de.wedoany.com-Bericht: Der europäische Windenergieverband WindEurope hat ein neues politisches Papier zur physischen Sicherheit von Offshore-Windenergie-Infrastrukturen veröffentlicht und betont, dass der Schutz von Offshore-Windparks als untrennbarer Bestandteil der Energiesicherheit betrachtet werden muss. Derzeit sind die Energieinfrastrukturen in europäischen Gewässern zunehmend Risiken durch Sabotage, Störungen und hybride Aktivitäten ausgesetzt.

Offshore-Windenergieanlagen, darunter Exportkabel, Umspannwerke und Windkraftanlagen, sind über weite Meeresgebiete verteilt und von Natur aus schwer zu schützen. Im Falle einer Unterbrechung wären die Auswirkungen auf das Stromnetz, Industriekunden und Haushalte spürbar. Auf dem Nordsee-Gipfel in Hamburg haben die Regierungen bereits einen Konsens erzielt: Der Schutz von Offshore-Windparks ist eine gemeinsame Verantwortung Europas und erfordert eine koordinierte Governance, ein Lagebewusstsein und einen klaren Finanzierungsrahmen.
Tina van der Straeten, CEO von WindEurope, erklärte, dass die europäische Windindustrie mit diesem politischen Papier betont, dass die physische Sicherheit von Windkraftanlagen risikobasiert, mit proportionaler Kostenverteilung und klarer Aufgabenteilung zwischen Regierung und Industrie erfolgen muss. Sie wies darauf hin, dass Windkraftanlagen kritische Energieinfrastrukturen sind.
Das Papier schlägt einen zivilen, proportionalen und risikobasierten Ansatz für die physische Sicherheit vor. Die physische Sicherheit von Windenergieinfrastrukturen sollte bereits in die frühe Projektplanung integriert und durch stabile regulatorische und genehmigungsrechtliche Rahmenbedingungen umgesetzt werden, nicht über Auktionen. Sicherheit ist eine notwendige Bedingung, kein Wettbewerbsraum. Offshore-Windparks als zivile Anlagen sollten nicht militarisiert werden. Offshore-Windparkbetreiber sind keine Sicherheitsakteure. Der Staat bleibt für Verteidigung, Reaktion und Strafverfolgung verantwortlich. Offshore-Windentwickler sind für den Schutz auf Anlagenebene zuständig; wenn Sicherheitsmaßnahmen auch die nationale Sicherheit unterstützen, können sie öffentliche Kofinanzierung erhalten. Die Rolle der Entwickler besteht darin, ungewöhnliche Aktivitäten zu erkennen, zu dokumentieren und zu melden. Unkoordinierte regulatorische Änderungen hätten kritische Auswirkungen auf die Finanzierbarkeit von Offshore-Windprojekten.
Der Schlüssel zum Schutz europäischer Windkraftanlagen liegt in der Abschreckung durch Detektion, der Umsetzung risikobasierter Maßnahmen und einer klaren Koordination mit öffentlichen Behörden. Risikobasiert bedeutet, dass die Maßnahmen auf transparenten, standortspezifischen Gefahren- und Risikobewertungen beruhen und früh im Projektlebenszyklus definiert werden, um die Resilienz zu stärken, ohne Wettbewerbsfähigkeit, Finanzierbarkeit oder Ausbaugeschwindigkeit zu beeinträchtigen.
Windenergie ist strategische und kritische Infrastruktur. Ihr physischer Schutz ist eine Voraussetzung für Energiesicherheit. In einer zunehmend unsicheren Welt kann Europa nur durch frühzeitige Planung, klare Governance und enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und öffentlichen Behörden das Licht am Laufen halten.
Lesen Sie das politische Papier
Offshore-Windenergie liefert zuverlässig große Mengen heimischen Stroms und reduziert Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen. Offshore-Windkraftanlagen machen derzeit 4 % der europäischen Stromerzeugung aus, ein Anteil, der schnell steigen wird. Allein die Nordsee-Staaten haben sich verpflichtet, bis 2050 über 300 GW Offshore-Windkapazität zu verfügen, gegenüber derzeit 39 GW. In der Ostsee bereitet sich Polen aktiv darauf vor, ein neuer Offshore-Windführer zu werden, erste in Betrieb genommene Windkraftanlagen sind bereits im Wasser. Schwimmende Windkraft wiederum könnte es Spanien, dem Gastgeberland der diesjährigen WindEurope-Jahrestagung, sowie anderen südeuropäischen Ländern ermöglichen, ihr Offshore-Windpotenzial zu erschließen.
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