Dänisches Stillstrom schließt Versuch zur automatischen Kabelverbindung für Schiffsaufladung auf See ab
de.wedoany.com-Bericht: Stillstrom, ein Unternehmen der A.P.-Möller-Maersk-Gruppe, hat einen Versuch zur Schiffsaufladung auf See abgeschlossen, der belegt, dass eine vollautomatische Ladeverbindung während des dynamischen Positionierens (DP) ohne manuelles Eingreifen bei der Kabelverwaltung möglich ist. Der Versuch wurde im Rahmen des technischen Zertifizierungsprozesses von DNV durchgeführt und von DNV begleitet. Dabei wurde die Fähigkeit des Stillstrom Offshore eCharger (SOeC)-Systems zur automatischen Kabelverwaltung vom ersten Anschluss bis zur vollständigen Rückführung des Kabels zum Schiff verifiziert.

In Offshore-Windparks müssen Hybrid- oder Elektro-Versorgungsschiffe bei laufender DP-Positionierung an eine Offshore-Stromquelle angeschlossen werden, wobei ein bewegliches Kabel sicher verwaltet werden muss. Traditionell war diese Aufgabe auf manuelle Überwachung angewiesen, was mit hohen Kosten und Risiken verbunden ist. Der Versuch wurde in Zusammenarbeit mit dem Offshore-Windschiffsbetreiber ESVAGT und Semco Maritime, dem langjährigen Entwicklungspartner von Stillstrom, durchgeführt. Die Testumgebung befand sich auf der Werft von Semco Maritime in Esbjerg, Dänemark.
Beim Versuch wurde der Ladeanschluss aus einer Höhe von 15,5 Metern auf das Schiff herabgelassen, was der Höhe einer Windturbine oder Umspannstation entspricht, in der das System bei einer Feldinstallation positioniert sein könnte. Die Kabeltrommel am Turm fasste 125 Meter Kabel. Das System kann das Kabel automatisch ausfahren, wenn sich das Schiff entfernt, und es bei der Rückkehr automatisch einziehen, wobei ein konstantes Kabelprofil beibehalten wird.
Der Versuch umfasste die Verifizierung in fünf Bereichen: die Leistung des Steuerungssystems für die automatische Kabelsteuerung; das RTK-GPS als Referenz für die Steuerungsposition; die synchronisierte Lineargeschwindigkeit zwischen der Turm-Kabeltrommel und der elektrischen Zugwinde an Bord; die Benutzeroberfläche und Aufzeichnungsfunktionen für Überwachung und Datenerfassung; sowie die Betriebsleistung des Systems unter realen Werftbedingungen.

Kristian Borum Jørgensen, CEO von Stillstrom, erklärte, dass die Kabelsteuerung einer der anspruchsvollsten Aspekte der Offshore-Aufladung sei. Dieser Versuch zeige, dass das System das Kabel bei Schiffsbewegungen automatisch sicher verwalten und eine zuverlässige Kommunikation über eine Distanz aufrechterhalten könne, die weit über die geplante Reichweite hinausgehe. Er würdigte außerdem den Beitrag von ESVAGT und Semco Maritime zu diesem Projekt und betrachtete dies als weiteren Meilenstein für das Vertrauen der Branche in Offshore-Strom- und Ladelösungen.
Stillstrom entwickelt von seinen Standorten in Kopenhagen und Aberdeen aus Offshore-Strom- und Ladelösungen mit Fokus auf die Dekarbonisierung der maritimen Industrie und steht derzeit kurz vor der kommerziellen Einführung. Diese Bewertung baut auf Werft- und Hafenversuchen aus dem Jahr 2024 sowie einem Trockentest im Februar 2026 auf. Als nächste Schritte sind Integrationstests des gesamten Systems mit einem SOV geplant, gefolgt von einem abschließenden zertifizierten Offshore-Versuch, der zugleich die erste reale Einsatzmöglichkeit dieser Technologie darstellen könnte.
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