de.wedoany.com-Bericht: Das indische Ministerium für Atomenergie (Department of Atomic Energy, DAE) hat am Indira Gandhi Centre for Atomic Research (IGCAR) eine Anlage zur Wasserstoffproduktion auf Basis des Kupfer-Chlor-Thermochemiezyklus in Betrieb genommen. Die Anlage nutzt die nukleare Prozesswärme des schnellen Brutreaktors (fast breeder test reactor, FBTR) in Kalpakkam.

Es handelt sich um die erste derartige Anlage in Indien. Forscher nutzen das vom Bhabha Atomic Research Centre in Mumbai entwickelte Kupfer-Chlor-Thermochemieverfahren, um die Machbarkeit der Wasserstoffproduktion mit Kernenergie zu validieren. Die indische Regierung strebt eine Transformation hin zu einem kohlenstofffreien, nachhaltigen Energiesystem durch die Kombination von Kernenergie mit sauberen Wasserstofftechnologien an, und dieser Anlage wird eine Schlüsselrolle in diesem Prozess zugeschrieben. Wasserstoff hat Anwendungsperspektiven in Bereichen wie der Ammoniak- und Methanolproduktion, der Stahlherstellung und kann auch zur Energieversorgung in Branchen wie Luftfahrt, Langstreckentransport und Landwirtschaft dienen. Obwohl Wasserstoff üblicherweise aus fossilen Brennstoffen hergestellt wird, können auch Kernkraft sowie andere kohlenstofffreie oder kohlenstoffarme Energiequellen für die Wasserstoffproduktion genutzt werden.
Die vom natriumgekühlten FBTR mit einer thermischen Leistung von 40 Megawatt bereitgestellte nukleare Prozesswärme gilt als vielversprechend. Das DAE weist darauf hin, dass der Kupfer-Chlor-Thermochemiezyklus Vorteile wie relativ niedrige Arbeitstemperaturen und eine relativ hohe thermodynamische Effizienz bietet. Die Anlage wird sich auf die Sammlung von Betriebserfahrungen mit dem Kupfer-Chlor-Thermochemiezyklus, die Optimierung von Prozessabläufen und die Bereitstellung von Forschungsergebnissen für die zukünftige Skalierung und kommerzielle Nutzung der nuklearen Hilfs-Wasserstoffproduktionstechnologie konzentrieren.
Der Direktor des IGCAR, Shri Sreekumar G. Pillai, erklärte bei der Inbetriebnahmezeremonie, dass diese Errungenschaft auf der über 40-jährigen Betriebserfahrung und technischen Basis des IGCAR durch das FBTR-Projekt aufbaut. Die erfolgreiche Demonstration der Wasserstoffproduktion mit nuklearer Prozesswärme zeige die Vielseitigkeit fortschrittlicher Nuklearsysteme und unterstreiche das Engagement des IGCAR für die Entwicklung innovativer Technologien zur Unterstützung der indischen Energiewende und langfristigen Energiesicherheit. Auch der Sekretär des DAE und Vorsitzende der indischen Atomenergiekommission, Ajit Kumar Mohanty, betonte bei der Zeremonie, dass die Integration von Kernenergie mit aufstrebenden sauberen Energietechnologien wie der Wasserstoffproduktion ein strategischer Weg für eine nachhaltige Energiezukunft sei. Kernkraft könne zuverlässige kohlenstofffreie Elektrizität und Hochtemperatur-Prozesswärme liefern, sei daher sehr gut geeignet, eine großflächige Wasserstoffproduktion zu unterstützen, und trage zur indischen Energiesicherheit, den Dekarbonisierungszielen und der langfristigen nachhaltigen Entwicklung bei.
In den USA haben Forscher und Versorgungsunternehmen ebenfalls die Nutzung von Kernkraft zur Wasserstoffproduktion untersucht. Vor drei Jahren nahm Constellation Energy eine kernkraftbetriebene Wasserstoffproduktionsanlage in Betrieb, die Strom aus dem nahe Oswego, New York, gelegenen Zwei-Blöcke-Kernkraftwerk Nine Mile Point nutzt. Laut Constellation Energy ist das Wasserstoffproduktionssystem der Anlage so ausgelegt, dass es stündlich 1,25 Megawatt Strom verbraucht und täglich 560 Kilogramm Wasserstoff produziert, was den betrieblichen Wasserstoffbedarf des Kraftwerks selbst vollständig decken kann.










