Karlsruher Institut für Technologie startet Wasserstoff-Integrationsplattform: 50 kg Wasserstoffverflüssigung pro Tag
2026-06-29 14:37
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de.wedoany.com-Bericht: Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat auf dem Campus Nord die Wasserstoff-Integrationsplattform (HIP) in Betrieb genommen, die Anlagen und Demonstrationsanlagen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette miteinander verbindet. Ziel ist es zu erforschen, wie Wasserstofftechnologien künftig zuverlässig, flexibel und effizient in ein klimaneutrales Energiesystem integriert werden können. Die am 18. Juni 2026 eingeweihte Plattform befindet sich auf dem Campus Nord, dem Standort des Energielabors, und vereint mehrere Demonstrationsanlagen zur Speicherung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff.

„Mit der Wasserstoff-Integrationsplattform schaffen wir am KIT eine hochinnovative Forschungsumgebung, da sie es uns ermöglicht, die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Wasserstofftechnologien zu untersuchen“, sagte Professor Oliver Kraft, Vizepräsident des KIT für Forschung, Lehre und akademische Angelegenheiten. „So können wir nicht nur im Labor neue Lösungen für ein klimaneutrales Energiesystem entwickeln, sondern diese auch unter realen Bedingungen testen.“

Das Herzstück der HIP ist Deutschlands größtes nichtkommerzielles Wasserstoffverflüssigungssystem, das täglich 50 kg Wasserstoff verflüssigen kann und für Forschungsprojekte des KIT sowie externe Partner zur Verfügung steht. Die Plattform verfügt außerdem über eine Testumgebung für Energiespeichersysteme, eine Echtzeitsimulation zur Integration von Energiespeichern in das zukünftige Stromnetz sowie neue Elektrolyseverfahren. Die Forscher planen, wasserstoffbetriebene Bahnsysteme unter realen Bedingungen zu untersuchen. „Mit der HIP können wir Schlüsselkomponenten der Wasserstoff-Wertschöpfungskette in einer integrierten Infrastruktur testen“, erklärte Professor Giovanni De Carne vom Institut für Technische Physik (ITEP) des KIT, der künftige Leiter der Einrichtung. „Dies eröffnet neue Möglichkeiten, die Technologien gezielt weiterzuentwickeln und an spezifische Anwendungen anzupassen.“

Am Standort der HIP wird derzeit eine Teststrecke für eine hybride Energiepipeline gebaut, die gleichzeitig Flüssigwasserstoff und elektrische Energie transportieren kann. Die Forscher kombinieren die Rohrleitung für extrem kalten Flüssigwasserstoff mit supraleitenden Kabeln, die bei dieser Temperatur elektrische Energie nahezu verlustfrei übertragen. Diese Infrastruktur kann große Energiemengen effizient über weite Strecken transportieren, beispielsweise von Wind- und Solarkraftwerken oder Hafenanlagen zu Industrieanlagen, Flughäfen oder Logistikzentren. „Die hybride Energiepipeline könnte sich zu einer kompakten Energieautobahn für die künftige Wasserstoffwirtschaft entwickeln“, sagte Professorin Tabea Arndt vom ITEP. „Die Kombination von Wasserstoffpipelines mit supraleitenden Kabeln ermöglicht eine flexible Anbindung von Energieversorgung, Industrie und Verkehr.“ Auch supraleitende Motoren für große Fahrzeuge könnten von der Kombination mit Flüssigwasserstoff profitieren, was die Projektbeteiligten experimentell untersuchen wollen.

Mit der HIP hat das KIT eine Plattform geschaffen, auf der komplexe Wasserstoffsysteme unter realen Bedingungen erforscht und weiterentwickelt werden können. Sie ermöglicht es, neue Technologien frühzeitig zu testen, Betriebsstrategien zu entwickeln und deren Wechselwirkungen mit dem Stromnetz und industriellen Anwendungen zu analysieren. Künftig soll die Forschungsinfrastruktur die Zusammenarbeit mit Industriepartnern weiter stärken und dazu beitragen, neue Wasserstofftechnologien schneller auf den Markt zu bringen.

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