de.wedoany.com-Bericht: Der US-amerikanische Glasfasernetzbetreiber Lightpath hat kürzlich angekündigt, für zwei im Bau befindliche Hyperscale-Rechenzentrum-Campusse in Saline, Michigan, und Port Washington, Wisconsin, neue Glasfasernetze zu errichten. Beide Campusse verfügen über eine geplante Kapazität von über einem Gigawatt. Lightpath wird den Campus eine Drei-Routen-Glasfaser-Infrastruktur und eine Kommunikationskapazität im Multiterabit-Bereich bereitstellen. Die Glasfaserlieferung für das Projekt in Saline ist für Ende 2026 geplant, während das Projekt in Port Washington im zweiten Quartal 2027 ausgeliefert werden soll.
Das direkte Bauvorhaben betrifft nicht die Rechenzentrumsräume selbst, sondern die Glasfaser-Kommunikationsinfrastruktur, die den Rechenzentrumscampus mit dem Metropolitan Area Network (MAN), dem Fernnetz und externen Cloud-Netzwerken verbindet. Mit der zunehmenden Größe der Rechenzentrumscampusse steigt das Datenvolumen zwischen Serverclustern sowie zwischen dem Campus und externen Netzwerken kontinuierlich an. Ein einzelner Pfad oder eine einzelne Betreiberleitung kann die Anforderungen an große Übertragungskapazitäten und Failover nicht erfüllen. Lightpath schlägt daher den Bau eines „Drei-Routen"-Glasfasernetzes vor, was bedeutet, dass der Campus mehrere voneinander getrennte Kommunikationspfade erhält. Bei Bauunterbrechungen, Geräteausfällen oder Wartungsarbeiten auf einer Leitung können Daten über andere Routen weitergeleitet werden.
Gemäß dem veröffentlichten Plan erhalten beide Rechenzentrumscampusse eine Netzwerkkapazität im Multiterabit-Bereich. Terabit-Verbindungen werden typischerweise für die Hochgeschwindigkeits-Datensynchronisation zwischen großen Rechenzentren, den Zugriff auf Cloud-Dienste, Speicher-Backups und die Planung von Rechenaufgaben genutzt. Lightpath hat noch keine spezifischen Angaben zur Anzahl der Glasfaseradern, Leitungslängen, Anzahl der Zugangsknoten oder Gerätelieferanten für jeden Campus gemacht, jedoch klargestellt, dass das Projekt neue Glasfasern, bestehende Netzressourcen und Partnerleitungen kombinieren wird, um eine End-to-End-Verbindung zu schaffen, anstatt nur eine Zugangs-Glasfaserleitung am Rande des Campus zu verlegen.
Das Glasfasernetz für den Rechenzentrumscampus in Saline, Michigan, soll zuerst ausgeliefert werden. Der Campus befindet sich im Bau, und Lightpath muss gleichzeitig das Routing-Design, die Koordination von Straßen und Leitungen, die Kabelverlegung, den Knotenzugang und die Netzwerktests durchführen, damit das Kommunikationssystem mit dem Hauptbau des Rechenzentrums synchronisiert ist. Planmäßig soll der Campus in Saline bis Ende 2026 über die entsprechende Glasfaserinfrastruktur verfügen, was darauf hindeutet, dass sich das Projekt bereits in der Bauphase befindet, in der externe Netzverbindungen hergestellt werden müssen.
Die Auslieferung des Glasfasernetzes für den Campus in Port Washington, Wisconsin, erfolgt etwas später, geplant für das zweite Quartal 2027. Lightpath hat die Bauherren und Endnutzer der beiden Rechenzentren nicht bekannt gegeben, sondern nur mitgeteilt, dass beide Projekte in Zusammenarbeit mit einem zentralen Hyperscale-Kunden durchgeführt werden. Daher beschränken sich die derzeit bestätigten Informationen hauptsächlich auf den Umfang des Glasfasernetzbaus, die Routing-Struktur, die Kommunikationskapazität und die Auslieferungstermine. Die internen Netzwerkgeräte, die Serverbereitstellung und die spezifischen Betriebsvereinbarungen der Campusse wurden noch nicht veröffentlicht.
Lightpath baut und betreibt derzeit in 11 großen Ballungsräumen der USA ein Vollglasfasernetz und bedient Cloud-Computing, Rechenzentren und unternehmenskritische Geschäftsverbindungen. Der Einstieg in Saline, Michigan, und Port Washington, Wisconsin, bedeutet, dass sich die Glasfaserinfrastruktur weiter in neu gebaute große Rechenzentrumsregionen ausdehnt. Das Unternehmen hat zuvor auch in Phoenix, Arizona, im Osten von Pennsylvania und in Columbus, Ohio, entsprechende Netze ausgebaut und eine Fern-Glasfaserverbindung zwischen Columbus und Chicago errichtet.
Aus technischer Sicht könnten die nachfolgenden Bauarbeiten an den beiden Campus Kommunikationskanäle, Fern-Glasfaserkabel, städtische Glasfasern, Glasfaserverteilsysteme, optische Übertragungsgeräte, Netzwerküberwachungseinrichtungen und Eingangsräume für Rechenzentren umfassen. Da Lightpath eine End-to-End-Verbindungslösung vorschlägt, müssen die tatsächlichen Bauarbeiten nicht nur den Campus-Zugang sicherstellen, sondern auch die Anbindung der neuen Leitungen an das bestehende MAN und die Fern-Backbone-Kanäle gewährleisten. Die spezifische Gerätebeschaffung, Leitungsvergabe und Bauunternehmen wurden noch nicht bekannt gegeben; Informationen zu nachfolgenden Unteraufträgen und Lieferanten müssen noch von den betreffenden Unternehmen veröffentlicht werden.
Dieses Projekt zeigt, dass der Bau großer Rechenzentren neue Anforderungen an Glasfasernetze mit sich bringt. Sobald die Rechenzentrumskapazität das Gigawatt-Niveau erreicht, kann die Kommunikationsinfrastruktur nicht erst nach Fertigstellung der Serverräume ergänzt werden, sondern muss bereits in der Bauphase des Campus die Übertragungskapazität, Leitungsrichtung und Backup-Routen festlegen. Die Tatsache, dass Lightpath die Glasfaserauslieferung für die beiden Campus auf Ende 2026 bzw. das zweite Quartal 2027 terminiert hat, zeigt auch, dass das externe Glasfasernetz zu einem eigenständigen Bauabschnitt im Rechenzentrumsbau geworden ist.






