de.wedoany.com-Bericht: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben am 15. Juli die erste Urbanliner-Straßenbahn offiziell in den Fahrgastbetrieb genommen und damit eine neue Generation von Hochkapazitäts-Straßenbahnen eingeweiht, um das wachsende Verkehrsnetz der Stadt zu unterstützen.

Die 50 Meter lange Straßenbahn nahm nach Abschluss der Tests und der endgültigen Infrastrukturarbeiten den regulären Betrieb auf, zunächst auf der stark frequentierten Linie M4. Es wird erwartet, dass sie die Fahrgastkapazität erhöht und die Zugänglichkeit sowie den Komfort verbessert. Vor der Inbetriebnahme wurden rund um den Alexanderplatz kleinere Infrastrukturarbeiten durchgeführt, darunter die Installation zusätzlicher Tunnelstützen als Teil des Genehmigungsverfahrens. Nach Abschluss der Modernisierung erhielt die Straßenbahn die Zulassung zur Fahrgastbeförderung.
BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk erklärte, dass die Straßenbahnflotte mit diesen neuen Fahrzeugen, nach der U-Bahn, auch in den kommenden Jahrzehnten gut ausgerüstet sein werde. Er fügte hinzu, dass der Urbanliner ein deutliches Signal dafür sei, dass Berlin kontinuierlich in moderne Fahrzeuge und leistungsstarke Infrastruktur investiere.
Der Urbanliner bietet Platz für über 300 Fahrgäste und ersetzt die älteren GT6-Straßenbahnen, die auf der Linie M4 in Doppeltraktion verkehrten. Die restlichen Fahrzeuge sollen im Laufe des restlichen Jahres 2026 ausgeliefert werden, bis zum Jahresende werden voraussichtlich etwa 15 in Betrieb sein. Bis 2028 soll sich die Flottengröße verdoppeln, alle 65 derzeit bestellten Straßenbahnen sollen voraussichtlich bis 2030 ausgeliefert werden.
Die neuen Straßenbahnen wurden von Alstom entworfen und gebaut und führen mehrere fahrgastorientierte Verbesserungen ein, darunter adaptive Innenbeleuchtung, verbesserte Fahrqualität durch ein neu gestaltetes Fahrgestell sowie LED-Türleuchten zur Verbesserung des Ein- und Ausstiegs. Auch die Barrierefreiheit wurde priorisiert: Die Fahrzeuge verfügen über größere Mehrzweckbereiche für Rollstuhlfahrer und Fahrgäste mit Kinderwagen, spezielle Vorrangssitze, taktile Haltegriffe für sehbehinderte Fahrgäste und einen stufenlosen Einstieg durch zusätzliche Spaltfüller.
Der Urbanliner ist zudem die erste Straßenbahn der BVG ohne Außenspiegel; stattdessen kommt ein Kamerasystem zum Einsatz, das dem Fahrer eine bessere Sicht bietet und tote Winkel reduziert. Ein Hinderniserkennungsassistent erhöht die Betriebssicherheit weiter. Christoph Klaes, Vice President Customer Management Central & Northern Europe bei Alstom, erklärte, dass diese neue Generation von Straßenbahnen hohe Leistung mit mehr Komfort und Barrierefreiheit verbinde und speziell für die wachsenden Mobilitätsbedürfnisse Berlins konzipiert sei. Um dem veränderten Fahrgastverhalten Rechnung zu tragen, ist der Urbanliner nicht mehr mit Fahrkartenautomaten an Bord ausgestattet. Die BVG hat die Fahrkartenverkaufsstellen entlang der Linie M4 erweitert und weist darauf hin, dass die meisten Fahrgäste ihre Tickets inzwischen digital kaufen oder mit Abonnementprodukten wie dem Deutschlandticket unterwegs sind.










