Kürzlich hat das koreanische Eisenbahnforschungsinstitut die Kernentwicklung für den neuen Hochgeschwindigkeitszug EMU-370 abgeschlossen. Seine kommerzielle Betriebsgeschwindigkeit kann 370 km/h erreichen, die maximale Konstruktionsgeschwindigkeit liegt bei 407 km/h. Diese Entwicklung basiert auf dem derzeit im Einsatz befindlichen KTX-Cheongryong (EMU-320) Zug und zielt darauf ab, die kommerzielle Betriebsgeschwindigkeit südkoreanischer Hochgeschwindigkeitszüge von 320 km/h auf 370 km/h zu erhöhen. Die Entwicklung des nächsten Hochgeschwindigkeitszuges soll noch in diesem Jahr beginnen, mit einer geplanten kommerziellen Betriebsgeschwindigkeit von 400 km/h. Weltweit rangiert dieser Zug in puncto Geschwindigkeit direkt hinter dem in China getesteten CR450-Zug auf dem zweiten Platz. Derzeit beträgt die kommerzielle Betriebsgeschwindigkeit von Hochgeschwindigkeitszügen in Frankreich, Deutschland und Japan 320 km/h, in China 350 km/h.

Das Entwicklungsprojekt für den neuen EMU-370 Hochgeschwindigkeitszug startete im April 2022, die Entwicklungszeit beträgt fast 4 Jahre, mit Gesamtinvestitionen von 225 Milliarden Won (etwa 15,6 Millionen US-Dollar), wovon die Regierung 180 Milliarden Won beisteuerte. Laut Plan wird die Koreanische Eisenbahngesellschaft (Korail) in der ersten Jahreshälfte 1 bis 2 Acht-Wagen-Züge des Typs EMU-370 bestellen und unmittelbar danach mit der Fahrzeugfertigung beginnen. Anfang 2030 wird der neue Zug auf der Strecke zwischen Pyeongtaek und Osong Testfahrten durchführen, um alle Leistungsparameter praktisch zu validieren. Bei erfolgreichem Verlauf wird ab 2031 die kommerzielle Inbetriebnahme der EMU-320 Züge offiziell vorangetrieben.

Während der Entwicklung des neuen Zuges hat das Projektteam eigenständig sechs Schlüsselkerntechnologien erfolgreich durchbrochen, um den Herausforderungen bei Geschwindigkeiten über 350 km/h zu begegnen, wie unzureichender Zugkraft, stark erhöhtem Luftwiderstand und verstärkten Vibrationen und Geräuschen:
Im Bereich des Antriebssystems wurde durch Miniaturisierung und Hochintegration von Schlüsselkomponenten sowie Optimierung der Kühl- und Isolierleistung ein hocheffizienter Hochgeschwindigkeits-Fahrmotor mit 560 kW erfolgreich entwickelt. Seine Leistung ist im Vergleich zum 380-kW-Motor des EMU-320 um 47,4 % gesteigert. Im Bereich der aerodynamischen Gestaltung wurde durch Optimierung der Kopfform, Reduzierung äußerer hervorstehender Strukturen wie Dachklimaanlagen und dem Anbringen von Abdeckungen im Drehgestellbereich der Fahrwiderstand des Hochgeschwindigkeitszuges im Vergleich zum EMU-320 um etwa 12 % reduziert.

Im Hinblick auf Betriebssicherheit und Fahrkomfort wurde durch optimiertes Design des Federungssystems, einschließlich Luftfedern und Dämpfern, die horizontale Vibrationsbeschleunigung des Hochgeschwindigkeitszuges im Vergleich zu bestehenden Modellen um 33 % gesenkt (von 9 m/s² auf unter 6 m/s²), und die hochrangigen Fahrkomfort-Indikatoren nach europäischen technischen Standards wurden erreicht. Durch Optimierung der Boden-, Seitenwand- und Dachstruktur des Wagenkastens und Anwendung von Verbund-Schallschutzmaterialien wurde der Innenraumgeräuschpegel auf 68 bis 73 dB kontrolliert, was im Vergleich zum EMU-320 eine Reduzierung von etwa 2 dB (Schalldruck um 20 %) bedeutet.

Das Entwicklungsteam platzierte ein reales Antriebsdrehgestell auf einem Drehprüfstand und führte dynamische Stabilitätstests unter Bedingungen durch, die einer Geschwindigkeit von 400 km/h entsprechen. Um den durch Hochgeschwindigkeitsbetrieb verursachten Luftdruckänderungen und aerodynamischen Geräuschen zu begegnen, entwickelte das Projektteam eine Technologie mit hochwertiger Luftdichtheit und Schalldämmleistung und erreichte damit die Lokalisierung des Türsystems für Hochgeschwindigkeits-Triebzüge.
Gleichzeitig hat Südkorea ein System von Leistungsbewertungs- und Sicherheitsvalidierungsstandards für Gesamtfahrzeuge, Antriebs-, Brems-, Fahrausrüstungen und Signalsysteme von Hochgeschwindigkeitszügen der 400-km/h-Klasse etabliert. Dies schafft die institutionelle und technische Grundlage für die Entwicklung und ingenieurmäßige Anwendung von Hochgeschwindigkeitszügen noch höherer Geschwindigkeitsklassen.









