Görlitz und Zgorzelec bauen grenzüberschreitendes Fernwärmenetz
2026-04-03 13:47
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de.wedoany.com-Bericht: Der Bau eines grenzüberschreitenden Fernwärmenetzes zwischen der deutschen Stadt Görlitz und der polnischen Stadt Zgorzelec hat kürzlich begonnen. Das Projekt wird gemeinsam von der Görlitzer Stadtwerke GmbH, einem Tochterunternehmen des französischen Versorgungsunternehmens Veolia, und der Wärmeversorgung Zgorzelec, einer Tochtergesellschaft des deutschen Energieversorgers E.ON, vorangetrieben. Mit dem offiziellen Start der ersten Bauphase zielt das Projekt darauf ab, die Wärmeversorgungssysteme beider Städte bis 2030 vollständig zu dekarbonisieren. Geplant ist der Bau einer 12 Kilometer langen Pipeline, die etwa 86.000 Einwohner auf beiden Seiten der Lausitzer Neiße versorgen soll. Durch das grenzüberschreitende Netz sollen die bisher getrennt betriebenen Systeme integriert werden.Grafische Darstellung des grenzüberschreitenden Fernwärmeprojekts zwischen Görlitz und Zgorzelec

Das Projekt folgt einem klaren Zeitplan. Es wurde 2020 gestartet und erhielt 2022 im Rahmen des EU-Programms „Connecting Europe Facility“ den Status eines grenzüberschreitenden Projekts für erneuerbare Energien. Damit gehört es zu nur drei Pionierprojekten in Europa mit dieser Auszeichnung. Seit 2023 erhält das Projekt auch Unterstützung von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Die Grundsteinlegung markiert den Beginn der Bauarbeiten am ersten Abschnitt des 12 Kilometer langen Leitungsnetzes und den Übergang von der Planungs- in die Bauphase für das grenzüberschreitende Fernwärmenetz.

Das technische Konzept sieht nicht den einfachen Ersatz einer einzelnen Wärmequelle vor, sondern die synchrone Einbindung verschiedener erneuerbarer Energiequellen. Zu den bekannten Komponenten gehören Solarthermie mit saisonaler Speicherung, die Wärmerückgewinnung aus Seewasser und Abwasser, Biomassekessel sowie Power-to-Heat-Anlagen. Gemäß der Planung wird das grenzüberschreitende Netz die bisher verstreuten Wärmeerzeugungskapazitäten auf deutscher und polnischer Seite verbinden, um eine stabilere Wärmequellenkonfiguration und eine höhere Systemregelungsfähigkeit zu schaffen. Die deutsche Bundesregierung stellt über das Förderprogramm für effiziente Wärmenetze etwa 80 Millionen Euro bereit, um den Druck auf die Endverbraucherpreise zu mildern.

In Bezug auf Kosten und Marktwirkung betont dieses grenzüberschreitende Wärmeprojekt den Ansatz „geteilte Infrastruktur + gemeinsame Dekarbonisierung“. Im Vergleich zu separaten nationalen Lösungen in Deutschland und Polen wird das Projekt voraussichtlich Gesamtinvestitions- und Betriebskosten von über 6 Millionen Euro einsparen. Die Energiepreise werden voraussichtlich fast 8 % niedriger sein als bei rein nationalen Lösungen. Berechnungen zufolge kann das Projekt nach seiner Fertigstellung jährlich fast 50.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen, was den Emissionen von etwa 28.000 Personenkraftwagen entspricht. Für den europäischen Fernwärmemarkt bieten solche grenzüberschreitenden Netze ein neues Paradigma: Durch städteübergreifende Zusammenarbeit, den Einsatz gemischter Wärmequellen und öffentliche Finanzierung werden Wärmedekarbonisierung, Energiesicherheit und Endkundenkostenkontrolle in einem einzigen Mechanismus vorangetrieben.

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