de.wedoany.com-Bericht: Das französische Unternehmen TDF hat kürzlich eine neue Runde von 5G-Rundfunk-Feldversuchen gestartet, die die Regionen um Paris, Reims, Bourges und Le Havre abdecken. Diese Technologie ermöglicht es Smartphones, Live-Fernsehen ohne SIM-Karte, ohne WLAN und ohne Datenverbrauch zu empfangen. Die ersten kompatiblen Consumer-Smartphones werden jedoch voraussichtlich erst 2027 auf den Markt kommen.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Internetfernsehen nutzt der 5G-Rundfunk ein Broadcast- statt eines Unicast-Modells. Wenn man derzeit Live-Inhalte auf YouTube, TF1+ oder France.tv ansieht, muss das Netzwerk für jeden Nutzer einen separaten Videostream senden – hundert Personen, die dasselbe Spiel sehen, erfordern hundert parallele Streams. Der 5G-Rundfunk sendet dagegen ein einziges Broadcast-Signal von einer Antenne aus, das gleichzeitig alle Mobiltelefone in der Region erreicht, ähnlich wie das terrestrische digitale Fernsehen (TNT) Signale über Funkwellen überträgt. Ob hundert oder hunderttausend Personen gleichzeitig zuschauen, der Signalstrom wird durch die steigende Nutzerzahl nicht gesättigt.
Der 5G-Rundfunk nutzt einen Teil des 5G-Technologiestandards (3GPP), arbeitet jedoch im Broadcast-Modus und überträgt keine separaten Internet-Streams an jedes Smartphone. Daher verbraucht diese Technologie keine mobilen Daten, kein WLAN und kein SIM-Karten-Volumen – selbst nach zweistündigem Live-Konsum bleibt das Datenpaket des Nutzers unverändert. Für Mobilfunkbetreiber kann der 5G-Rundfunk bei Großveranstaltungen Spitzen bei der Netzüberlastung reduzieren: Durch die Übertragung von Live-Inhalten als einen einzigen Stream anstelle von Tausenden von Streams wird Netzkapazität für Telefonie, Internetzugang und Nachrichtendienste freigegeben.
Zu den Anwendungsszenarien des 5G-Rundfunks gehören Live-Übertragungen großer Sportereignisse, jederzeitiger Zugriff auf lokale Kanäle, Fernsehen in Verkehrsmitteln sowie Notfallwarnkanäle. In Krisen- oder Katastrophenfällen, in denen herkömmliche Mobilfunknetze oft aufgrund von Datenverkehrsspitzen zusammenbrechen, kann der 5G-Rundfunk über einen unabhängigen Broadcast-Kanal Notfallinformationen bereitstellen.
Das Haupthindernis für den 5G-Rundfunk ist derzeit die fehlende Unterstützung durch Endgeräte. Fast alle in Frankreich verkauften Smartphones können 5G-Rundfunk nicht empfangen; die Hersteller müssen diese Funktion auf Software- und Hardwareebene integrieren. Im Jahr 2025 wurden Aufrufe an Hersteller wie Samsung, Xiaomi, Honor und Motorola gerichtet, in der Hoffnung, bis 2027 kompatible Modelle auf den Markt zu bringen. Nach den größten Tests während der Olympischen Spiele 2024 in Paris überprüft TDF mit diesem Experiment die Dienstbereitschaft. Mehrere große europäische Rundfunkanstalten bereiten eine kommerzielle Einführung um das Jahr 2027 vor, wobei Frankreich, Deutschland und Italien in Europa führend sind. Der 5G-Rundfunk wird das terrestrische digitale Fernsehen oder Streaming-Dienste zu Hause nicht ersetzen, aber er ermöglicht die Wiederbelebung von frei empfangbarem Fernsehen auf mobilen Geräten. Der Wendepunkt liegt darin, ob die Smartphone-Hersteller die entsprechenden Chips in die Endgeräte integrieren.









