der Stabilisierung von Iris2 und der Erhöhung der Startfrequenz europäischer Trägerraketen.
Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.
E-Mail: news@wedoany.com









