de.wedoany.com-Bericht: Die Dürr AG entwickelt für das Volkswagen-Werk Autoeuropa in Palmela, Portugal, eine neue Lackieranlage, die auf CO₂-Reduzierung ausgelegte Lackier- und Trocknungstechnologien einsetzt. Parallel dazu wird ein Softwarepaket implementiert, das drei Lackierlinien in eine einheitliche Steuerungsplattform integriert. Im Jahr 2024 produzierte das VW-Werk Autoeuropa insgesamt 236.100 Fahrzeuge, bei einer durchschnittlichen Tagesproduktion von 955 Einheiten. Das Werk bereitet sich auf die Einführung neuer Modelle vor und wird mit einer neuen Lackieranlage sowie fortschrittlicher Prozessoptimierungssoftware ausgestattet.
Derzeit kommen in der Klarlackapplikation die Hochgeschwindigkeits-Rotationszerstäuber EcoBell4 Pro Hu mit 2x2K-Technologie zum Einsatz. Die 2x2K-Variante ermöglicht es einem Applikator, gleichzeitig Hochglanz- und Mattklarlacke aufzutragen und dabei den Spülmittelverbrauch beim Materialwechsel zu minimieren. Der Zerstäuber arbeitet nach dem von Dürr entwickelten Prinzip der „High Transfer Efficiency (HTE)“ und erreicht eine Auftragseffizienz von 90 %. Die für HTE optimierten Betriebsparameter in Kombination mit speziellen Glockentellern und Fächerluftringsystemen ermöglichen niedrigere Drehzahlen, geringere Sprühabstände und eine Reduzierung des Fächerluftverbrauchs um 30 %. Dies senkt den Klarlackverbrauch pro Karosserie, und die verringerte Overspray-Menge reduziert den Luftaufbereitungsbedarf, was zu höheren Energieeinsparungen führt.
Die Trocknung der Karosserien erfolgt mit dem elektrisch beheizten EcoSmartCure-System. Dieser Durchlaufofen arbeitet nach dem „Stop-and-Go“-Betriebskonzept und bietet eine gezielte Wärmezufuhr, die besonders für Elektrofahrzeuge geeignet ist. Durch die bedarfsgerechte Temperaturregelung werden Energieverbrauch und Trocknungszeit reduziert sowie CO₂-Emissionen gesenkt. Parallel zur Anlagenplanung implementiert Dürr die zukunftsorientierte, moderne Softwarearchitektur DXQcontrol, die die neue Lackieranlage sowie die Hauptlackieranlage und die separate Zweifarben-Dachlackieranlage in eine einheitliche SCADA-Umgebung einbindet. Die Integration umfasst die Migration von Drittanbieter-Software und die Aufrüstung bestehender Systeme auf die neueste Generation von DXQcontrol, was eine Herausforderung darstellt. Paulo Sentieiro, Vice President Sales & Marketing bei Dürr Brasilien, betont, dass die Zusammenführung von drei technologisch unterschiedlichen, eigenständigen Lackierereien über eine Multi-Werk-Softwarelösung eine äußerst komplexe Aufgabe sei, aber genau diese Integration schaffe den größten Mehrwert für den Kunden: ein System, eine Benutzeroberfläche, vollständige Transparenz aller Prozesse – das senke Kosten und steigere gleichzeitig Produktionsflexibilität und Effizienz erheblich.
Das schlüsselfertige Lackierprojekt umfasst zudem eine Offline-Messeinheit, eine Farbmischkabine, Arbeitsplattformen und ein internes Transportsystem. Als Generalunternehmer koordiniert Dürr alle kommerziellen und planerischen Aktivitäten. Sentieiro erklärt, dass der Start des Lackieranlagenprojekts zeitgleich mit der Markteinführung neuer Modelle erfolge, was eine präzise Planung und starke Koordination aller Bauphasen erfordere. Dank der Erfahrung von Dürr in zahlreichen schlüsselfertigen Projekten werde man für VW Autoeuropa eine Lackieranlage liefern, die sowohl technisch als auch ökologisch hohen Standards entspreche. Das Projekt wird in drei Phasen durchgeführt und soll voraussichtlich Mitte 2027 abgeschlossen sein.










