US-Studie aus Illinois: Glyphosatverbot würde jährlich 300 bis 609 Millionen Dollar kosten
2026-07-22 15:59
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de.wedoany.com-Bericht: Forscher der University of Illinois und der Illinois Soybean Association haben kürzlich in der Fachzeitschrift „Weed Technology" eine Studie veröffentlicht, die die Auswirkungen eines vollständigen Glyphosatverbots quantifiziert. Die Schätzung ergibt, dass ein solches Verbot den Mais- und Sojabohnenproduzenten in Illinois jährlich Verluste in Höhe von 300 bis 609 Millionen Dollar verursachen würde.

Das Forschungsteam verwendete einen evidenzbasierten, mehrstufigen Bewertungsrahmen und untersuchte insbesondere, wie sich ein Verbot durch höhere Unkrautbekämpfungskosten und potenzielle Ertragsverluste auf die landwirtschaftlichen Einkommen auswirkt. Die Studie stellt fest, dass der Wert von Glyphosat nicht nur in seiner Funktion als Herbizid liegt, sondern auch als systemisches Werkzeug, das die Einführung konservierender Bodenbearbeitung fördert, den Treibstoff- und Arbeitsaufwand senkt und das Unkrautmanagement vereinfacht. Die Autoren geben an, dass dies die erste Studie ist, die auf transparente und evidenzbasierte Weise bewertet, wie ein Glyphosatverbot gleichzeitig über die beiden Kanäle Ertrag und Kosten die landwirtschaftlichen Einkommen in Illinois beeinflusst.

Die Kernaussage der Studie ist, dass die meisten landwirtschaftlichen Betriebe in der Lage wären, sich an ein Verbot anzupassen, dieser Anpassungsprozess jedoch mit Kosten verbunden wäre. Um eine mit Glyphosat vergleichbare Bekämpfungswirkung zu erzielen, erfordern alternative Methoden oft den Einsatz einer größeren Anzahl von Herbiziden, mehr Feldarbeit und eine höhere Ausbringungsgenauigkeit. Die größten Auswirkungen würden sich daher auf die Rentabilität und die Komplexität des Managements konzentrieren, nicht auf eine plötzliche Unterbrechung der landwirtschaftlichen Produktion.

In den Mais- und Sojabohnenanbausystemen in Illinois trägt Glyphosat dazu bei, die Produktionskosten zu senken, die Erträge zu stabilisieren und Systeme mit reduzierter Bodenbearbeitung zu unterstützen. Die Studie geht davon aus, dass Landwirte, die bereits mehrschichtige Rückstandsbehandlungen, mehrere Wirkmechanismen und umfassende Resistenzmanagementstrategien anwenden, möglicherweise besser in der Lage sind, sich anzupassen, als Landwirte, die noch stark auf Glyphosat angewiesen sind.

Die Diskussion über ein Glyphosatverbot ist in Illinois nicht mehr rein hypothetisch. Im Repräsentantenhaus des Bundesstaates wurde der Gesetzesentwurf HB 3803 mit dem Titel „Pestizid-Glyphosat-Verbot" eingebracht. Der Entwurf wurde am 7. Februar 2025 vorgelegt, am 18. Februar in erster Lesung behandelt und anschließend dem Regelausschuss des Repräsentantenhauses zugewiesen. Nach derzeit öffentlich zugänglichen Informationen gibt es keine Anzeichen für eine weitere Vorantreibung des Gesetzesentwurfs.

Das Autorenteam der Studie vereint Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Unkrautkunde, darunter Sandy Dall'erba, Professor für Agrar- und Verbraucherökonomie an der University of Illinois, Corey Lacey, Umweltpolitikmanager der Illinois Soybean Association, sowie Aaron Hager, Professor für Pflanzenwissenschaften an der University of Illinois und zugleich Beratungs-Unkrautwissenschaftler. Weitere Details zur Studie sind auf der Website der Fachzeitschrift einsehbar.

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