de.wedoany.com-Bericht: Qualcomm Japan veranstaltete am 24. Juni einen 6G-Medien-Roundtable unter dem Motto „Technologische Zukunftsperspektiven für 6G – Die Sicht von Qualcomm“. 6G soll um 2030 kommerziell eingeführt werden. Die Standardisierungsorganisation 3GPP hat bereits offiziell mit der Standardisierungsdiskussion begonnen, während die Internationale Fernmeldeunion (ITU-R) 6G als IMT-2030 definiert und die allgemeine Untersuchung von Kommunikationsanforderungen und Frequenzen vorantreibt. Auf der Veranstaltung stellte Qualcomm ein breites Spektrum an Inhalten vor, von einem Überblick über 6G bis hin zu den neuesten Diskussionen bei 3GPP.
Masakazu Shirota, Leiter der Standardisierungsabteilung von Qualcomm Japan, erläuterte den Überblick über 6G. Er wies darauf hin, dass die 3G-Ära einen Wandel der Landschaft brachte, 4G die Breitbandnutzung ermöglichte und Smartphones hervorbrachte, und 5G in eine Ära unbegrenzter Datenmengen führte. 6G wird als „6G im KI-Zeitalter“ positioniert, fügte jedoch hinzu, dass die Luftschnittstelle von 6G selbst keine KI sei und man nicht einfach sagen könne, „6G ist KI“. Qualcomm hat drei Säulen für 6G vorgeschlagen: Konnektivität (Connectivity), großflächige Sensorik (Wide-area Sensing) und Rechenleistung (Compute). Im Bereich Konnektivität wird 3GPP neue Technologien einführen, um die Leistung zu verbessern, und 6G wird eine gewisse Geschwindigkeitssteigerung ermöglichen. Großflächige Sensorik ist eine neue Technologie, die durch Kommunikations-infrastruktur die Visualisierung von Objekten ermöglicht. Im Bereich Rechenleistung sieht Qualcomm verteiltes Rechnen im gesamten Netzwerk vor, vom Edge-Gerät bis zur Cloud, sodass das Netzwerk KI-bezogene Berechnungen effizient übernehmen kann.

Shirota betonte, dass Frequenzen bei 6G äußerst wichtig sind. Derzeit wird erwartet, dass das Kernfrequenzband für 6G im Bereich 6,5 GHz bis 7 GHz liegt. Europa, Indien, Australien, China und andere Länder haben die Nutzung dieses Bandes bereits beschlossen oder grundsätzlich festgelegt. In den USA wird dieses Band für Wi-Fi genutzt, und es wird geplant, neue Frequenzen für 6G bereitzustellen. Er wies darauf hin, dass die Art der Frequenznutzung entscheidend ist und dass die vorhandenen 5G-Bänder möglicherweise nicht ausreichen, um die Leistung von 6G voll auszuschöpfen. Darüber hinaus lag der Fokus bei 5G und früher stärker auf dem Empfangsdatenverkehr, aber KI-basierte Verkehrsmuster erfordern eine Erhöhung der Sendeleistung, weshalb neue Frequenzbänder benötigt werden. Die Einführung neuer Technologien und Fähigkeiten in neuen Frequenzbändern zur Systembereitstellung kann auch die Investitionen der Betreiber rechtfertigen.

Im Gegensatz zu den Ländern, die schrittweise die Frequenznutzung festlegen, zeigte sich Shirota besorgt, dass Japan diese Angelegenheit noch nicht öffentlich diskutiert hat. Das 6,5-GHz- bis 7-GHz-Band in Japan wird bereits von vielen anderen Systemen genutzt, was Koexistenz und gemeinsame Nutzung zu einer Herausforderung macht. Shirota wies darauf hin, dass die Diskussion über die gemeinsame Frequenznutzung in Japan unter dem Prinzip der Sicherheitspriorität sehr konservativ sei. Er erklärte, dass Qualcomm auf der Frequenzsitzung der Wireless Technology Park im Mai bewusst Schlüsselpersonen aus anderen Ländern eingeladen habe, um gemeinsam mit der Industrie dem zuständigen Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation den aktuellen Stand zu vermitteln, in der Hoffnung, dass Japan dadurch die 6G-Frequenzdiskussion einleiten werde.
3GPP arbeitet weiterhin an den 6G-Spezifikationen, deren erste voraussichtlich Anfang 2029 abgeschlossen sein wird. Qualcomm hat angekündigt, diesen Zeitplan zu unterstützen und in der zweiten Hälfte des Jahres 2029 einen 6G-fähigen Chipsatz auf den Markt zu bringen.

Shirota erwartet, dass sich mit der Verbreitung von KI-Agenten in Smartphones die Verkehrsmuster ändern und die Sendeleistung zunehmen wird. Physische KI wird in Robotern und mobilen Geräten eingesetzt und erfordert enorme Rechenleistung. Qualcomm plädiert dafür, dass nicht nur die Roboter selbst die Berechnungen durchführen, sondern auch die Netzwerkseite über Rechenleistung verfügen und diese angemessen verteilen sollte, um den zunehmenden Sendedatenverkehr zu unterstützen. Shirota erklärte, dass diese Ansicht noch nicht weit verbreitet sei und er hoffe, dass die Branche gemeinsam vorankomme. Er zog einen Vergleich zur Einführung von 5G in Fabriken, die damals nicht verstanden wurde, und glaubt, dass physische KI mit dem gleichen Problem konfrontiert sein könnte. Die Ansicht an sich sei richtig, aber es bedürfe weiterer Diskussionen mit Fachleuten aus dem Bereich der physischen KI.
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