Lufthansa plant über ITA Airways eine Route von Rom nach Caracas, Venezuela
2026-07-04 16:10
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de.wedoany.com-Bericht: Die Lufthansa plant, über ihre Tochtergesellschaft ITA Airways, an der sie bald 90 Prozent der Anteile halten wird, ihr Engagement im Südatlantikmarkt zu stärken und hat eine Direktverbindung von Rom nach Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, festgelegt. Diese Route gilt in der Branche als äußerst profitabel, doch für ausländische Fluggesellschaften ist Venezuela nicht immer ein zuverlässiger Partner.

ITA Airways Airbus A350-900

In Venezuela hatte es zuvor ein schweres Erdbeben gegeben, die offizielle Zahl der Todesopfer ist auf 2595 gestiegen. Der Flugbetrieb am Flughafen der Hauptstadt Caracas wurde vor einigen Tagen wieder aufgenommen, und internationale Hilfe trifft ein. Das südamerikanische Land durchlebt eine turbulente Zeit, nur sechs Monate nach dem Sturz des starken Mannes Nicolás Maduro befindet sich die politische Landschaft Venezuelas im Umbau.

Unter der neuen Regierung wächst die Hoffnung auf eine bessere Wiederanbindung an den internationalen Luftverkehr. Die Lufthansa wird wahrscheinlich ITA Airways vorausschicken lassen. Diese Fluggesellschaft, an der die Lufthansa bald 90 Prozent halten wird, soll über den Hub Rom das Südatlantikgeschäft der Lufthansa Group vorantreiben. Caracas ist ein zentrales Element dieser Strategie. ITA-CEO Jörg Eberhart hatte den Caracas-Plan bereits im Frühjahr öffentlich gemacht und Venezuela als „wichtigen Markt“ bezeichnet. Laut der Nachrichtenagentur ANSA erklärte Eberhart, dass die Route Rom-Caracas zu Zeiten von Alitalia „eine der profitabelsten Langstreckenrouten im Netzwerk“ gewesen sei.

ITA Airways hat innerhalb der Lufthansa Group bereits einen Vorteil bei Südamerika-Routen, was auf die zahlreichen italienischen Einwanderer zurückzuführen ist. Ihr aktuelles Streckennetz umfasst Städte wie Rio de Janeiro, São Paulo und Buenos Aires. Nach Angaben von Eingeweihten prüft ITA neben Caracas auch andere südamerikanische Ziele wie Lima und Santiago de Chile.

In der Vergangenheit war Venezuela für die Lufthansa und andere Luftfahrtkonzerne kein zuverlässiger Partner. Aufgrund von Devisenknappheit hatte das Land mehrfach Zahlungen in Höhe von Milliarden Dollar aus Ticketverkäufen nicht geleistet. Die Lufthansa hatte 2016 entschlossen die seit 1971 bestehende feste Route Frankfurt-Caracas eingestellt und dies mit der „schwierigen wirtschaftlichen Situation“ sowie der Unmöglichkeit, „lokale Währungspositionen in Dollar umzutauschen“, begründet. Die in Landeswährung eingenommenen Bolívar waren für die Lufthansa praktisch wertlos. Allein der Lufthansa Group soll Venezuela Dollarbeträge in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar vorenthalten haben.

Nach dem Sturz von Maduro begann die US-Regierung, den Zahlungsverkehr zu überwachen. Medienberichten zufolge hatte Venezuela Ende Mai 2026 internationale Fluggesellschaften angewiesen, Zahlungen für Kerosin, die in Fremdwährung erfolgen, auf ein Treuhandkonto des US-Finanzministeriums einzuzahlen.

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