de.wedoany.com-Bericht: Lamprell hat mit der Fertigung von Übergangsstücken für das Offshore-Windprojekt Norfolk Vanguard von RWE in Großbritannien begonnen – ein neuer Fortschritt bei einem der großen europäischen Projekte mit festen Fundamenten. Die Fertigungsarbeiten werden auf der Werft von Lamprell in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeführt. Das Unternehmen bestätigte, dass der Stahlzuschnitt für die Übergangsstücke von Norfolk Vanguard West im Dezember 2025 begonnen hat. Die laufenden Fertigungsaktivitäten schreiten kontinuierlich voran, und die ersten fertiggestellten Übergangsstücke sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden.
Der zwischen Lamprell und RWE geschlossene Vertrag umfasst die Fertigung und Lieferung von 184 Übergangsstücken, die gleichmäßig auf die beiden Standorte Norfolk Vanguard West und Norfolk Vanguard East verteilt werden. Lamprell ist zudem für den Transport dieser Strukturen zu den von RWE festgelegten Sammelhäfen verantwortlich. Übergangsstücke dienen als Verbindungselement zwischen Monopile-Fundamenten und Windturbinentürmen. Für Schwergut- und Projektfrachtunternehmen erfordert der Transport solch übergroßer Stahlkomponenten spezielle Transportkonzepte und Hafenlogistik.
Lamprell gab bekannt, dass die Fertigungsarbeiten für Norfolk Vanguard East voraussichtlich im dritten Quartal 2026 beginnen sollen. Die beiden Windparks liegen 50 bis 80 Kilometer vor der Küste von Norfolk und haben jeweils eine geplante installierte Leistung von 1.380 MW. Das Projekt wurde ursprünglich von Vattenfall entwickelt und später in den Jahren 2023 und 2024 schrittweise an RWE übertragen.
Anfang dieses Jahres erhielt RWE in der siebten Vergaberunde der britischen Regierung für beide Projekte Differenzverträge mit einem Ausübungspreis von 91,20 GBP pro MWh (rund 105,25 EUR pro MWh). Dieser Erfolg bringt die Projekte der endgültigen Investitionsentscheidung näher. RWE gab anschließend eine Vereinbarung mit der Investmentgesellschaft KKR bekannt, wonach KKR einen 50-prozentigen Anteil an beiden Projekten erwerben wird. RWE rechnet mit der endgültigen Investitionsentscheidung im Sommer 2026.
Im Februar und März bestätigte RWE zudem die Turbinenbestellungen bei Vestas und orderte für jedes Projekt 92 V236-15,0-MW-Turbinen. Das Ausmaß dieser kombinierten Projekte stellt die Offshore-Windfertigungskapazitäten sowie die Schwertransportlogistik in Europa und dem Nahen Osten vor anhaltende Herausforderungen. Während Fundamente, Übergangsstücke, Türme und Rotorblätter durch spezialisierte Lieferketten fließen, ist das zeitliche Management ebenso entscheidend wie die Stahlproduktion selbst. Verzögerungen bei einer Komponente könnten einen Dominoeffekt im gesamten Installationsplan auslösen.
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