de.wedoany.com-Bericht: Die Sparte Marine & Offshore von Bureau Veritas (BV) hat angekündigt, während der Posidonia-Messe 2026 in Athen, Griechenland, ihr neuestes Zentrum für Remote-Inspektionstechnologie zu eröffnen. Das Zentrum soll Reedern und Betreibern datengestützte Werkzeuge an die Hand geben, um dem wachsenden regulatorischen und kommerziellen Druck zu begegnen.

Das neue Remote Inspection Technology Center in Athen wird Teil eines globalen Netzwerks sein. Dieses Netzwerk ist von 5 qualifizierten Inspektoren Anfang 2025 auf heute über 15 qualifizierte Inspektoren in rund 7 Zentren weltweit angewachsen. BV plant, dieses Netzwerk bis Ende 2026 auf 16 Zentren mit über 40 qualifizierten Inspektoren auszubauen.
Die Remote-Inspektionstechnologie ist ein vor-Ort-basierter Ansatz. Geschulte Inspektoren setzen an Bord Drohnen und unbemannte Fluggeräte ein, um geschlossene Räume wie Ballasttanks und Laderäume zu inspizieren, ohne dass Personal potenziell gefährliche Bereiche betreten muss. Diese Methode unterscheidet sich von traditionellen Remote-Inspektionsdiensten, die sich auf die entfernte Dokumentenprüfung beschränken, wobei sich kein Inspektor an Bord befindet, was den Inspektionsumfang erheblich einschränkt.
Sicherheit und betriebliche Effizienz sind die Hauptgründe für die Einführung der Remote-Inspektionstechnologie. Herkömmliche Ballasttankinspektionen erfordern den Einstieg von 5 bis 7 Personen in Räume, in denen giftige Gase, extreme Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius herrschen können. BV schätzt, dass die Remote-Inspektionstechnologie durch einen qualifizierten Inspektor und eine Begleitperson an Deck das Risiko beim Betreten geschlossener Räume um 60 % bis 70 % reduzieren kann.
Dieses Betriebsmodell bietet Reedern einen kommerziellen Nutzen, der über reine Kosteneinsparungen hinausgeht. Strukturierte, prüfbare Inspektionsaufzeichnungen, die durch die Verarbeitung von Drohnendaten mit Künstlicher Intelligenz generiert werden, können Reedern helfen, die Lebensdauer ihrer Anlagen sicher zu verlängern und den Wiederverkaufswert zu erhalten. Diese Aufzeichnungen liefern zudem Kreditgebern und Versicherern ein klareres Bild des Schiffszustands sowie objektive Indikatoren für den Anlagenzustand, die von Banken, Kaskoversicherern und P&I-Clubs zunehmend erwartet werden. Für Charterer und Ladungseigentümer, die innerhalb immer strengerer ESG- und CII-Rahmenwerke operieren, können von einer Klassifikationsgesellschaft unterstützte, datengestützte Zustandsnachweise Charterentscheidungen unterstützen und die Nachhaltigkeitsberichterstattung verbessern.
Alex Gregg-Smith, Präsident der Sparte Marine & Offshore von BV, erklärte, die Erweiterung des Remote-Inspektionstechnologie-Netzwerks nach Athen spiegele sowohl die technologische Reife als auch die strategische Bedeutung Griechenlands für die internationale Schifffahrt wider. Jeder Inspektor für Remote-Inspektionstechnologie sei ein Fachexperte für einen bestimmten Schiffstyp. Der kombinierte Ansatz, bei dem KI zur Analyse der von Drohnen erfassten Bilder eingesetzt und die Ergebnisse anschließend von einem Inspektor validiert werden, biete Reedern und Betreibern einen robusten zweistufigen Qualitätssicherungsprozess. Da die Schifffahrt einer stärkeren Prüfung durch Kreditgeber, Charterer und Regulierungsbehörden ausgesetzt sei, wandle sich die Rolle von BV vom Compliance-Schiedsrichter zum datengestützten Risikopartner. Der aktuelle Trend in der Offshore-Industrie – wo drohnengestützte Inspektionen zunehmend zur Pflicht für risikoreiche Tätigkeiten werden – sei ein starkes Indiz für die zukünftige Richtung bei der Inspektion von Seeschiffen.
Die Remote-Inspektions- und digitalen Klassifikationsdienste von BV sind darauf ausgelegt, Kunden in jeder Phase ihrer digitalen Transformation zu unterstützen. Vom Betreiber, der erste Effizienzsteigerungen auslotet, bis hin zur fortgeschrittenen Flotte, die integrierte Datenökosysteme nutzt, bietet BV skalierbare Lösungen, die dem digitalen Reifegrad jedes Kunden entsprechen. Ergänzend zu diesen Fähigkeiten bietet BV die SMART- und Cyber-Secure-Notationen an, die eine formelle Klassifikationsanerkennung für den aktuellen digitalen Reifegrad und zukunftsgerichtete Verpflichtungen bieten, kontinuierliche Verbesserung fördern und gleichzeitig operative, regulatorische und Investitionsprioritäten in Einklang bringen.
Die Veranstaltung findet am 4. Juni von 15:00 bis 16:15 Uhr in Halle 1, Stand 1B statt.
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