Eine erstmalige landesweite Studie zu den Lebenszyklusauswirkungen aller Strom-, Verkehrs- und Wärmequellen Neuseelands zeigt, dass die Elektrifizierung des Straßenverkehrs ein zentraler Ansatz zur Verringerung der Umweltauswirkungen ist. Die Forscher analysierten die kombinierten Effekte von 15 Energiearten auf Indikatoren wie globale Erwärmung, Ressourcenknappheit und Toxizität.

Die Studie wurde im „Journal of Cleaner Production“ veröffentlicht. Obwohl Elektromobilität mehr Batterieressourcen erfordert, sind die Gesamtauswirkungen deutlich geringer. Die Reduzierung fossiler Brennstoffe im Straßenverkehr könnte bis 2050 die CO₂-Emissionen um etwa 75 % senken und gleichzeitig die Luftverschmutzung verringern sowie den Verbrauch von Materialien wie Kobalt und Platin reduzieren.
Der Hauptautor der Studie, Francisco Astorga-Mendoza, erklärt: „Neuseeland wird oft als Vorreiter für saubere Energie angesehen, aber in Wirklichkeit hängen viele Energiequellen außerhalb des Stromnetzes noch immer von fossilen Brennstoffen ab, insbesondere im Verkehrs- und Industrieheizungssektor.“
Er fügt hinzu: „Unsere Arbeit bewertet erstmals umfassend die Umweltauswirkungen dieser Sektoren über den gesamten Lebenszyklus – von der Ressourcengewinnung bis zur Stilllegung der Anlagen. Die Ergebnisse zeigen, dass erneuerbare Energiequellen wie Wasserkraft, Wind, Geothermie und Solarenergie einen bis zu hundertmal geringeren CO₂-Fußabdruck als fossile Brennstoffe haben und zudem Luftverschmutzung, Landnutzung und Ölabhängigkeit wirksam reduzieren.“
Die Studie ergab auch, dass Elektrofahrzeuge – selbst unter Einbeziehung der Batterieherstellung – konventionellen Benzinern überlegen sind und den Einsatz kritischer Materialien wie Platin und Kobalt verringern können. Biomasseheizung hat zwar einen geringeren CO₂-Fußabdruck, erfordert jedoch ein sorgfältiges Ressourcenmanagement, um Schäden an Wäldern und Ökosystemen zu vermeiden. Obwohl der Aufbau der sauberen Energieinfrastruktur mit Herausforderungen bei den Mineralressourcen verbunden ist, bieten technologische Fortschritte und Kreislaufwirtschaftsmodelle positive Perspektiven.
Veröffentlichungsdetails: Autor: University of Canterbury; Titel: „The impact of all New Zealand's power sources from cradle to grave“; veröffentlicht in: „Journal of Cleaner Production“ (2026); Zeitschrifteninfo: „Journal of Cleaner Production“.












