de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Potencial-Gruppe (Grupo Potencial) hat den Zeitplan für ihr 6-Milliarden-Real-Investitionsprogramm überarbeitet. Das ursprünglich für 2030 angestrebte Produktionsausbauziel könnte sich auf 2032 verschieben. Der Vizepräsident des Unternehmens, Carlos Eduardo Hammerschmidt, räumte diese Anpassung in einem Interview ein. Hauptgründe sind die Verzögerung bei der Einführung der brasilianischen Pflichtbeimischung von Biodiesel (B16) sowie die Instabilität auf den internationalen Rohstoffmärkten.

Hammerschmidt wies darauf hin, dass das im August 2024 verabschiedete „Gesetz für den Kraftstoff der Zukunft" (Lei do Combustível do Futuro) zwar einen klaren Fahrplan für die Biodiesel-Beimischungsquote vorsieht (B16 im Jahr 2026, B17 im Jahr 2027, B18 im Jahr 2028 bis hin zu B20), die Regierung jedoch mehrfach die entsprechenden Sitzungen des Nationalen Rates für Energiepolitik (CNPE) verschoben habe. Dadurch sei das gesetzlich für März 2026 vorgesehene Ziel der Einführung von B16 bis heute nicht umgesetzt. Derzeit liegt die obligatorische Beimischungsquote in Brasilien weiterhin bei B15, was sich direkt auf die Umsatzerwartungen des Konzerns im Biodieselgeschäft auswirkt. Er erklärte, dass die jährliche Biodiesel-Produktionskapazität Brasiliens bei 16 Milliarden Litern liege, die tatsächliche Produktion jedoch nur 10 Milliarden Liter betrage, was zu erheblichen Überkapazitäten in der Branche geführt habe.
Aufgrund der politischen Verzögerungen hat die Potencial-Gruppe ihre Umsatzprognose für 2026 von 14 Milliarden Real nach unten korrigiert. Der Vizepräsident der Potencial-Gruppe geht davon aus, dass das Ergebnis zumindest „auf dem Niveau" der 12 Milliarden Real aus dem Jahr 2025 liegen werde. Die Investitionspläne für dieses Jahr bleiben jedoch unverändert bei 2 Milliarden Real. Das dritte Biodieselwerk der Gruppe ist bereits im Bau und soll voraussichtlich im Februar oder März 2027 fertiggestellt werden. Dann wird sich die jährliche Biokraftstoff-Produktionskapazität des Unternehmens auf 1,7 Milliarden Liter erhöhen. Darüber hinaus ist im März eine Sojaölmühle mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 1,15 Millionen Tonnen in Betrieb gegangen, und eine Raffinerie für Glycerin wurde ebenfalls fertiggestellt. Der Expansionsplan sieht vor, dass die Mahlkapazität in den kommenden Jahren auf 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr steigen wird.
Während die Fortschritte bei der Biokraftstoffpolitik hinter den Erwartungen zurückbleiben, treibt die Gruppe andere Projekte weiter voran. Das Biomethan-Projekt soll voraussichtlich im Februar 2027 die Produktion aufnehmen. Die Investitionen belaufen sich auf 120 Millionen Real und zielen darauf ab, Industrieabfälle in Gas umzuwandeln, um den eigenen Kesselbedarf zu decken. Am 30. Juni gab die Gruppe an ihrem Hauptsitz in Lapa den Kauf von 31 weiteren Volvo B100-Flex-Lkw bekannt. Das Unternehmen wies jedoch darauf hin, dass die Beschränkungen für den Verkauf von reinem Biodiesel an Tankstellen weiterhin ein Hemmnis für Lkw-Händler und Biokraftstoffproduzenten darstellen. Die Pläne für das Mais-Ethanol-Werk bleiben unverändert. Die vorläufige Genehmigung liegt vor, der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen. Die Anlage ist für eine tägliche Verarbeitung von 3.000 Tonnen Mais und eine jährliche Produktion von 450 Millionen Litern Ethanol ausgelegt. Nach Abschluss aller Erweiterungsprojekte wird der Jahresumsatz des Unternehmens voraussichtlich bei fast 20 Milliarden Real liegen.










