de.wedoany.com-Bericht: DB InfraGO hat die Erneuerung der rechten Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden gestartet. Die Deutsche Bahn (DB) bündelt die über mehrere Jahre verteilten Planungsarbeiten in einer fünftmonatigen Sperrung, um wiederholte Streckenbelegungen zu vermeiden.
Das Projekt umfasst einen der wichtigsten Eisenbahnkorridore im deutschen Rheintal, der von Regional-, Fern- und Güterzügen genutzt wird. Erneuert werden über 80 Kilometer Gleise und 159 Weichen. DB InfraGO baut zudem 13 neue Überleitstellen (mit 26 Weichen) entlang der Strecke, um nach der Wiederinbetriebnahme flexiblere Zugläufe zu ermöglichen.
Im Bereich der Signaltechnik werden an sechs Standorten – Rüdesheim, Niederlahnstein, Koblenz-Ehrenbreitstein, Engers, Neuwied und Bonn-Beuel – veraltete Anlagen durch elektronische Stellwerke ersetzt. Die elf bestehenden elektronischen Stellwerke entlang der Strecke werden ebenfalls angepasst. Der Korridor wird mit ETCS ausgerüstet; die DB plant den Einbau von rund 5000 Balisen. Parallel dazu werden Arbeiten an Signalen und Bahnübergängen durchgeführt.

Die Oberleitungsarbeiten erstrecken sich über 99 Kilometer Strecke, einschließlich der Installation neuer Anlagen in den Bereichen der neuen Überleitstellen. Die DB rüstet zudem 37 Weichenheizungen aus oder erneuert sie. Die Bahnhofsarbeiten umfassen 36 Bahnhöfe entlang der Strecke, die je nach Bedarf mit Fahrgastinformationssystemen, Bahnsteigdächern, Wartehäuschen, Leitsystemen, Beleuchtung, Unterführungen, Rampen und Aufzügen ausgestattet werden.
DB InfraGO erneuert außerdem 13 Bahnübergänge mit neuen Licht- und Schrankenanlagen. Betroffen sind Standorte in Wiesbaden-Biebrich, Rüdesheim, Lorchhausen, St. Goarshausen, Lahnstein, Koblenz-Horchheim, Neuwied-Engers und Assmannshausen.
Die Tiefbauarbeiten umfassen die Erneuerung oder Sanierung von Brücken, Durchlässen, Stützmauern und Steinschlagschutzanlagen. Konkret sind dies acht Brückenerneuerungen, fünf Brückensanierungen, zwei Durchlasssanierungen, acht neue Stützmauern, siebzehn Stützmauersanierungen und sieben Steinschlagschutzmaßnahmen.
Lärmschutzmaßnahmen sind Bestandteil des Projekts. Die DB plant, auf der rechten Seite zwischen Eltville und Koblenz im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms für das Mittelrheintal 13 Kilometer Lärmschutzwände zu errichten und nördlich von Koblenz weitere 4,7 Kilometer hinzuzufügen. Zusammen mit bereits bestätigten Arbeiten ist geplant, bis Ende 2026 zwischen Unkel und Eltville 19 Kilometer neue Lärmschutzwände zu bauen.
Die Baulogistik ist in fünf Abschnitte unterteilt. Die DB beabsichtigt, 212.000 Tonnen Schotter und rund 60.000 Schwellen möglichst per Bahn zu transportieren, ist jedoch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Mittelrheintal auf ergänzende Lkw-Transporte angewiesen.

Während der Sperrung werden Güterzüge über mehrere Strecken umgeleitet, darunter die linke Rheinstrecke zwischen Köln und Mainz, die Moselstrecke über Koblenz und Wittlich, die Folgestrecke über Saarbrücken und Kaiserslautern nach Mannheim sowie die östliche Umleitungsstrecke über Gießen, Hanau, Frankfurt, Aschaffenburg und Darmstadt. Der Regionalverkehr wird angepasst oder eingestellt: Die RE8 und RB27 enden in Troisdorf und werden anschließend nach Köln Messe/Deutz umgeleitet; die RB10 verkehrt nur zwischen Frankfurt und Wiesbaden; die RE9 wird zwischen Frankfurt und Eltville eingestellt. Die DB wird Ersatzbusse einsetzen, darunter Schnellbuslinien zwischen Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie zwischen Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf.










