de.wedoany.com-Bericht: In der Wohnanlage Xijian Tianmao Guobin Mansion in Yuncheng, Provinz Shanxi, China, wurde das Dach mit einem Sprühnebel-Kühlsystem ausgestattet. Durch Hunderte von Hochdrucksprühdüsen werden winzige Wassertröpfchen freigesetzt, die die Umgebungstemperatur während Hitzewellen um 5 bis 8 Grad Celsius senken können.
Diese Lösung erregte Aufmerksamkeit, nachdem der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, in den sozialen Medien Fotos des in Nebel gehüllten Gebäudes veröffentlichte. Die Hochdrucksprühdüsen zersetzen Wasser in extrem kleine Tröpfchen, die nach dem Kontakt mit der Luft schnell verdunsten und dabei Wärme aus der Umgebung aufnehmen.
Laut Angaben des Projektleiters kann das System die Umgebungstemperatur um 5 bis 8 Grad Celsius senken, in Bodennähe sogar um bis zu 12 Grad Celsius. Jeder Einsatz dauert etwa zehn Minuten und zielt darauf ab, den Komfort in den Gärten, Innenhöfen und anderen öffentlichen Bereichen der Wohnanlage zu erhöhen.
Die Technologie basiert auf dem Prinzip der Verdunstungskühlung: Wenn Wasser vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, absorbiert es Umgebungswärme. Dieses Prinzip wird bereits in landwirtschaftlichen Gewächshäusern, auf Terrassen, in Parks und in Klimaanlagen angewendet. Die Effektivität der Verdunstungskühlung wird von den atmosphärischen Bedingungen beeinflusst; in heißen, trockenen Umgebungen ist die Kühlwirkung besser, während in feuchten Gebieten die Verdunstungseffizienz sinkt und der Sprühnebel ein schwüles Gefühl verstärken kann.
Der Betrieb des Systems ist mit Umweltkosten verbunden. Laut dem portugiesischen Medium „Tempo.pt" kann jeder Einsatz Dutzende Tonnen Wasser verbrauchen, während gleichzeitig Strom für das Hochdrucksystem, Wartung, Wasseraufbereitung und der Austausch von Düsen erforderlich sind. Diese Einschränkungen sind vor dem Hintergrund zunehmender Dürren und steigenden Wasserdrucks besonders relevant. Das Projekt zielt darauf ab, den städtischen Wärmeinseleffekt zu bekämpfen, bei dem Beton, Asphalt und Gebäudefassaden tagsüber Sonnenenergie absorbieren und nachts langsam abgeben, was dazu führt, dass die Temperaturen in Städten um mehrere Grad Celsius höher sein können als in nahegelegenen ländlichen Gebieten. Grüne Dächer, begrünte Fassaden, helle Straßenbeläge, reflektierende Materialien und verstärkte Begrünung werden bereits zur Milderung dieses Phänomens eingesetzt; das Sprühnebelsystem kann als ergänzende Maßnahme dienen.
„Tempo.pt" weist darauf hin, dass diese Technologie in Portugal im Landesinneren und im Süden ein größeres Potenzial hat, wo die Sommer tendenziell heißer und trockener sind, aber die Wasserknappheit das Haupthindernis für ihre Anwendung darstellen wird. Solche Systeme werden hauptsächlich zur Kühlung von Außenbereichen eingesetzt und ersetzen keine Klimaanlagen in Gebäuden. Das Projekt in Yuncheng zeigt das Potenzial technischer Maßnahmen zur Bewältigung von Hitzewellen in Städten, wirft aber auch die Frage des Gleichgewichts zwischen Kühlung der Umwelt und Schutz der Wasserressourcen auf.










