de.wedoany.com-Bericht: Das Unternehmerpaar Ana Gervás und David Cantolla hat eine ehemalige Druckerei aus dem Jahr 1942 an der Cuesta de San Vicente in Madrid in das Solo Contemporary Zentrum für zeitgenössische Kunst umgewandelt. In dem Gebäude wurden während der Franco-Diktatur amtliche Mitteilungen und Schulbücher gedruckt. Nachdem die Druckmaschinen in den 1980er Jahren abtransportiert wurden, stand es jahrelang leer. Die neue Fläche ist etwa dreimal so groß wie der ursprüngliche Standort des Paares an der Puerta del Alcalá und wurde vom Architekten Juan Herreros und seinem Estudio Herreros entworfen.

Aufgrund des Platzmangels am ursprünglichen Standort suchten die Entwickler nach einer größeren, etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegenen Immobilie und entschieden sich schließlich für dieses von neunstöckigen Wohnhäusern umgebene Industriegebäude. Der Architekt Juan Herreros betrachtete die Bauantragszeichnungen als den Beginn einer langen Planungsreise. Sein Büro entwickelte gemeinsam mit dem Kunden im Dialog das Raumkonzept – da David Cantolla selbst aus der Kreativbranche stammt, kamen ständig neue Ideen auf, sodass sich das Raumkonzept kontinuierlich weiterentwickelte.

Das gesamte Raumgefüge wird von zwei größten Bereichen dominiert: der Agora mit 400 Sitzplätzen und einem flexiblen Ausstellungssaal. Das Untergeschoss wurde als Museum gestaltet und präsentiert eine dunkle Säulenhalle, die von Reihen monumentaler Säulen begrenzt wird. Darüber hinaus gibt es mehrere kleinere Räume mit unterschiedlichen Funktionen, darunter einen Imbisswagen, ein Kino, eine Bibliothek, einen Vinylplatten-Sammelbereich und einen Plauderraum. Der Funktionsbereich umfasst Mitarbeiter- und Besprechungsräume, eine Küche sowie Technikräume, um den täglichen Betrieb des Kulturzentrums zu gewährleisten.

Diese Funktionen sind zu einer labyrinthartigen Struktur verwoben, bei der Verkehrsflächen und Funktionsräume nicht klar voneinander getrennt sind – es gibt keine traditionellen Flure und keine typischen Innenausstattungen. Juan Herreros und sein Partner Jens Richter vergleichen das Innere mit Straßen und Plätzen, deren Seitenfassaden aus eingebauten Elementen bestehen. Die Architekten haben das bestehende Betonskelett, die fleckige weiße Lackierung und die Oberlichter aus Glasbausteinen erhalten und restauriert. Erfahrene Schreiner und Metallarbeiter errichteten vor Ort die einzelnen Kabinen mit Trockenbautechnik und verkleideten sie mit Holz, Holzzementplatten und Metallplatten in verschiedenen Kombinationen.

Auch nach der vorläufigen Fertigstellung von Solo CSV erhält Juan Herreros ständig Anrufe von Kunden, die Änderungswünsche oder Diskussionen über das Raumkonzept betreffen. Er beschreibt dies sowohl als Freude als auch als Kopfschmerz, bestätigt jedoch gleichzeitig, dass die Zusammenarbeit zwischen Estudio Herreros und Solo Contemporary noch lange nicht beendet ist.











