AWWA-Bericht aus den USA: Haushaltswasserrechnung steigt bis 2050 auf 969 US-Dollar
2026-06-29 15:58
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de.wedoany.com-Bericht: Einem aktuellen Bericht der American Water Works Association (AWWA) zufolge wird die typische Haushaltswasserrechnung bis 2050 von 429 auf 969 US-Dollar steigen, wenn die Nutzer die gesamten Kosten für die Erneuerung der Trinkwasser-infrastruktur tragen müssen. Dieser Betrag könnte aufgrund der Inflation weiter ansteigen. Die Schätzung basiert auf Gesamtinvestitionen von 2,1 bis 2,4 Billionen US-Dollar (in Preisen von 2025) in die nationale Trinkwasserinfrastruktur. Dies könnte dazu führen, dass etwa 30,4 Millionen Haushalte mehr als 2,5 % ihres Einkommens für Trinkwasser ausgeben, während weitere 53,5 Millionen Haushalte die 1,5-%-Einkommensschwelle überschreiten.

Der Bericht mit dem Titel „Beyond the Replacement Era: Balancing Compound Infrastructure Needs with Household Affordability" stellt fest, dass die jährlichen Investitionsausgaben der Trinkwasserversorger derzeit bei etwa 33,6 Milliarden US-Dollar liegen. Um den gesamten Infrastrukturbedarf zu decken, müsste diese Zahl auf rund 90,2 Milliarden US-Dollar steigen, was einer Steigerung der Kapitalinvestitionen um 168 % entspricht. Die jährliche Finanzierungslücke beträgt etwa 56,6 Milliarden US-Dollar.

Der 2021 unterzeichnete „Infrastructure Investment and Jobs Act" (IIJA) stellte 55 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln für die Wasserinfrastruktur in den USA bereit, unter anderem für Projekte zur Bleirohrsanierung und zur Behandlung von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Das Gesetz läuft am 30. September 2026 aus; danach werden die Mittelzuflüsse für neue Projekte eingestellt.

Neben dem IIJA bestehen das „State Revolving Fund" (SFR)-Programm und der „Water Infrastructure Finance and Innovation Act" (WIFIA) von 2014 fort. Der SFR unterstützt die Trinkwasserprojekte der Bundesstaaten durch zinsgünstige Darlehen; nach Rückzahlung fließen Tilgung und Zinsen in denselben Fonds zurück und werden neu verteilt. WIFIA bietet Finanzierungen für Großprojekte mit einem Mindestprojektvolumen von 20 Millionen US-Dollar (5 Millionen US-Dollar für kleinere Gemeinden).

Trotzdem stammen derzeit nur 3,9 % der öffentlichen Wasserausgaben aus Bundesquellen. Im Vergleich zu Infrastrukturbereichen wie Flughäfen und Straßenverkehr, die stark subventioniert werden, erhält der Wassersektor einen deutlich geringeren Anteil an Bundesunterstützung. Adam Carpenter, Senior Manager für Umweltpolitik bei der AWWA, erklärte, dass die Wasserwirtschaft zwar in der Lage sei, den Finanzierungsdruck durch höhere Einnahmen zu mildern, die Kosten jedoch fast vollständig von den Nutzern getragen werden müssten, wenn keine externe Hilfe für den Infrastrukturausbau bereitgestellt werde.

Das durch das Covid-19-Hilfspaket finanzierte „Low Income Household Water Assistance Program" (LIHWAP) half über 1,5 Millionen Haushalten, eine Abschaltung wegen Zahlungsrückständen zu vermeiden. Das Programm wurde im März 2024 eingestellt. Die Wiedereinführung ähnlicher Programme könnte die Haushalte unterstützen, die am ehesten mit ihren Zahlungen in Verzug geraten. Carpenter betonte, dass eine erfolgreiche Branchentransformation sowohl eine sichere und zuverlässige Wasserversorgung als auch erschwingliche Tarife erfordere, damit alle Zugang zu dieser Ressource hätten.

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