de.wedoany.com-Bericht: Eine Erkundungsbohrkampagne hat das oberflächennahe geothermische Potenzial in mindestens sechs Gemeinden der spanischen Stadt Tarragona bestätigt. Die Ergebnisse dieser Kampagne werden nun genutzt, um für jede Gemeinde maßgeschneiderte Pläne für geothermische Heizung und Kühlung zu entwickeln. Die Beschaffung der anfänglichen Projektinvestitionen stellt jedoch die nächste große Herausforderung dar.
In Zusammenarbeit mit dem Kartografischen und Geologischen Institut von Katalonien (ICGC) überwachte die Stadt Tarragona den Bau von Geothermiebohrungen in sechs verschiedenen Gemeinden mit einem Auftragswert von 120.000 EUR. Die Projektmittel stammen aus dem Fonds für den nuklearen Wandel, der die Energiewende im Zuge der schrittweisen Stilllegung der Kernkraftwerke Ascó und Vandellòs unterstützen soll. Laut den Forschungsergebnissen sind die Aussichten für die geothermische Entwicklung in allen sechs Gemeinden – darunter Ascó, Mont-roig del Camp, Montbrió del Camp, Flix, Ulldecona und El Perelló – vielversprechend.
Die Entwicklungspläne variieren von Gemeinde zu Gemeinde. In Ulldecona ist ein 2 Millionen Euro teurer Plan vorgesehen, der das Bohren von etwa 90 Bohrlöchern vorsieht, um etwa ein Drittel des Gemeindegebiets mit Heizung und Kühlung zu versorgen. In Montbrió del Camp könnte ein geothermisches Netz, das von rund 152 Bohrlöchern gespeist wird, etwa 99 Wohngebäude mit Heizung und Kühlung versorgen; für diesen Plan wird eine Investition von rund 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Der Bürgermeister von Flix, Francesc Barbero, erklärte, dass Flix in einer Region mit starken jährlichen Temperaturschwankungen liege und die Geothermie eine stabilisierende Wirkung habe. Die Gemeindevertreter zeigten sich optimistisch hinsichtlich der Forschungsergebnisse, äußerten jedoch Bedenken, wie die Anfangsinvestitionen aufgebracht werden könnten. Bürgermeister Barbero betonte, dass Subventionen für ein Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung von entscheidender Bedeutung seien. Die Gemeinde Mont-roig del Camp wartet auf die Genehmigung von Subventionen durch das Institut für Energiediversifizierung und -einsparung (IDAE).
In Spanien wird seit Jahren oberflächennahe Geothermie für Heizung und Kühlung entwickelt und erforscht, mit Anwendungen, die von Verkehrsknotenpunkten bis zu Schulen reichen. In jüngster Zeit wächst das Interesse an der Erkundung von Hochtemperatur-Geothermieressourcen in Madrid. Auf Teneriffa haben Geothermiebohrungen begonnen, die auf Hochtemperatur-Geothermieressourcen in Tiefen von 2500 bis 3000 Metern abzielen.
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