de.wedoany.com-Bericht: Das Projekt Infinito Delicias im Madrider Stadtteil Delicias verwandelt Gebäudeflächen in Innengärten und Pflanzenkindergärten und setzt auf bioklimatische Gestaltungsstrategien, um Energie zu sparen und zu kühlen.
Im Juli und August verwandelt das Gebäude seinen Veranstaltungssaal in einen Innengarten, der speziell für Aktivitäten wie Entspannung, Lesen, Arbeiten oder Gespräche an heißen Tagen konzipiert ist. Der Raum bietet schattige Bereiche, Gemeinschaftstische, eine Familienspielecke und Ruhezonen, in denen Pflanzen die Hauptrolle spielen, um ein angenehmeres Raumklima zu schaffen. Ein Teil der Pflanzen stammt aus der Gärtnerei des Retiro-Gewächshauses in Madrid, die an der Gestaltung dieses Stadtgartens beteiligt war. Das Projekt, das gemeinsam mit Ultrazul entwickelt wurde, untersucht, wie Gebäude Begegnungen zwischen Bewohnern fördern, zu Orten der Fürsorge werden und Nachhaltigkeit in den Alltag integrieren können.
Eine weitere Initiative des Projekts ist der Pflanzenkindergarten, der sich an Personen richtet, die Madrid verlassen und ihre Topfpflanzen vorübergehend in Pflege geben müssen. Während dieser Zeit werden die Pflanzen in den Innengarten integriert und Teil der Klimaoase. Das Projekt umfasst zudem eine Pflanzenberatungsstelle und eine kleine Fachbibliothek, die als Treffpunkt für Wissensaustausch und Fragen dienen. Darüber hinaus wurde ein kleines Stecklingsvermehrungssystem gestartet, mit dem Ziel, dass am Ende des Sommers mehr Pflanzen vorhanden sind als zu Beginn. Die neuen Setzlinge werden dann an Anwohner und Gemeinschaftsgruppen verteilt, um Balkone, Innenhöfe und Gemeinschaftsflächen zu begrünen.
Die Gebäudehülle spiegelt eine ihrer Klimastrategien wider. An den Ost- und Westfassaden ragen Kastanienholzstrukturen aus der Außenwand hervor und bilden eine Reihe von Balkonen, die Pflanzgefäße und verstellbare Sonnensegel kombinieren. Die äußeren Sonnensegel bilden die erste Barriere gegen die Sonne und verhindern, dass die Strahlung die Räume direkt aufheizt; die Pflanzen bieten eine zweite Schutzschicht, spenden Schatten und schaffen ein angenehmeres Mikroklima. Die Architekten beschreiben dieses System als thermische Pufferzone, die zur Regulierung der Innenraumbedingungen beiträgt.

Das bioklimatische Schema des Projekts zeigt, wie äußere Sonnensegel, Pflanzen, Querlüftung, begrünte Dächer und Solarzellen zusammenwirken. Die Sonnensegel blockieren die Sonne, bevor sie die Fenster erreicht, die Pflanzen spenden Schatten und kühlen die Luft, während Querlüftung und begrünte Dächer das bioklimatische System vervollständigen. Laut Projektberechnungen kann die grüne Fassade eine Energieeinsparung von 20 bis 30 % erzielen, und die Pflanzen tragen dazu bei, den Kühlbedarf um bis zu 14 % zu senken.

Das bioklimatische Profil zeigt, dass die Anordnung der Fensteröffnungen eine kontinuierliche Querlüftung zwischen den beiden Gebäudeseiten fördert, während die Dachbegrünung die darunter liegenden Räume vor Strahlung schützt. Die Pflanzen sind keine dekorative Ergänzung, sondern Teil einer grünen Infrastruktur, die darauf abzielt, die thermische Leistung zu verbessern, den Wärmeinseleffekt zu reduzieren und die städtische Biodiversität zu fördern.










