de.wedoany.com-Bericht: Am 2. Juli gaben die SoftBank Corp. und die SoftBank Group Corp. aus Japan bekannt, dass sie im Juli 2026 in den USA die SB Neo Inc. (vorläufiger Name) gründen werden, um dort neue Cloud-Dienste anzubieten. Die neue Gesellschaft wird zu 51 % von der SoftBank Corp. und zu 49 % von der SoftBank Group gehalten und wird ein konsolidiertes Tochterunternehmen der SoftBank Corp. sein. Es ist geplant, im Geschäftsjahr 2027 einen KI-Cloud-Dienst für große US-Unternehmen zu starten.
Die SB Neo richtet sich vor allem an US-Unternehmen, die umfangreiche Ressourcen für das Training und die Inferenz großer KI-Modelle benötigen. Das Unternehmen wird auf die von der SoftBank Group vorangetriebene 10-GW-Energie- und KI-Infrastruktur zurückgreifen, um Rechenressourcen für das Training großer Modelle, Inferenz, Datenverarbeitung und High-Performance-Computing-Aufgaben bereitzustellen. Nach aktuellen Angaben wird die Dienstkapazität schrittweise ausgebaut, und die Bereitstellung einer 10-GW-KI-Infrastruktur ist für die Zukunft geplant.
Der Schlüssel zum neuen Cloud-Geschäft liegt nicht nur im „GPU-Leasing", sondern in der Kombination von Rechenzentren, Stromversorgung, GPU-Clustern, Orchestrierungssoftware und Unternehmens-Cloud-Diensten. KI-Training und -Inferenz stellen hohe Anforderungen an Rechendichte, Stromstabilität, Netzwerkverbindung, Speicherdurchsatz, Kühlsysteme und Betriebsplattformen. Insbesondere große US-Unternehmen benötigen für das Training von Basismodellen, die Bereitstellung von Branchenmodellen, den Betrieb von KI-Agenten und die Durchführung multimodaler Inferenz kontinuierliche, skalierbare und verwaltbare Rechenressourcen. Wenn SB Neo wie geplant im 10-GW-Maßstab vorgeht, wird sich das Geschäftsfeld einer Kombination aus KI-Rechenzentrums-Betreibern, GPU-Cloud-Anbietern und KI-Infrastrukturplattformen annähern, anstatt dem herkömmlichen VM-Dienst in der Public Cloud.
Die SoftBank Corp. hat bereits in Japan das Neocloud-Geschäft vorangetrieben. Am 25. Mai kündigte SoftBank an, im Oktober 2026 die „AI Data Center GPU Cloud" mit dem Betriebssystem „Infrinia AI Cloud OS" einzuführen, und hat bereits eine Testversion bereitgestellt. Dieser Dienst kombiniert die KI-Recheninfrastruktur japanischer Rechenzentren mit einem KI-Rechenzentrum-Software-Stack, unterstützt Kubernetes as a Service und Inference as a Service und bietet GPU-Cloud-Funktionen für Modelltraining, Inferenz und Datenverarbeitung. Die Infrastruktur umfasst fortschrittliche GPU-Plattformen wie die NVIDIA GB200 NVL72.
Diese Erfahrungen aus dem japanischen Markt werden als technische Referenz für die US-amerikanische SB Neo dienen. Damit ein KI-Cloud-Dienst wirklich große Unternehmen bedienen kann, muss die Plattform Probleme wie Multi-Tenant-Isolation, GPU-Ressourcenverwaltung, containerisierte Bereitstellung, Inference-API-Management, automatische Fehlerbehebung und Kostenkontrolle lösen. Die Infrinia AI Cloud OS ist als Software-Stack für KI-Rechenzentren konzipiert, der GPU-Ressourcen, Kubernetes-Laufzeitumgebungen und die Ausführung von KI-Workloads einheitlich verwaltet und so den Betriebsaufwand für Unternehmen bei der Einrichtung eigener Entwicklungsumgebungen, der Verwaltung von Rechenressourcen und der Bereitstellung von Inferenzdiensten reduziert.
Hinter dem neuen Cloud-Geschäft in den USA stehen auch energiebezogene Zwänge. Der Bau von KI-Rechenzentren ist zunehmend auf die gleichzeitige Planung von Stromversorgung und Standortressourcen angewiesen; der bloße Kauf von GPUs reicht nicht aus, um stabile Dienstleistungen zu gewährleisten. Die SoftBank Group hat bereits in den USA die Entwicklung von 10-GW-Rechenzentren und zugehörigen Stromerzeugungsanlagen vorangetrieben. Die entsprechenden Pläne umfassen eine Rechenzentrumskapazität von 10 GW, eine zusätzliche Stromerzeugungskapazität von 10 GW sowie Maßnahmen zur Verstärkung der Übertragungsnetze.
Marktinformationen deuten zudem darauf hin, dass die Bereitstellung neuer Cloud-Dienste durch SB Neo in den USA das Gewinnpotenzial der SoftBank Corp. erheblich steigern könnte, wobei der jährliche Betriebsgewinn möglicherweise die Spanne von 3 bis 4 Billionen Yen erreicht. Diese Schätzung entspricht derzeit eher externen Erwartungen; der tatsächliche operative Beitrag hängt weiterhin vom Baufortschritt der Rechenzentren, der GPU-Verfügbarkeit, Kundenverträgen, Stromkosten, Cloud-Dienstpreisen und der Geräteauslastung ab. Was bereits klar ist: Die SoftBank Corp. ist für die kontrollierende Betriebsgesellschaft verantwortlich, die SoftBank Group stellt die KI-Infrastrukturressourcen in den USA bereit, und SB Neo übernimmt die Rolle der Plattform für die Umsetzung des neuen Cloud-Geschäfts in den USA.









