de.wedoany.com-Bericht: Die Korea Electric Power Nuclear Fuel Company (KEPCO NF) setzt Brennstoffe für kleine modulare Reaktoren (SMR) als neues Geschäftsfeld und plant, die Brennstofflieferungen ins Ausland auszuweiten, um weiter in den globalen Kernbrennstoffmarkt vorzudringen. Das langfristige Ziel des Unternehmens ist es, den Anteil des Auslandsgeschäfts von derzeit rund 28,5 % auf 40 % zu steigern.
Auf einer Pressekonferenz am 29. Juni erklärte Jeong Chang-jin, Präsident von KEPCO NF, dass das Unternehmen derzeit gemeinsam den SMR-Kern, das System und den Brennstoff entwickle. Bereits Anfang dieses Jahres sei ein entsprechender Lizenzantrag gestellt worden, mit dem Ziel, die Lizenz bis 2028 zu erhalten. Nach Erhalt der Lizenz werde das Unternehmen die modulare Fertigung und die damit verbundenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vorantreiben.
Jeong Chang-jin erläuterte, dass Südkorea gemäß dem elften Grundplan für die Stromversorgung die Entwicklung eines SMR im Inland plane. KEPCO NF werde sich an diesem zivilen Projekt beteiligen und für das Brennstoffdesign und die Brennstoffversorgung verantwortlich sein.
Er erklärte, dass sich SMR-Brennstoffe strukturell von den Brennstoffen bestehender großer Kernkraftwerke unterscheiden und die Entwicklung neuer Technologien erfordern. „SMR-Brennstoffe sind kleiner und haben ein anderes Design“, so Jeong. Während in herkömmlichen Kernkraftwerken üblicherweise Steuerstäbe zur Neutronenkontrolle eingesetzt würden, verwende SMR andere Methoden, weshalb das Unternehmen entsprechende Technologien entwickle.
Im Bereich des Auslandsgeschäfts plant KEPCO NF, Brennstoffe für verschiedene Reaktortypen zu liefern. Jeong Chang-jin erklärte, das Unternehmen entwickle Brennstoffe für eine Vielzahl von Reaktortypen, darunter nicht nur Druckwasserreaktor-SMRs, sondern auch gasgekühlte Reaktoren und Flüssigsalzreaktoren (MSR). Das zukünftige Geschäftsmodell sehe vor, dass die einzelnen Reaktorentwickler für die Reaktorentwicklung zuständig seien, während das Unternehmen die darin verwendeten Brennstoffe produziere und liefere.
Er fügte hinzu, dass das Unternehmen nicht erst nach Fertigstellung der Projekte Brennstoffe liefern wolle, sondern bereits in der SMR-Entwicklungsphase einsteigen möchte, um die Systemauslegung zu unterstützen und Modelle bereitzustellen. Derzeit beteilige sich das Unternehmen bereits in der Phase des grundlegenden Designs an SMR-Projekten ausländischer Unternehmen. Sollten diese Projekte fortgeführt werden, werde man sich durch die Herstellung und Lieferung von Brennstoffen am anschließenden Bau beteiligen.
Mit Blick auf die Ziele im Auslandsgeschäft sagte Jeong Chang-jin, der aktuelle Anteil des Auslandsgeschäfts liege bei etwa 28,5 %, das langfristige Ziel sei eine Steigerung auf 40 %. Falls Projekte wie das in Tschechien starten, könne sich der Anteil des Auslandsgeschäfts des Unternehmens weiter verändern.
Zu den jüngsten Schwankungen des Uranpreises äußerte sich Jeong Chang-jin dahingehend, dass eine erhöhte Nachfrage nach Kernenergie den Preis für Natururan beeinflusse. Während des Ukraine-Krieges sei der Uranpreis zeitweise auf 120 US-Dollar pro Pfund gestiegen, inzwischen sei er auf rund 80 US-Dollar pro Pfund gefallen, jedoch stiegen die Kosten für Konversion und Anreicherung weiter. Er erwähnte auch, dass der Konversionsmarkt in Russland, Frankreich und Großbritannien konzentriert sei, weshalb Unternehmen die Entwicklungen in der Lieferkette im Auge behalten müssten. In Südkorea werde die Beschaffung von Rohstoffen von der Korea Hydro & Nuclear Power Co. verantwortet, KEPCO NF sei ebenfalls in das Lieferkettenmanagement eingebunden.









