de.wedoany.com-Bericht: Natürlicher Wasserstoff etabliert sich zunehmend im globalen Energiesektor. Als kostengünstige, kohlenstoffarme Energiequelle gewinnen Explorationsaktivitäten in Nordamerika, Australien und Europa an Dynamik.
Christophe Hecker, CEO von NaturalHy, erklärte in einem Interview, dass die Branche stark im Aufwind sei. Junior-Bergbauunternehmen hätten bereits über 1 Milliarde US-Dollar (1,4 Milliarden Australische Dollar) eingesammelt, wobei die frühe Explorationsphase den größten Wertzuwachs für Investoren biete. Hecker, der in Frankreich ansässig ist, fungiert als Finanzberater im Bereich natürlicher Wasserstoff (auch als geologischer Wasserstoff oder weißer Wasserstoff bekannt) und beschafft Kapital für Junior-Explorationsunternehmen, die nach unterirdischen Vorkommen suchen, um diesen natürlichen Wasserstoff zu fördern. Er ist zudem Sprecher von Earth2, einem europäischen Clusterprojekt, das sich der Förderung von natürlichem Wasserstoff als kohlenstoffarme Energiequelle widmet.
Hecker wies darauf hin, dass Wasserstoff als eine der Lösungen für die Energiewende anerkannt sei und das Potenzial habe, Erdgas und Kohle in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren wie Stahl, Zement, Glas und Schifffahrt zu ersetzen. Das größte Problem des derzeitigen Wasserstoffs seien jedoch die hohen Produktionskosten. Grüner Wasserstoff, der durch Elektrolyse von Wasser gewonnen wird, koste in Europa bis zu 7–10 Euro pro Kilogramm (11,51–16,45 US-Dollar) – weit entfernt von dem Niveau, das für eine Wettbewerbsfähigkeit mit fossilen Brennstoffen erforderlich sei. Die Produktionskosten für natürlichen Wasserstoff werden auf 1 Euro pro Kilogramm oder weniger geschätzt, weshalb er eine Schlüsselrolle spielen könne.
Natürlicher Wasserstoff ist chemisch identisch mit anderen Wasserstoffformen, muss jedoch nicht künstlich hergestellt, sondern lediglich aus dem Untergrund gefördert werden. Bisher ging man von begrenzten Vorkommen aus, doch neuere Studien deuten darauf hin, dass diese Ressourcen weitaus reichhaltiger sein könnten als angenommen. Im Gegensatz zu Erdöl und Erdgas, die auf bestimmte Regionen beschränkt sind, sind die Muttergesteine von natürlichem Wasserstoff – eisenreiche Formationen – weltweit verbreitet, benötigen jedoch geeignete geologische Fallen, um ein Entweichen des Wasserstoffs zu verhindern. Aktuelle Studien zeigen ein enormes Potenzial in Nordamerika, Australien und Teilen Europas, wobei die aktivsten Explorations- und Entdeckungsarbeiten derzeit in Nordamerika und Australien stattfinden.
Die primären Anwendungsbereiche für natürlichen Wasserstoff sind schwer zu dekarbonisierende Industrien wie Zement und Glas, gefolgt von Schwerlastverkehr wie der Schifffahrt. Laut Hecker wurden weltweit etwa 70–80 Explorationsprojekte identifiziert, die meisten davon in Nordamerika und Australien, aber auch in Europa. In Australien, Kanada und den USA gehen Junior-Explorationsunternehmen früh an die Börse, und die Risikobereitschaft der Investoren ist höher. In den letzten drei Jahren wurden rund 1 Milliarde US-Dollar im Bereich natürlicher Wasserstoff eingesammelt, mit beschleunigtem Wachstum in den letzten zwölf Monaten. Allein in den letzten vier Monaten wurden über 100 Millionen US-Dollar aufgebracht. Davon entfiel die Hälfte auf Koloma, ein Unternehmen, das von Bill Gates über seine Investmentfirma Breakthrough Energy finanziert wird.
Hecker ist der Ansicht, dass die Explorationsphase die Phase der Wertschöpfung sei. Nachdem ein Unternehmen Lizenzen oder Vermögenswerte erworben habe, steigere die Exploration schrittweise den Wert, indem sie das Risiko der Vermögenswerte reduziere. Investoren sollten sich auf die frühe Explorationsphase konzentrieren, in der der Kapitaleinsatz am geringsten und der Wertzuwachs am größten sei. Er empfiehlt, bereits bei der Lizenzvergabe einzusteigen und mindestens bis zur Bohr- und Testphase zu halten. Er betonte, dass natürlicher Wasserstoff eine Schlüsselrolle in der Energiewende spielen könne, indem er eine saubere, kostengünstige und zuverlässige Energiequelle biete, die Kohle und Erdgas ersetze. Darüber hinaus könne natürlicher Wasserstoff auch im geopolitischen Kontext eine Rolle spielen, indem er es mehr Regionen weltweit ermögliche, ihre eigene Energie zu produzieren und die Abhängigkeit von traditionellen Öl- und Gasförderregionen wie dem Nahen Osten zu verringern.










