de.wedoany.com-Bericht: Am 30. April 2026 (Ortszeit) hat das US-Unternehmen OpenAI offiziell einen optionalen Sicherheitsmodus namens „Erweiterte Kontosicherheit" für ChatGPT- und Codex-Konten eingeführt. Diese Funktion ersetzt die herkömmliche Passwortauthentifizierung durch Hardware-Sicherheitsschlüssel oder softwarebasierte Passkeys für die Anmeldung, um gängige Angriffsmethoden wie Phishing, Passwort-Raten und SIM-Swapping abzuwehren.
Nutzer können die Funktion in den ChatGPT-Webeinstellungen unter „Einstellungen" > „Sicherheit" aktivieren. Während des Einrichtungsprozesses müssen Nutzer mindestens zwei Sicherheitsschlüssel oder Passkeys registrieren, von denen einer als Backup dient. Nach der Aktivierung wird die Passwortanmeldung dauerhaft deaktiviert und gleichzeitig der Wiederherstellungspfad über E-Mail- oder SMS-Bestätigungscodes gekappt. Dane Stuckey, Chief Information Security Officer bei OpenAI, erklärte, Sicherheitsschlüssel seien eines der besten Mittel, um Konten vor Phishing-Angriffen zu schützen. OpenAI habe YubiKey bereits als Standard zum Schutz der Mitarbeiter intern eingeführt. Durch die erweiterte Kontosicherheit könnten nun auch ChatGPT-Nutzer bei Bedarf denselben Phishing-Schutz wählen.
Die Dauer der Anmeldesitzungen wird verkürzt, Nutzer erhalten Benachrichtigungen über jede neue Anmeldung und können aktive Sitzungen jederzeit einsehen und beenden. Nach Aktivierung dieses Sicherheitsmodus wird das Konto zudem automatisch vom KI-Modelltraining ausgeschlossen, was bedeutet, dass die Konversationsdaten der Nutzer nicht zur Verbesserung zukünftiger ChatGPT-Versionen verwendet werden. OpenAI räumt ein, dass es sich um einen erheblichen Kompromiss „Sicherheit gegen Komfort" handelt – Nutzer müssen den bei der Registrierung generierten Wiederherstellungsschlüssel selbst aufbewahren. Gehen alle registrierten Sicherheitsschlüssel und auch der Wiederherstellungsschlüssel verloren, kann das Support-Team von OpenAI den Kontozugriff nicht wiederherstellen.
Zur Unterstützung dieser Sicherheitsfunktion ist OpenAI eine strategische Partnerschaft mit dem schwedisch-amerikanischen Hardware-Authentifizierungsunternehmen Yubico eingegangen. Gemeinsam wurde ein maßgeschneidertes Doppelschlüssel-Set aufgelegt, bestehend aus einem YubiKey C NFC für die mobile NFC-Authentifizierung und einem YubiKey C Nano, der dauerhaft im Laptop-Anschluss verbleiben kann. Der Preis beträgt 68 US-Dollar, weniger als die Hälfte des Einzelhandelspreises von 126 US-Dollar. Yubico-CEO Jerrod Chong betonte, die Partnerschaft ziele darauf ab, Phishing-sicheren Schutz in großem Maßstab in das KI-Ökosystem einzuführen und die Bedrohung durch unbefugten Zugriff auf OpenAI-Konten weltweit drastisch zu reduzieren. Neben YubiKey können alle FIDO2-konformen Sicherheitsschlüssel von Drittanbietern sowie auf Geräten gespeicherte Software-Passkeys verwendet werden.
Die Funktion richtet sich vor allem an Journalisten, Regierungsbeamte, politische Aktivisten, Forscher und andere Nutzergruppen mit hohem digitalem Angriffsrisiko, steht aber auch allen Nutzern offen, die höchsten Kontoschutz suchen – einschließlich Nutzern des kostenlosen Tarifs. Darüber hinaus müssen Teilnehmer des OpenAI-Programms „Trusted Access for Cyber" diese Sicherheitsfunktion bis zum 1. Juni 2026 verpflichtend aktivieren.
Hintergrund der Einführung ist die stetig steigende Sensibilität der in KI-Konten gespeicherten Daten – medizinische Symptome, rechtliche Risiken, Geschäftsstrategien und proprietärer Code, die Nutzer in ChatGPT eingeben, können bei Bekanntwerden schwerwiegende Folgen haben. Im Jahr 2024 entdeckte das in Singapur ansässige Cybersicherheitsunternehmen Group-IB auf Darknet-Märkten über 100.000 gestohlene ChatGPT-Kontodaten, die Käufern vollständigen Zugriff auf die Chatverläufe der Opfer ermöglichten.
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