Erster vollautomatischer Zug von Siemens Mobility für die Sydney Metro – Western Sydney Airport Line in Australien eingetroffen
de.wedoany.com-Bericht: 24. August – Siemens Mobility hat angekündigt, dass der erste vollautomatische U-Bahn-Zug für die Sydney Metro – Western Sydney Airport Line in Australien eingetroffen ist. Es ist die erste Lieferung von U-Bahn-Zügen nach Australien durch Siemens Mobility seit 2006.

Der Zug wurde im Siemens-Mobility-Werk in Wien, Österreich, gefertigt und legte auf dem Seeweg rund 23.000 Kilometer bis zum Hafen von Port Kembla in New South Wales zurück. Die Seereise dauert in der Regel 45 bis 61 Tage. Nach der Ankunft wurden die drei Wagen per LKW zum neu errichteten Depot und Instandhaltungszentrum von Sydney Metro in Orchard Hills transportiert, wo sie montiert werden.
Die Sydney Metro – Western Sydney Airport Line ist rund 23 Kilometer lang und umfasst sechs Stationen. Sie verbindet den Großraum West-Sydney, den Western Sydney International Airport (Nancy-Bird Walton Airport) sowie das neue Stadtzentrum von Bradfield. Das Projekt wird vom Konsortium Parklife Metro umgesetzt, zu dem Siemens Mobility, Plenary Group, Webuild und RATP Dev gehören, in Zusammenarbeit mit Sydney Metro im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP). Der Vertragsumfang umfasst zwölf fahrerlose Züge sowie mehrere Fachsysteme wie Signaltechnik, Stromversorgung, Telekommunikation, Bahnsteigtüren und Depot. Der Vertragsanteil von Siemens Mobility beläuft sich auf rund 900 Millionen Euro und umfasst zudem 15 Jahre Systemwartung.
Neue Generation vollautomatischer Züge auf Basis der Inspiro-Plattform
Die neuen Züge basieren auf der bewährten Inspiro-High-Capacity-Plattform von Siemens Mobility und wurden gezielt an die Betriebsumgebung und technischen Anforderungen der neuen Linie in Sydney angepasst. Alle zwölf Züge sind in Dreier-Traktion konfiguriert und verkehren im höchsten Automatisierungsgrad GoA4 – vollautomatisch und fahrerlos, ohne dass Personal im Führerstand erforderlich ist.
Die Zugkonstruktion berücksichtigt den hohen Passagierdurchsatz von Reisenden mit Gepäck auf der Flughafenlinie. In der Wagenmitte befindet sich ein barrierefreier Gang von rund 30 Zentimetern Breite – breiter als bei den Zügen der Sydney-Metro-Linie M1 –, der Fahrgästen mit Gepäck das Durchgehen erleichtert. Unter den Sitzen gibt es Gepäckablageflächen. Hochauflösende Displays zeigen über eine direkte Anbindung an den Flughafen Fluginformationen in Echtzeit an. Jeder Wagen bietet verschiedene Sitzplatzkonfigurationen, darunter in Fahrt- und Gegenrichtung angeordnete Sitzplätze für Gruppen sowie herkömmliche Längssitze, und verfügt über ausgewiesene Rollstuhl- und barrierefreie Bereiche. Jeder Zug bietet zudem vier Abstellplätze für Fahrräder.
Die Innenraumgestaltung integriert lokale kulturelle Elemente. Die Sitzbezüge wurden von den Dharug-Künstlerinnen Leanne Watson Redpath, Tina Barahanos und Alexandra Byrne entworfen; die Muster spiegeln die Verbindung zu Ngurra (Country) und Badu (Wasser) wider und sind vom Nachthimmel und den Wasserlöchern der Cumberland Plain inspiriert.
Vor dem Transport nach Australien wurden die Züge in Wien sowie im Siemens-Test- und Validierungszentrum in Wildenrath, Deutschland, einer ersten Inbetriebnahme und Erprobung unterzogen, einschließlich Windlasttests in der Klimakammer.
Projekt tritt in die lokale dynamische Testphase ein
Nach der Ankunft des ersten Zuges werden zunächst Tests im Depot Orchard Hills durchgeführt, anschließend folgen dynamische Tests auf der Strecke. Léon Soulier, CEO der Turnkey-Sparte von Siemens Mobility, erklärte, die Ankunft des ersten Zuges in Australien sei ein wichtiger Meilenstein des Projekts und markiere den Beginn der neuen Phase dynamischer Tests vor Ort in Sydney.
Die übrigen elf Züge werden im Laufe des Jahres 2026 und Anfang 2027 in Australien eintreffen. Die Western Sydney Airport Line sollte ursprünglich zeitgleich mit der Eröffnung des Western Sydney International Airport im Oktober 2026 in Betrieb gehen, liegt jedoch derzeit rund 18 Monate hinter dem Zeitplan zurück.
Im Rahmen dieses Projekts wird die digitale Plattform Railigent X von Siemens Mobility erstmals in Australien eingesetzt. Sie nutzt Daten aus Fahrzeugen und Infrastruktur für Flottenzustandsüberwachung, Ferndiagnose und vorausschauende Wartung und kombiniert diese mit KI-basierten Datenanalysetools, um die Effizienz der Fahrzeug- und Systeminstandhaltung zu steigern.
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