Von Telefónica Spanien angeführtes Konsortium will endgültiges Angebot für KI-Gigafactory zwischen Juni und Juli vorlegen – Gesamtinvestition könnte 4 Milliarden Euro übersteigen
2026-05-15 11:12
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de.wedoany.com-Bericht: Borja Ochoa, Präsident von Telefónica Spanien, erklärte am 14. Mai, dass das von Telefónica und ACS angeführte Konsortium für die spanische KI-Gigafactory die Vorbereitungen für das endgültige Angebot intensiv vorantreibe. Die formelle Einreichung sei zwischen Juni und Juli geplant, und die Ergebnisse des Projekts würden voraussichtlich bis Ende des Jahres bekannt gegeben. Das Konsortium beteiligt sich an dem vom Gemeinsamen Unternehmen EuroHPC der EU geleiteten Auswahlverfahren für KI-Gigafactories und strebt an, Spanien die Berechtigung zur Errichtung einer der ersten KI-Gigafactories Europas zu sichern.

Juan Azcue, Chief Financial and Corporate Development Officer von Telefónica, legte auf einer Analystenkonferenz nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse die geplante Beteiligungsposition von Telefónica an dem Projekt offen. Azcue stellte klar, dass Telefónica beabsichtige, eine Minderheitsbeteiligung von 10 % bis 15 % an dem Konsortium zu halten. Die Investition werde umsichtig bleiben und innerhalb der Parameter erfolgen, die der Konzern als wertschöpfend erachte. Emilio Gayo, CEO von Telefónica, betonte ferner, dass jegliche Investition des Unternehmens in dieses Projekt begrenzt bleiben und streng nach dem Kriterium der Wertschöpfung für den Konzern erfolgen werde. Wie Telefónica mitteilte, soll der Finanzierungsrahmen der Gigafactory zu etwa zwei Dritteln aus Fremdkapital bestehen, der Rest wird durch Eigenmittel gedeckt.

Die Zusammensetzung des Konsortiums spiegelt eine tiefe Integration öffentlich-privater Partnerschaften wider. Die spanische Regierung hat zugesagt, 250 Millionen Euro in das Konsortium einzubringen, und die staatliche Investitionsgesellschaft Sociedad Española para la Transformación Tecnológica ist bereits in die Kapitalstruktur des Projekts eingetreten. Neben Telefónica und ACS gehören dem Konsortium auch Unternehmen wie das Quantencomputing-Softwareunternehmen Multiverse Computing und der Anbieter von Flüssigkühlungs-Infrastruktur Submer an. Das Energieunternehmen Solaria Energía hatte zuvor im April erwogen, sich in Form einer Kapitalbeteiligung an dem Konsortium zu beteiligen, was die industrielle Abdeckung weiter verbreitert. Das Gesamtinvestitionsvolumen der öffentlich-privaten Partnerschaft wird voraussichtlich 4 Milliarden Euro übersteigen, wobei einige Quellen eine Spanne von 4 bis 5 Milliarden Euro angeben.

Der Fahrplan für die Größenordnung der Gigafactory wurde bereits grob festgelegt. Das Projekt wird in mehreren Phasen vorangetrieben, beginnend mit einer anfänglichen IT-Leistungskapazität von etwa 150 Megawatt, die schrittweise auf ein Ziel von 1 Gigawatt erweitert werden soll, um den kontinuierlich steigenden Bedarf an Rechenleistung für groß angelegtes KI-Training und Inferenz zu decken. Die spanische Regierung hat zwei Standorte als Kandidaten benannt: Móra la Nova in der Provinz Tarragona in Katalonien als Hauptstandort und San Fernando de Henares in der Autonomen Gemeinschaft Madrid als sekundären Standort. Sollte Portugal letztendlich in den Bau einbezogen werden, würden beide Länder ihre jeweiligen Projekte zu einem gemeinsamen iberischen Vorschlag koordinieren.

Das Bestreben Spaniens um eine KI-Gigafactory ist zu einer nationalen strategischen Priorität geworden. Die Regierungen Spaniens und Portugals erzielten bereits am 6. März eine Einigung, um die Machbarkeit einer gemeinsamen Bewerbung um eine der Fabriken zu prüfen. Der spanische Minister für digitale Transformation und öffentliche Verwaltung, Óscar López, äußerte während des diesjährigen Mobile World Congress öffentlich seine Zuversicht, dass Spanien ausgewählt werde, und betonte, dass das Land seine Kandidatur im Juni 2025 eingereicht habe. Zuvor hatten Telefónica und FSAS Technologies gemeinsam den Zuschlag für den MareNostrum 5-Supercomputer-Upgrade-Vertrag von EuroHPC JU im Wert von 129 Millionen Euro erhalten, der voraussichtlich Mitte 2026 vollständig in Betrieb gehen wird. Dieses Projekt gilt als vorläufige Bestätigung der Fähigkeit von Telefónica, KI-Infrastruktur bereitzustellen.

Die Konkurrenten des spanischen Konsortiums sind mehrere ähnliche Anträge, die von EU-Mitgliedstaaten eingereicht wurden. Die Europäische Kommission genehmigte im Januar 2026 offiziell den Aufbau eines KI-Gigafactory-Netzwerks, wobei in der ersten Runde fünf Fabriken ausgewählt werden sollen. Diese Initiative ist ein Kernbestandteil des 200-Milliarden-Euro-KI-Investitionsplans der EU mit dem Ziel, die europäische KI-Rechenleistung in den nächsten 5 bis 7 Jahren zu verdreifachen. Bislang haben mindestens 19 EU-Mitgliedstaaten Bewerbungsvorschläge eingereicht, was die Wettbewerbssituation außerordentlich intensiv gestaltet. Das Ziel der EU ist es, die ausgewählten Fabriken zwischen 2027 und 2028 in Betrieb zu nehmen, um den zwingenden Bedarf einer 50-prozentigen Steigerung der KI-Adoptionsrate in Schlüsselbranchen bis zum Ziel der digitalen Transformation 2030 zu decken.

Der Standort Móra la Nova bietet erhebliche Vorteile. Das etwa 4 Hektar große Gelände in der katalanischen Region Ribera d'Ebre hat die Bewertung in Bezug auf kritische Infrastrukturindikatoren wie Stromanschluss, Wasserversorgung und Glasfaseranbindung bereits bestanden. Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe zum Barcelona Supercomputing Center, einem führenden europäischen Rechenzentrum, das bereits das MareNostrum 5-Supersystem betreibt. Sollten die beiden Einrichtungen eine abgestufte Rechenleistungsmatrix von Hochleistungsrechnen bis hin zu groß angelegter KI-Inferenz bilden, würde sich das Gewicht Spaniens in der südeuropäischen KI-Infrastrukturlandschaft substanziell verschieben.

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