de.wedoany.com-Bericht: Iberdrola hat mit dem Bau dezentraler Solaranlagen in ganz Portugal im Rahmen eines kommunalen Energieprogramms begonnen. Das spanische Unternehmen entwickelt zehn Photovoltaikanlagen, die lokale Haushalte und Unternehmen in einem Umkreis von vier Kilometern um jede Anlage mit Strom versorgen sollen. Acht dieser Projekte befinden sich in der Entwicklung, zwei sind bereits in Betrieb. Das kommunale Solarmodell nutzt physische Infrastruktur in Dörfern und Städten anstelle zentralisierter Stromerzeugung. Diese Anlagen werden rund 1,7 Millionen Kilowattstunden erneuerbare Energie teilen und mehr als 250.000 Kilogramm CO₂-Emissionen vermeiden. Das Programm könnte über 2.000 Unternehmen und Anwohner anziehen.

Dieses Infrastrukturmodell platziert Photovoltaik-Arrays in städtischen oder halbstädtischen Gebieten. Unternehmen und Energieproduzenten können ohne Kapitalinvestition Solaranlagen auf ihren Grundstücken installieren. Diese Solarmodule leiten überschüssigen Strom über das bestehende Verteilnetz an Nutzer innerhalb von vier Kilometern weiter. Dieses Design ermöglicht es Teilnehmern, erneuerbare Stromerzeugung zu nutzen, ohne eine eigene Anlage vor Ort installieren zu müssen. Dies kann Situationen beheben, in denen eine eigenständige Solarnutzung aufgrund von Kosten, Planungsbeschränkungen oder Grundstückseigenschaften nicht möglich ist. Die physische Fläche jeder Anlage variiert je nach Standort und erwartetem Bedarf des lokalen Netzes. Produzenten erhalten die Solarhardware ohne Vorabkosten, Nutzer können dem Netz ohne Anschlussgebühren beitreten. Diese Regelung verteilt Strom um, der sonst in der bestehenden Netzinfrastruktur ungenutzt bliebe.
Kommunale Solarprojekte stellen einen Wandel von großflächigen, zentralisierten erneuerbaren Energieanlagen hin zu lokalen Erzeugungsnetzen dar. Die Infrastruktur bringt die Produktion näher an die Verbrauchspunkte, anstatt auf Fernübertragung angewiesen zu sein. Pedro Torres, Direktor für intelligente Lösungen bei Iberdrola Clientes Portugal, beschreibt diesen Ansatz als transformativ. Kommunale Solarenergie verändert die Art und Weise, wie Energie die Menschen erreicht, und macht sie zugänglicher und kollaborativer. Mit dieser Initiative will Iberdrola diesen Wandel beschleunigen, indem es innovative Lösungen fördert, die die Stromerzeugung näher an den Verbrauch bringen, die Nachhaltigkeit stärken und konkrete Vorteile für lokale Gemeinschaften und das gesamte Energiesystem bieten. Zu den Designüberlegungen gehören Entfernungsbeschränkungen, Lastausgleich innerhalb eines Radius von vier Kilometern und die Integration in die bestehende Verteilinfrastruktur. Die Planung dieser Anlagen unterscheidet sich von herkömmlichen Solarkraftwerken im Versorgungsmaßstab, da sie in dicht besiedelten Gebieten eingebettet sind.
Das kommunale Solarprogramm läuft parallel zu einem größeren Portfolio von Infrastrukturprojekten von Iberdrola in Portugal. Das Unternehmen ist seit 2004 in Portugal tätig und baut dort das nach eigenen Angaben größte erneuerbare Energieprojekt des Landes. Das Sistema Eletroprodutor do Tâmega umfasst drei Wasserkraftwerke. Die Kraftwerke Alto Tâmega, Gouvães und Daivões bilden einen integrierten Komplex mit einer installierten Leistung von 1.158 Megawatt, darunter 880 Megawatt Pumpspeicher-Kapazität. Die Investitionen in dieses Wasserkraftprojekt belaufen sich auf über 1,85 Milliarden US-Dollar. Iberdrola hat außerdem sieben Photovoltaikprojekte gebaut, die es in einer portugiesischen Auktion für Solarkapazität im Jahr 2019 zugeschlagen bekommen hatte. Alle sieben Projekte sind inzwischen in Betrieb und haben eine Gesamtleistung von rund 186,3 Megawatt. Im Jahr 2024 erhielt das Unternehmen von Fitch Sustainable die Höchstbewertung, da es im Vorjahr 26,7 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen vermieden hatte.
Ob sich das kommunale Solarmodell über Portugal hinaus ausweiten wird, bleibt ungewiss. Die Infrastruktur ist auf Reproduzierbarkeit ausgelegt, und die Nachfrage nach lokalisierter erneuerbarer Stromerzeugung wächst weiter. Zu den physischen Installationsanforderungen gehören ein geeignetes Hauptgrundstück, Verteilnetzkapazität und Baugenehmigungen für eingebettete Erzeugung in Wohn- oder Gewerbegebieten. Pedro konzentriert sich weiterhin auf die Fertigstellung der zehn Projekte, die derzeit vorangetrieben werden. Das Programm testet, ob dezentrale Energieinfrastruktur messbare Vorteile für die von ihr versorgten Gemeinden bringen kann. Die Bau- und Inbetriebnahmephase wird zeigen, ob das Modell wie geplant über verschiedene Standorttypen und Netzkonfigurationen hinweg funktioniert. Jeder Standort hat unterschiedliche Planungsaspekte, die den Inbetriebnahmezeitplan beeinflussen. Unterschiede bei den Eigenschaften der Hauptgrundstücke, der lokalen Netzkapazität und dem Grad der Gemeindebeteiligung führen zu einem unterschiedlichen Fortschritt bei der Einführung an den zehn Standorten. Dieser schrittweise Ansatz ermöglicht es Iberdrola, die Installationsprozesse kontinuierlich zu verbessern, sobald Betriebsdaten von den beiden bereits in Betrieb befindlichen Standorten vorliegen.









