Die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Frankreich wird 2025 so viele abgebrannte Brennelemente verarbeiten wie seit 26 Jahren nicht mehr
2026-05-14 15:07
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de.wedoany.com-Bericht: Jean-Christophe Vallin, stellvertretender Direktor der von der Orano-Gruppe betriebenen Wiederaufarbeitungsanlage für Kernbrennstoffe in La Hague im Nordwesten Frankreichs, erklärte am 12. Mai in einem Interview mit japanischen Medien, dass die Anlage im Jahr 2025 1.220 Tonnen abgebrannter Kernbrennstoffe wiederaufarbeiten werde. Dies sei die höchste Verarbeitungsmenge seit 1999. Die Anlage, eine der weltweit größten ihrer Art, liegt etwa 15 Kilometer nördlich des Kernkraftwerks Flamanville.

Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) fallen weltweit jährlich rund 10.000 Tonnen abgebrannter Kernbrennstoffe an. Die Verarbeitungsmenge der Anlage La Hague im Jahr 2025 wird damit etwas mehr als 10 Prozent der weltweiten Gesamtmenge ausmachen. Bei der Wiederaufarbeitung handelt es sich um den Prozess der Abtrennung von Plutonium und Uran aus verbrauchten Kernbrennstoffen. Das extrahierte Plutonium wird anschließend in Südfrankreich zu „Mischoxid"-Brennelementen (MOX) weiterverarbeitet. Seit 1976 hat die Anlage insgesamt mehr als 42.000 Tonnen abgebrannter Kernbrennstoffe wiederaufgearbeitet, für Kunden wie französische Kernkraftwerke sowie internationale Kunden aus Japan, Deutschland und der Schweiz.Bild der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague

Vallin erklärte, die französische Regierung habe die Fortführung der Aktivitäten zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen über das Jahr 2040 hinaus genehmigt und damit die Kontinuität des Geschäfts klargestellt. Derzeit wird erwartet, dass die Auslastung der Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente in der Anlage bis Ende 2025 etwa 90 Prozent erreichen wird, wobei sich dann insgesamt rund 13.000 Tonnen in den Becken befinden. Das Unternehmen plant, die Lagerdichte durch den Einsatz kleinerer Lagerbehälter zu erhöhen und die Lagerkapazität bis 2029 um 15 Prozent zu steigern, mit der Möglichkeit einer weiteren Erweiterung auf 30 Prozent bei Bedarf.

Frankreich verfügt über eine der weltweit fortschrittlichsten Technologien im Bereich des Kernbrennstoffkreislaufs, und auch Japan ist aktiv dabei, ein ähnliches System aufzubauen. Die Wiederaufarbeitungsanlage der Japan Nuclear Fuel Ltd. im Dorf Rokkasho in der Präfektur Aomori ist als Kernstück des nuklearen Brennstoffkreislaufs positioniert. Die Fertigstellung ist für das Geschäftsjahr 2026 geplant, die maximale jährliche Verarbeitungskapazität beträgt 800 Tonnen. Zwischen November 2021 und März 2025 entsandte die Anlage 89 Bediener zur Schulung in die Anlage La Hague. Aufgrund einer Reihe technischer Probleme wurde der Fertigstellungstermin jedoch bereits 27 Mal verschoben, und die offizielle Inbetriebnahme bleibt eine dringend zu lösende Aufgabe.

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