de.wedoany.com-Bericht: Fiat hat kürzlich die ersten offiziellen Bilder des Konzeptfahrzeugs Multiplina veröffentlicht. Es handelt sich um einen viersitzigen Kleinwagen für die urbane Mikromobilität, der 2028 auf den Markt kommen soll. Ziel ist es, die Lücke zwischen dem aktuellen Kleinstwagen Topolino und den zukünftigen kompakten Elektrofahrzeugen der Marke zu schließen. Der Name des neuen Fahrzeugs leitet sich direkt vom 600 Multipla ab, der von 1956 bis 1967 produziert wurde. Dieses von Designer Dante Giacosa entworfene Modell war nur 3,53 Meter lang, bot aber eine Sechssitzer-Version und gilt als einer der ersten Mehrzweckfahrzeuge (MPV).
Die Multiplina soll das Konzept „kleine Abmessungen, große Vielseitigkeit“ in das Elektrozeitalter überführen. Den ersten Bildern zufolge verfügt das Fahrzeug über eine nahezu senkrechte Frontpartie, ovale Scheinwerfer, ein Rollverdeck (ähnlich dem des Citroën 2CV) und eine einschiffige Karosserie. Die Proportionen sind deutlich vom historischen 600 Multipla inspiriert, während einige Details eine Hommage an den klassischen Fiat 500 darstellen. Im Gegensatz zum Topolino, der als leichtes Vierradfahrzeug (Klasse L6e) zugelassen ist, wird die Multiplina voraussichtlich in die Kategorie der schweren Vierradfahrzeuge (L7e) fallen. Dies bedeutet, dass ihre Höchstgeschwindigkeit die 45 km/h des Topolino deutlich übersteigen wird, wodurch sie auch für Fahrten außerhalb der Stadtzentren geeignet ist.

Allerdings wird die Einstufung in die Klasse L7e dazu führen, dass das neue Fahrzeug nicht in den Bereich der „führerscheinfreien Fahrzeuge“ (VSP) einiger europäischer Länder fällt, die auch ohne Fahrerlaubnis gefahren werden dürfen. Solche Fahrzeuge sind zudem von der Ausstattungspflicht mit Airbags und ABS befreit. Den bisherigen Informationen zufolge wird die Multiplina auf einer Weiterentwicklung der bestehenden Plattform von Topolino und seinen Schwestermodellen Citroën Ami und Opel Rocks-e basieren, die im Werk in Kenitra, Marokko, produziert wird. Es wird erwartet, dass die Struktur verlängert wird, um vier Passagiere aufnehmen zu können, und dass sie mit einer größeren Batteriekapazität und einem leistungsstärkeren Antriebsstrang ausgestattet wird. Der aktuelle Topolino ist ein Zweisitzer mit einer Batteriekapazität von 5,5 kWh und einer Motorleistung von 8 PS.
Bemerkenswert ist, dass der ursprüngliche 600 Multipla einen Heckmotor hatte, während der Topolino über einen Frontmotor und Vorderradantrieb verfügt. Es bleibt abzuwarten, auf welcher Konfiguration das neue Modell basieren wird. Fiat hat noch keine Angaben zu Reichweite, Leistung, Ladezeit oder Preis gemacht, aber das Ziel sei es, ein praktischeres und vielseitigeres Fahrzeug als die bestehenden Vierradfahrzeuge zu schaffen.
Der Plan für einen viersitzigen Kleinstwagen wurde erstmals im Mai dieses Jahres im Rahmen der globalen Strategievorstellung von Stellantis bekannt, als ein neues Modell mit dem Arbeitstitel „Quattrolino“ in der zukünftigen Produktliste von Fiat auftauchte. Fiats CEO Olivier François erklärte, dass die Multiplina das fehlende Glied in der urbanen Fahrzeugstrategie der Marke darstelle. Ziel sei es, den Hersteller zum wichtigsten Referenzpunkt von Stellantis im Bereich der Mikromobilität zu machen und wirtschaftliche, elektrifizierte Lösungen für den täglichen Gebrauch in europäischen Städten zu erforschen.
Diese Strategie nimmt bereits Gestalt an: Fiat hat im letzten Jahr das kleine elektrische Dreirad Tris auf den Markt gebracht, das ebenfalls in Marokko produziert wird und hauptsächlich für die städtische Zustellung gedacht ist. Zudem wurde die „Dolcevita“-Version des Tuk-Tuks eingeführt. Darüber hinaus hat der Topolino Serien im Retro-Stil (Vilebrequin) und im Sport-Stil (Sport) erhalten. Fiat hat außerdem eine Partnerschaft mit dem Vatikan geschlossen und im Rahmen des Elektrifizierungsplans für die Fahrzeugflotte des Heiligen Stuhls 30 Fahrzeuge bereitgestellt.










