de.wedoany.com-Bericht: Ein Konsortium bestehend aus EDF Power Solutions, ONEIC-Takhzeen und Green Universe Enterprise plant den Bau eines 2-Gigawatt (GW) Pumpspeicherprojekts im Oman. Das Vorhaben nutzt die vorhandene Talsperre Wadi Dayqah und das angrenzende Hochplateau Jabal Abyadh mit einer Gesamtfallhöhe von rund 940 Metern. Nach Fertigstellung könnte es die größte Stromspeicheranlage im Nahen Osten und eine der strategisch bedeutendsten Investitionen in erneuerbare Energieinfrastruktur der Region sein.

Das Projekt sieht den Bau eines neuen Oberbeckens auf dem Gipfel des Jabal Abyadh vor, das Teil eines geschlossenen Pumpspeichersystems ist. Dieses Becken hat ein nutzbares Volumen von rund 8 Millionen Kubikmetern (8 hm³) und liegt auf etwa 1.130 Metern Höhe. In Wechselwirkung mit dem darunter liegenden Wadi-Dayqah-Stausee ergibt sich eine Gesamtfallhöhe von rund 940 Metern, was dieses Vorhaben zu einem der Pumpspeicherprojekte mit der höchsten Fallhöhe weltweit macht. Die Fallhöhe bestimmt die pro Wassereinheit speicher- und rückgewinnbare Energiemenge; Systeme mit hoher Fallhöhe ermöglichen eine großvolumige Stromspeicherung mit relativ geringen Wassermengen. Daher ist das Projekt mit einer installierten Leistung von 2 GW und einer Speicherkapazität von rund 17,9 Gigawattstunden (GWh) ausgelegt, was eine Volllaststromerzeugung von bis zu 9 Stunden ermöglicht.
Der Betrieb basiert auf der Verlagerung überschüssiger erneuerbarer Energie vom Tag in die Nacht. In Zeiten eines Überangebots an Solarstrom (typischerweise mittags) wird die Energie genutzt, um Wasser aus dem Wadi-Dayqah-Stausee durch einen unterirdischen Tunnel in das Oberbecken auf dem Jabal Abyadh zu pumpen. Wenn abends die Nachfrage steigt oder die Erzeugung erneuerbarer Energien nachlässt, wird das gespeicherte Wasser über reversible Pumpturbinen wieder ins Tal abgelassen, um schnell Strom zu erzeugen.
Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist die Nutzung bestehender nationaler Infrastruktur. Das Unterbecken wird durch die Wadi-Dayqah-Talsperre gebildet, die ein Gesamtstauvolumen von rund 100 Millionen Kubikmetern hat und ursprünglich für den Hochwasserschutz und die Grundwasseranreicherung errichtet wurde. Die Nutzung des vorhandenen Stausees reduziert den Tiefbauaufwand, die Umweltbeeinträchtigungen und die Investitionskosten. Das Kraftwerk wird in einer großen, im Berginneren ausgehobenen Kaverne untergebracht, die mehrere reversible Pumpturbinen, Transformatoren und zugehörige elektromechanische Systeme beherbergt. Dies verringert den oberirdischen Flächenverbrauch und verbessert die Integration in die Umwelt sowie den Betriebsschutz.
Dr. Yves-Laurent Beck, Senior Business Developer für Wasserkraftprojekte bei EDF Power Solutions Middle East, wies darauf hin, dass das Projekt drehzahlvariable Pumpturbinen einsetzt. Diese Technologie bietet im Vergleich zu herkömmlichen Maschinen mit fester Drehzahl einen größeren Arbeitsbereich und verbessert die Reaktionsfähigkeit auf Netzschwankungen. Dies ist besonders vorteilhaft für Systeme mit einem hohen Solaranteil, da es eine reibungslosere Integration intermittierender Erzeugung und eine höhere Netzstabilität ermöglicht. Er analysierte weiter, dass rund 70 % der Gesamtausgaben des Projekts im Oman verbleiben würden, darunter Talsperrenbau, Tunnelvortrieb und Untertagearbeiten, was erhebliche inländische Beschäftigungsmöglichkeiten und die Beteiligung lokaler Auftragnehmer schaffe. Die Betriebsdauer des Projekts könnte 100 Jahre betragen, der langfristige Wartungsbedarf sei relativ gering und die Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus lägen unter denen von Gasspitzenlastkraftwerken. Nach Fertigstellung wird die Anlage voraussichtlich die größte Pumpspeicheranlage im Nahen Osten sein und eine Schlüsselrolle bei der Umstellung des Omans auf ein flexibleres, kohlenstoffärmeres Stromsystem spielen.










