de.wedoany.com-Bericht: Nachdem die US-Regierung weltweite Zugriffsbeschränkungen für die beiden KI-Modelle Mythos und Fable von Anthropic verhängt hat, bringen KI-Start-ups aus Japan und China Konkurrenzprodukte auf den Markt.

Das chinesische Cybersicherheitsunternehmen 360 hat das KI-Tool Tulongfeng vorgestellt und behauptet, dass sein Tool mit Mythos konkurrieren könne. Das Modell konzentriert sich auf Cybersicherheit und soll extrem leistungsfähig sein, weshalb es für Nicht-US-Benutzer nicht zugänglich ist.
In derselben Woche veröffentlichte Sakana AI aus Tokio das Modell Fugu, dessen Name vom japanischen Wort für Kugelfisch abgeleitet ist. Das Unternehmen positioniert Fugu als ein KI-Modell der Spitzenklasse, also ein hochleistungsfähiges Modell an der Spitze der KI-Entwicklung, dessen Leistung mit Anthropics Fable 5 und Mythos Preview vergleichbar ist. Fugu ist zudem speziell für KI-Agenten konzipiert und kann über eine API den Zugriff auf andere Modelle verwalten. Ein Sprecher von Sakana AI sagte: „Sakana Fugu ist ein Produkt, das wir seit letztem Jahr entwickeln.“ Er fügte hinzu, dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung mit einem bestimmten Moment zusammenfiel, der Fugu mehr Aufmerksamkeit bescherte als erwartet.
Sakana erklärte, dass die Veröffentlichung von Fugu zeitlich mit dem Exportverbot von Anthropic zusammenfällt, aber nicht dadurch verursacht wurde. Das Unternehmen bewirbt Fugu auf seiner Website als ein Spitzenleistungsmodell ohne Risiko von Exportkontrollen. Sakana wurde 2023 von den ehemaligen Google-Forschern Ren Ito, Llion Jones und David Ha gegründet und entwickelt generative KI-Modelle, die kostengünstiger sind, mit geringeren Datenmengen auskommen und für die japanische Sprache und Kultur optimiert sind. Fugu richtet sich an japanische Unternehmen und Regierungsbehörden, die das Risiko verschärfter Exportkontrollen verringern möchten. Das Unternehmen erwähnte jedoch nicht, dass Asien auf US-KI-Modelle verzichten werde. Ein Sakana-Sprecher sagte: „US-Modelle sind für Asien nach wie vor wichtig.“
David Ha, Mitbegründer und CEO von Sakana, ist der Ansicht, dass Fugu mehr ist als nur ein Mittel, um Marktanteile zu gewinnen, wenn US-Konkurrenten durch Exportregeln eingeschränkt werden. Er schrieb auf X: „Orchestrierungsmodelle sind die nächste Grenze, die über größere Modelle hinausgeht.“ Orchestrierungsmodelle können die Nutzung mehrerer KI-Modelle gleichzeitig verwalten, was er als nächste Entwicklungsstufe betrachtet.
In China hat 360 laut einem Bericht von Reuters zwei KI-Sicherheitstools vorgestellt. Tulongfeng soll automatisch Softwaresicherheitslücken finden, während Yitianzhen für die automatisierte Netzwerkverteidigung und Ereignisreaktion eingesetzt wird. 360-Gründer Zhou Hongyi bezeichnete diese KI zur Schwachstellensuche als nationale strategische Ressource und betonte das Risiko der „einseitigen Transparenz“, bei der eine Seite fortschrittliche Schwachstellenerkennungsfähigkeiten nutzen kann, die andere jedoch nicht.
Anthropic hat ein enormes Wachstum erzielt. Das US-KI-Unternehmen gab an, dass sein Jahresumsatz bis Mai 2026 über 47 Milliarden US-Dollar betrug, es ist jedoch unklar, wie groß der Anteil der Unternehmenskunden in Asien ist. Seit Inkrafttreten der Exportbeschränkungen bieten Unternehmen in Tokio und Peking Alternativen für Märkte, die zuvor auf Anthropic-Modelle angewiesen waren. Lokale Alternativen, die darauf trainiert sind, lokale Sprachen und Nuancen zu verstehen, füllen diese Lücke.









