Siemens Mobility startet Probebetrieb für regenerative Bremsung an Linie 1 in Athen im Juli – Investition von 4,1 Millionen Euro
de.wedoany.com-Bericht: STASY, der Betreiber der Athener U-Bahn- und Straßenbahnnetze, hat Mitte Juli gemeinsam mit Siemens Mobility am Umformerwerk Neo Faliro den Probebetrieb des Energierückgewinnungssystems für regenerative Bremsung an der U-Bahn-Linie 1 gestartet. Das Gesamtprojekt umfasst eine Investition von 4,1 Millionen Euro und soll voraussichtlich jährlich 4.500 Megawattstunden elektrische Energie zurückgewinnen, was 12,5 % des Stromverbrauchs dieser Linie entspricht. Eine zweite Anlage ist planmäßig vor Ablauf des Vertrags im Dezember 2026 am Umformerwerk Iraklio vorgesehen.

Das System funktioniert, indem es die kinetische Energie bremsender Züge erfasst und in elektrische Energie umwandelt, die in das Netz eingespeist und von anderen Zügen oder Bahnanlagen genutzt wird. Beim Bremsen fungieren die Fahrmotoren vorübergehend als Generatoren; die neue Ausrüstung wandelt die ursprünglich als Wärme abgeführte Energie um und speist sie zurück ins Netz. Das Projekt umfasst auch die Modernisierung der beiden Umformerwerke Neo Faliro und Iraklio; die Baukosten werden aus dem griechischen Entwicklungsprogramm ESPA finanziert. STASY hat weder die Nennleistung der einzelnen Umformerwerke noch die erwarteten jährlichen Einsparungen in Euro durch reduzierte Strombezüge offengelegt.
Gemessen an der Marktgröße ist das Athener Pilotprojekt Teil einer breiteren Initiative zur nachhaltigen Entwicklung des griechischen Stadtverkehrs. Die von Hitachi Rail gelieferte erste fahrerlose U-Bahn in Thessaloniki soll voraussichtlich täglich 56.000 Pendlerfahrzeuge einsparen und jährlich 77.000 Tonnen CO₂ vermeiden. Konkurrierende Energierückgewinnungssysteme werden bereits in anderen Regionen eingesetzt: Die HESOP-Umrichterwerke von Alstom sind in U-Bahn-Systemen einschließlich der London Underground installiert, während ABBs Enviline ERS in Gleichstrom-Bahnnetzen in Europa, dem Nahen Osten und Lateinamerika zum Einsatz kommt. Die Installation von Siemens Mobility in Athen ist mit zwei Umformerwerken und einer Investition von 4,1 Millionen Euro vergleichsweise klein, doch handelt es sich um das erste System dieser Art im griechischen Bahnnetz und bietet STASY eine lokale Referenzbasis für künftige Erweiterungen.
Die Dichte des griechischen Schienennetzes beträgt 14,0 Meter pro Quadratkilometer und ist damit die niedrigste in der EU; der Anteil zweigleisiger Strecken ist jedoch von 9,9 % im Jahr 1990 auf 35,5 % im Jahr 2024 gestiegen (Quelle: Eurostat, 2024). Die Installation von Energierückgewinnungsanlagen an bestehenden U-Bahn-Linien wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil der nationalen Strategie zur Effizienzsteigerung im Schienenverkehr. Die regenerative Bremstechnologie hat sich von einer optionalen Effizienzergänzung zu einer Basisanforderung für EU-finanzierte U-Bahn-Modernisierungen entwickelt. Das Pilotprojekt von STASY ist zwar klein, bietet jedoch einen messbaren Anwendungsfall für die Ausweitung auf die Linien 2 und 3 der Athener U-Bahn sowie das Straßenbahnnetz. Es wird erwartet, dass der Markt für autonome Züge von 2025 bis 2034 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,9 % wächst; Energierückgewinnung und digitales Traktionsstrommanagement dürften in künftigen griechischen Ausschreibungen für den städtischen Schienenverkehr zunehmend gemeinsam ausgeschrieben werden.
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