Vier große belgische Telekommunikationsbetreiber unterzeichnen Glasfaser-Sharing-Abkommen
2026-05-01 17:29
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de.wedoany.com-Bericht: Das belgische Unternehmen Telenet veröffentlichte am 30. April 2026 in Mechelen eine offizielle Pressemitteilung, in der es bekannt gab, dass die vier Telekommunikationsbetreiber Proximus, Telenet, Fiberklaar und Wyre ein langfristiges Kooperationsabkommen unterzeichnet haben, um den Gigabit-Netzausbau in der flämischen Region Belgiens zu beschleunigen. Die belgische Wettbewerbsbehörde veröffentlichte am selben Tag die Pressemitteilung Nr. 17-2026, in der sie den Eingang der verbindlichen Kooperationsvereinbarung zwischen Proximus/Fiberklaar und Telenet/Wyre bestätigte und mitteilte, dass sie die Prüfung des Falls fortsetze.

Das Abkommen basiert auf der im Juli 2024 unterzeichneten Absichtserklärung und wurde nach eingehenden Konsultationen mit der belgischen Wettbewerbsbehörde und dem Belgischen Institut für Postdienste und Telekommunikation sowie einer öffentlichen Konsultation endgültig vereinbart. Es steht derzeit noch unter dem Vorbehalt der endgültigen Genehmigung durch die Regulierungsbehörden. Nach der Umsetzung des Projekts wird sich in der flämischen Region ein differenziertes Netzausbaumuster ergeben: In Gebieten mit niedriger bis mittlerer Bevölkerungsdichte werden Wyre und Fiberklaar gemeinsam ein Glasfaser-Hausanschlussnetz (FTTH) errichten, auf das Proximus und Wyre sowie ihre jeweiligen Wholesale-Kunden gegenseitigen Zugang zu dieser Infrastruktur erhalten; in den am dünnsten besiedelten Gebieten bildet die Glasfaserabdeckung die Grundlage, ergänzt durch hybride Glasfaser-Koaxial-Technologie, um eine flächendeckende Gigabit-Versorgung sicherzustellen; in Großstädten und den am dichtesten besiedelten Gebieten werden die Betreiber weiterhin unabhängig ihre eigenen Netze ausbauen. Die vier Unterzeichner verpflichteten sich gleichzeitig, den Netzzugang allen Betreibern zu fairen, angemessenen und diskriminierungsfreien Bedingungen zu gewähren.

Proximus hat sich beim Glasfaserausbau klare Ziele gesetzt. Das Unternehmen gab am 26. März 2026 eine endgültige Vereinbarung mit EQT Infrastructure bekannt, die bestätigt, dass bis Ende 2028 mindestens 4,2 Millionen Haushalte und Unternehmen an das Glasfasernetz angeschlossen sein sollen, was einer Abdeckung von mindestens 70 % in ganz Belgien entspricht. Nach Berichten der belgischen Nachrichtenagentur Belga belaufen sich die geplanten Gesamtinvestitionen für die Glasfaserkooperation zwischen Proximus und Telenet auf mindestens 2,5 Milliarden Euro. Das Vorhaben verzögerte sich aufgrund der wettbewerbsrechtlichen Prüfung durch die Regulierungsbehörden. Das nun unterzeichnete Abkommen enthält Anpassungen des Zeitplans und einiger Klauseln. Die belgische Telekommunikationsministerin Vanessa Matz begrüßte die Vereinbarung und erklärte, sie werde mehr Haushalten in ländlichen Gebieten einen schnelleren Internetzugang ermöglichen.

Fiberklaar ist eine auf den Glasfasernetzausbau spezialisierte Tochtergesellschaft von Proximus mit Sitz in Gent. Sie konzentriert sich auf den Netzausbau in kleinen und mittleren Städten und betreibt ein offenes Netzmodell, auf dem mehrere Internetdienstanbieter ihre Dienste anbieten können. Ziel ist es, bis 2028 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen anzuschließen. Wyre wurde im Juli 2023 als Joint Venture zwischen Telenet und Fluvius gegründet, an dem Telenet 66,8 % und Fluvius 33,2 % der Anteile hält. Das Unternehmen ist für den Betrieb des hybriden Glasfaser-Koaxialnetzes und des FTTH-Netzes in Flandern und Teilen Brüssels verantwortlich.

Der belgische Rechtsrahmen bietet die institutionelle Grundlage für diese Zusammenarbeit. Das Belgische Institut für Postdienste und Telekommunikation treibt auf der Grundlage des Gigabit-Infrastrukturgesetzes die Ausarbeitung entsprechender technischer Vorschriften voran und schreibt vor, dass seit dem 12. Februar 2026 alle Neu- und Umbauten mit einem Glasfaseranschluss vorzusehen sind, womit die gesetzliche Grundlage für den landesweiten Gigabit-Netzausbau geschaffen wurde. Die Kooperationsvereinbarung der vier Betreiber bedarf noch der endgültigen Genehmigung durch die belgische Wettbewerbsbehörde und das Belgische Institut für Postdienste und Telekommunikation, bevor sie offiziell umgesetzt werden kann.

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