Airbus verlagert über 900 Anwendungen von AWS in die französische Cloud für 50 Millionen Euro
2026-07-18 15:06
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de.wedoany.com-Bericht: Airbus verlagert rund 900 kritische Anwendungen von Amazon Web Services (AWS) zum französischen Cloud-Anbieter Scaleway, wobei etwa 70 dieser Anwendungen derzeit auf AWS laufen. Diese Systeme umfassen die ERP-, Fertigungs-, CRM- und Produktlebenszyklus-Software von Airbus und betreffen Bereiche wie Flugzeugdesign, Technik, Fertigung und Unternehmensführung. Ziel der Verlagerung ist es, die Daten unter europäische Kontrolle zu bringen und sie vor extraterritorialen Gesetzen wie dem US-amerikanischen CLOUD Act zu schützen.

Airbus verlagert seine kritischsten Anwendungen von AWS in die französische Cloud

Catherine Jestin, Digitalchefin von Airbus, erklärte, dass diese Regelung kritische Datenbestände vor ausländischen extraterritorialen Gesetzen schütze. Scaleway habe sich in einer Ausschreibung durchgesetzt; der Vertragswert beträgt über 50 Millionen Euro bei einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Airbus bewertete die Bieter nach technischer Leistungsfähigkeit, operativer Resilienz und Schutz vor nicht-europäischen Gesetzen. Jestin zufolge habe Scaleway ein starkes technisches Angebot vorgelegt, das preislich mit Hyperscalern konkurrieren könne.

Der US-amerikanische CLOUD Act erlaubt US-Behörden den Zugriff auf Daten, die von US-Unternehmen gehalten werden, selbst wenn diese Datenspeicher in Rechenzentren im Ausland liegen. Dies hat Bedenken hinsichtlich der Datensouveränität ausgelöst. Die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Europa während Trumps zweiter Amtszeit haben die Forderungen nach digitaler Souveränität verstärkt.

Airbus gibt jedoch nicht alle US-Technologieunternehmen auf. Das Unternehmen wird AWS weiterhin für die Skywise-Luftfahrtdatenplattform und Kundenbetreuungstools nutzen, während es gleichzeitig die Produktivitätssuiten von Microsoft und Google sowie Salesforce, Coupa und Workday beibehält. Jestin erklärte, dass die Auswahl je nach Datensensitivität abgewogen werde und man nicht vorhabe, alle nicht-europäischen Lösungen aufzugeben.

Diese Transaktion stellt einen bedeutenden Fortschritt für die Entwicklung der europäischen souveränen Cloud dar. Damien Lucas, CEO von Scaleway, bezeichnete dies als Beleg dafür, dass Europa in der Lage sei, eine souveräne Cloud auf höchstem internationalem Niveau anzubieten.

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