de.wedoany.com-Bericht: Die britische Infrastruktur-Beratungsfirma Future Works hat den Vorschlag einer „Trans-Pennine-Verbindungslinie" vorgelegt, die den Bau eines 22 km langen Straßentunnels unter dem Peak District sowie die Wiederherstellung der Woodhead-Eisenbahnlinie vorsieht, um Manchester und Sheffield zu verbinden. Ziel des Projekts ist es, den Schwerlastverkehr aus dem Nationalpark zu entfernen und die Reisezeit zwischen den beiden Städten zu verkürzen.
Laut Angaben des Teams könnte der zweispurige Straßentunnel die typische Fahrzeit zwischen den beiden Städten um bis zu 30 Minuten verkürzen und täglich rund 20.000 Fahrzeuge (darunter zahlreiche Lastwagen) von den Straßen des Nationalparks fernhalten. Future Works beruft sich auf eine Regierungsstudie, wonach ein vollständig betriebener Tunnel jährlich wirtschaftliche Vorteile von über einer Milliarde Pfund generieren könnte, davon allein 500 Millionen Pfund durch regionale Produktivitätssteigerungen. Die Befürworter des Projekts betonen, dass diese wirtschaftlichen Vorteile mit Umweltverbesserungen einhergehen würden, die durch die Beseitigung des Durchgangsverkehrs und die Sanierung der bestehenden Straßeninfrastruktur erzielt werden.
Historisch gesehen waren die Kosten stets das Haupthindernis für Tunnelprojekte im Peak District. Der letzte Vorschlag wurde aufgrund geschätzter Kosten von 10,6 Milliarden Pfund abgelehnt. Future Works ist der Ansicht, dass diese Schätzung auf einem Konzept mit großen Tunnelbohrmaschinen basierte, und schlägt alternative Methoden zur Kostensenkung vor. Das Team empfiehlt die in Norwegen und anderen skandinavischen Ländern übliche Sprengvortriebstechnik, die auf kleinere Bauteams und traditionelle Bergbautechniken setzt, anstatt auf große Tunnelbohrmaschinen.
Future Works verweist auf internationale Beispiele wie den 24,5 km langen Lærdal-Tunnel in Norwegen, um zu zeigen, dass lange Tunnel mit geringeren Anfangskosten gebaut werden können. Das Team weist darauf hin, dass die aktuellen skandinavischen Kosten die Baukosten für den Peak-District-Tunnel auf unter 2 Milliarden Pfund senken könnten. Das Unternehmen erklärt, dass britische und norwegische Technikexperten darin übereinstimmen, dass die geologischen Bedingungen der Pennines für die Sprengvortriebstechnik geeignet sein könnten, und dass in Norwegen derzeit ähnliche Projekte realisiert werden. Die eingesparten Mittel könnten gleichzeitig für die Wiederherstellung der Woodhead-Eisenbahnlinie und den Bau des Straßentunnels verwendet werden.
Das Team gibt an, dass die Finanzierung des Tunnels durch lokales Eigentum und Mautsysteme erfolgen könnte, was in Skandinavien ebenfalls üblich ist, oder durch privates Kapital wie etwa nordische Pensionsfonds. Das Team betont zugleich, dass öffentlich-private Partnerschaften weiterhin eine Option bleiben. John Corcoran, Bauleiter bei Morgan Sindall und ehemaliger Vorsitzender der British Tunnelling Society (BTS), erklärte, er habe kürzlich ein norwegisches Sprengvortriebsprojekt besucht und sei äußerst beeindruckt von der Effizienz der Bauarbeiten gewesen – das Projekt sei äußerst schlank und effizient.









