de.wedoany.com-Bericht: Die Fassade des neuen Terminals 1 am San Diego International Airport wurde von Gensler in Zusammenarbeit mit Studio James Carpenter (JCDA) entworfen, wobei beide Parteien bereits in der Projektstartphase öffentliche Kunst und architektonische Funktion miteinander verschmolzen. Das als „Luminous Wave“ bekannte Werk fungiert selbst als Terminalfassade und ist von den fließenden Bewegungen der Wellen im nahegelegenen Hafen von San Diego inspiriert. Die Fassade besteht aus gebogenem Glas mit vertikalen Streifen aus Glasur und ist mit gezackten Aluminiumlamellen versehen, die maximales Tageslicht hereinlassen, während sie die solare Wärmeeinstrahlung reduzieren und Blendung verringern.
Eine Besonderheit des Design-Build-Prozesses dieses Projekts war, dass der Bauherr von Anfang an die Einbeziehung eines Künstlers vorschrieb, anstatt wie bei konventionellen Projekten erst nach der Festlegung der Designelemente einen Vertrag abzuschließen. Studio James Carpenter wurde aufgrund seiner technischen Expertise im Bereich Glas ausgewählt und als Schöpfer von „Luminous Wave“ von Projektbeginn an vollständig eingebunden. Diese Kooperationsform ermöglichte es Gensler und Studio James Carpenter, ein Ergebnis zu liefern, das der ursprünglichen künstlerischen Vision näher kommt, die in herkömmlichen Prozessen oft durch die Einschränkungen der tatsächlichen Bauausführung abgeschwächt wird.
Justin Tien, Technical Director bei Gensler, sagte gegenüber AN: „Architekten konzentrieren sich auf das große Ganze und das Passagiererlebnis, aber wir müssen auch praktische Aspekte wie die Einhaltung von Vorschriften berücksichtigen. Die Zusammenarbeit mit einem Künstler, der eine reine Vision einbringt und sich ständig für die konzeptionellen Aspekte des Projekts einsetzt, kann für Architekten sehr lehrreich sein.“

Nach der Montage und bei Sonneneinstrahlung erinnert die Form der gebogenen Glasplatten an das Auf und Ab von Wellen. Ursprünglich sah Carpenters Entwurf ein vor der Terminalfassade hängendes Sonnenschutzgitter vor, doch Kosten- und Wartungsprobleme führten zur endgültigen Entscheidung, die Fassade mit dem Kunstwerk zu vereinen.
James Carpenter, Gründer von Studio James Carpenter, erklärte, dass die Dreidimensionalität des Glases im Endprodukt auf der Idee des Sonnenschutzgitters beruht. Das Team erwog anschließend verschiedene Formen und Tiefen von Krümmungen, um die Dynamik der Wellen darzustellen, und drehte diese vertikal um.

Die Fassade besteht aus zwei übereinander gestapelten Schichten doppelt verglaster, heiß gebogener und gehärteter Glasplatten, jede etwa 1,7 Meter breit und 4 Meter hoch. Die Glasplatten werden zur Erdbebensicherheit über Stahlstangen vom Dach abgehängt und stützen sich aufgrund ihrer gebogenen Form gegenseitig seitlich ab; sie wurden in einem Elementbausystem errichtet. Gensler und JCDA arbeiteten eng mit North Glass zusammen, um die Prozessgrenzen ihres Härteofens zu verstehen und so die Geometrie der Glasplatten zu optimieren.
Da die Fassade vollständig transparent ist und nur teilweise durch den Überhang des Terminaldachs beschattet wird, wurde speziell eine maßgeschneiderte Glasur verwendet, um die solare Wärmeaufnahme und schädliche Blendung zu reduzieren. Dies war besonders für die nach Süden ausgerichtete Hauptfassade – den Haupteingang des Terminals – entscheidend. Die TSA-Sicherheitskräfte, die in der Schalterhalle von Terminal 1 arbeiten, sowie die biometrischen Kameras und Überwachungsmonitore zur Unterstützung der Sicherheitskontrollen sind nach Süden ausgerichtet; es war von entscheidender Bedeutung, dass die Glasur die Blendung dieser Geräte ausreichend reduziert.

Laut den von Fassadeninstallateur Enclos durchgeführten Sonnensimulationen musste „Luminous Wave“ eine Glasurabdeckung von 80 % erreichen, um die Anforderungen an die Sonneneinstrahlung zu erfüllen. Das Muster besteht aus vertikalen Streifen, die sich über die gesamte Fassadenlänge erstrecken. Diese Linien werden in Augenhöhe dünner, um einen Ausblick auf die Umgebung zu ermöglichen, und an der Oberseite der Glasur bleibt ein Spalt als Oberlicht, um natürliches Licht in das Terminal zu lassen. Die linke Seite jeder Glasplatte behält eine dickere Glasurschicht; die rechte Seite nutzt Aluminiumlamellen, die von der Kante der benachbarten Platte abstehen, sodass die Glasurschicht dünner sein kann und eine bessere Sicht bietet. Diese Lamellen haben konkave und gezackte Oberflächen, um Tageslicht zu reflektieren, tragen zur Erzeugung des Wellenbildes bei und sind an Aluminiumpfosten befestigt, die die gebogenen Glasplatten trennen und strukturell stützen.

Tien wies darauf hin, dass eine der Herausforderungen bei der Verwendung von gebogenem Glas die Behandlung von Lichtverzerrungen sei. Während des Designprozesses führte das Projektteam Sonnenblendungsstudien durch, um die Entstehung von Hotspots zu vermeiden, die den abholenden Autoverkehr am Straßenrand oder die Passagiere beeinträchtigen könnten.

„Luminous Wave“ ist in erster Linie das Ergebnis einer Zusammenarbeit, eine Synthese aus verschiedenen Designlösungen, Modellen, Ideen und deren Beziehung zur tatsächlichen Bauausführung sowie dem gemeinsamen Antrieb, die künstlerische Vision zu verwirklichen.










