Ein von Seatrium in Singapur gebautes Windturbinen-Installationsschiff (WTIV) wurde an Maersk Offshore Wind geliefert und soll Ende März auf der Baustelle des Offshore-Windparks Empire Wind vor der Küste von New York, USA, eintreffen, um dort 54 Windturbinen zu installieren. Das 810-Megawatt-Projekt war zuvor mit Bauunterbrechungen konfrontiert, hat seine Arbeiten nun aber wieder aufgenommen.
Der US-amerikanische Jones Act schreibt vor, dass gewerbliche Schiffe, die zwischen US-Häfen verkehren, in den USA gebaut, in US-Besitz sein und von einer US-Besatzung betrieben werden müssen. Dies stellt eine Herausforderung für die Offshore-Windindustrie dar. Um dieser Vorschrift zu begegnen, setzen Entwickler ein Shuttle-Modell ein, bei dem die Hauptbauschiffe auf der Offshore-Baustelle verbleiben und von Versorgungsschiffen, die dem Jones Act entsprechen, mit Material versorgt werden. Das von Seatrium gebaute WTIV ist so konzipiert, dass es den Anforderungen des Jones Act entspricht, und steigert durch ein versorgungsschiffbasiertes Installationssystem die Effizienz. Es kann Komponenten auch bei rauer See transportieren und verlängert so das nutzbare Zeitfenster für Operationen.
Seatrium weist darauf hin, dass dieses WTIV mit einem 1900-Tonnen-Hauptkran und einer Hakenhöhe von 180 Metern ausgestattet ist und große Turbinen mit über 15 Megawatt handhaben kann. Das Unternehmen betrieb früher eine Werft in Texas, USA, auf der Schiffe für andere Windprojekte gebaut wurden. Im September letzten Jahres kündigte es den Verkauf der Werft an, behält jedoch das Technologiezentrum bei.
Das Empire-Wind-Projekt sah sich 2025 mit einer Baustoppverfügung konfrontiert, nahm seine Arbeiten nach einem Rechtsverfahren aber wieder auf. Maersk Offshore Wind und Seatrium hatten aufgrund von Marktunsicherheiten Meinungsverschiedenheiten, die jedoch beigelegt wurden, sodass der Schiffbau pünktlich abgeschlossen werden konnte. Die Lieferung dieses WTIV wird als Beispiel für den Wandel traditioneller Offshore-Unternehmen in den Bereich der erneuerbaren Energien gesehen und verleiht der globalen Offshore-Windindustrie neuen Schwung.









